Entwurf

  1. Wenn der Druck in der Schule zu groß wird, muss man genauer hinschauen, was die Ursache ist.

Meine Freundin hörte im Lernentwicklungsgespräch in der Schule, ihre Tochter bringe nicht die erwarteten Leistungen. Die Lehrerin gab ihr zu verstehen, Laura sei an ihre Grenzen geraten. Mehr ginge wohl nicht. Meine Freundin rief auf dem Nachhauseweg an und war völlig ratlos.

*

Beim Elternabend für Prinzessin (14) und die anderen Konfirmanden erzählte der Pastor von einem Ritual zu Beginn jeder Konfirmandenstunde: Die Jugendlichen nehmen sich aus einem Korb einen Stein. Es gibt weiße, graue-gesprenkelte und schwarze Steine. Wenn sie sich gut fühlen, legen sie einen weißen Stein vor sich hin, bei diffuser Seelenlage wählen sie den Grauen, und wenn es ihnen schlecht geht, den Schwarzen. Der Pastor zeigte sich betroffen davon, wie viele schwarze Steine Woche für Woche in der Runde liegen: „Zu etwa 85 Prozent ist es der enorme Druck in der Schule, von dem die Jugendlichen erzählen.“

*
Bei dem Frust, den ich in jüngster Zeit durch den Blog-Neustart am Computer hatte, ist mir klar geworden, wie lähmend das Gefühl der Überforderung ist und wie furchtbar es für Kinder und Jugendliche sein muss, wenn sie in der Schule nicht zurecht kommen. Lauter schwarze Steine in der Mitte. Wie traurig.
*
Das mit dem Computer ist ein banales Beispiel. Ich werde locker damit zurecht kommen und habe auch einiges dabei gelernt. Aber bei dieser Geschichte ist mir klar geworden, wie sich das verhält mit dem Druck.
Es ist nicht die schiere Menge an Arbeit, die uns unter Druck setzt, sondern die Tatsache, dass wir uns mit etwas befassen müssen, das nicht unser Ding ist.
Ich möchte schreiben, coachen und hilfreich sein. Das kann ich auch bis tief in die Nacht tun, weil ich es mag. Wenn in meinem Alltag aber Aufgaben überhand nehmen, die mir nicht liegen, entsteht schnell Druck.  Die Erfahrung des Scheiterns, des Nicht-Funktionierens, des Kontrollverlusts, der Machtlosigkeit, der Überforderung – das ist das, was uns stresst und die Jugendlichen die schwarzen Steine wählen lässt.
*
Deshalb müssen wir immer genau gucken, wie Überforderung entsteht und an welcher Stelle wir etwas daran ändern können.
Die Lehrerin von Laura könnte im Elterngespräch sagen: „Mir fällt seit einigen Wochen auf, dass es Laura schwer fällt, im Unterricht eigene Ideen zu entwickeln. Gleichzeitig wirkt sie sehr aufgeregt bei Arbeiten. Vielleicht ist sie blockiert. Wir wissen ja alle, dass man nicht denken und nicht kreativ werden kann, wenn man Angst hat oder nervös ist. Wie ist ihr Eindruck? ….“?

Dann könnte sie noch sagen:

„Ich überlege, warum sich Laura wohl so unter Druck gesetzt fühlt? Haben Sie eine Idee? …
Liegt es an mir? Was erzählt Laura? …
Haben Sie vielleicht zu Hause sehr hohe Erwartungen an sie, die sie belasten?
Lassen Sie uns beide über mögliche Ursachen nachdenken, es beobachten und in vier Wochen noch einmal telefonieren. Vielleicht haben wir dann eine Idee, wie es leichter für sie gehen könnte.“

Viel zu schnell wird von Lehrern oder Eltern angenommen, ein Kind sei zu faul oder – wie in diesem Fall sogar – das Kind sei intellektuell an seine Grenzen gestoßen. Wer das als Pädagoge oder als Eltern über ein Kind sagt, entlarvt in Wahrheit seine eigenen Grenzen.
Immer fröhlich und genau hinschauen, wie der Druck entsteht.
Eure Uta
PS: Ich möchte mich ganz herzlich für die große Resonanz auf meinen neuen Blog-Auftritt und die vielen lieben Zuschriften bedanken. Ich habe mich riesig darüber gefreut.
Zur Feier des Tages verlose ich das Buch „4 Werte, die Kinder ein Leben lang tragen“ von Jesper Juul. Teilnehmen können alle, die mir bis diesen Donnerstag, 25. Februar, 18 Uhr einen Kommentar geschrieben haben, der sich inhaltlich auf diesen Post bezieht. Viel Glück!
Hier habe ich das Buch auch besprochen.

Muss nur noch eingepackt werden.

41 Kommentare

  • Die Raumfee sagt:

    Liebe Uta,
    ich kann mich dann gleich mal einreihen mit dem schwarzsteinigen Kind. War doch der Durchmarsch durch die Grundschule so leicht, dass ich niemals geahnt habe, was mit einem Gymnasium auf mein Kind und auch auf mich zukommen könnte. So viele Diskussionen, so viel Müssen und so wenig Dürfen. Man sieht sich als Mutter in eine Position gedrängt, in der man niemals sein wollte – als Sklaventreiber. Als mein Sohn sich kürzlich besschwerte, dass wir über nichts anderes mehr reden würden als über die Schule, musste ich schwer schlucken. Das ist furchtbar, aber die Schule dominiert seit 6 Monaten unser Leben und drückt gewaltig auf die Laune. Das Lernpensum ist einfach gewaltig und Lehrer, die Kinder als unfähig und blöd beschimpfen, machen es nicht einfacher. In nur ein paar Monaten ist aus meinem fröhlichen, selbstbewussten Kind ein schlechtgelaunter, im Selbstwertgefühl schwer erschütterter Junge geworden, der die Schule hasst. Die Schule belastet unsere Familie und so stellt man sich das als Mutter nicht vor. Ich finde G8 Scheiße.

    Herzlich Katja

    • Nicole sagt:

      Liebe Uta,
      Beim lesen sah ich gerade mein angeheiratetes Kind vor mir. Er verliert gerade den Spaß am Lernen, weil er zuhaus viel Druck bekommt, obwohl er ein echt guter Schüler ist. Stichwort keine positive Motivation. Wir wissen manchmal nicht wie wir das jedes zweite Wochenende abfedern können. Denn Gespräche mit der Kernfamilie zeigen Beratungsresistenz. Wir versuchen dann halt andere Wege zu gehen, vielleicht hilft uns das Buch weiter.
      LG und Danke für immer neue Denkansätze.

    • LiBellein sagt:

      Hallo liebe Katja 🙂
      …darf ich hier eigentlich einfach so mal antworten?

      Die fünfte Klasse vom Großen war der Horror in Dosen…jeden Tag ein neues Problem! …Sklaventreiber, wir auch!

      Nach einem stressigen Anfang auf dem Gymnasium haben wir als Eltern uns komplett zurück genommen. Es gab schlechte Noten, die wir ertrugen und die an seinem Ego kratzten. Er anderte es ganz alleine…..ohne Peitsch :o) Er darf jederzeit auf uns zukommen mit seinen Problemen in der Schule, sonst fragen wir nicht nach. Er weiß, wir nehmen seine Probleme an und wenn er will, helfen wir ihm. z.B. 10min Vokabeln am Tag als Hausaufgaben….mehr nicht! Alles andere erledigt er in der Schulzeit (ganztag).

      Es hat mich Wochen gekostet, unliebsame Lehrer als mit Respekt zu behandelnde Menschen darzustellen…ein riesiges Thema, wenn so ein kleiner Kerl sich ungerecht behandelt fühlt.

      …wir sind enger zusammen gewachsen. Er erzählt uns wieder mehr. Und mit seinen 12 1/2 ist er im Moment so kuschelbedürftig, schön :o)
      Er ist jetzt in der 7. Klasse und es läuft gut, sein Rhythmus, seine Noten.
      Freunde und Hobbys haben wieder mehr Raum. Gut so.

      Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld mit Deinem Sohn!
      Herzlichst Sandra

      PS.: Liebe Uta, ein schöner Artikel!…mal wieder Steine stapeln wär schön :o)

      • Uta sagt:

        Liebe Sandra,

        danke!!! Ich bin immer super-froh, wenn andere Eltern durch ihre Erfahrung bestätigen, dass es funktioniert, wenn man sich zurücknimmt, Unterstützung zwar anbietet, aber sonst darauf vertraut, dass das Kind die Kurve schon kriegt. Es dauert seine Zeit und man bekommt immer mal wieder kalte Füße, aber es lohnt sich soooooo sehr. Die Beziehung zum Kind wird besser und auf dieser Grundlage kann man auch mal wieder Einfluss nehmen, wenn es unbedingt nötig ist.
        Herzliche Grüße und „danke“ fürs „einfach mal so antworten“! Uta

  • Sonja sagt:

    Die Idee mit den Steinen finde ich klasse! …ich bin gespannt, wie der Start in der Schule im Sommer sein wird.

    Das Buch klingt super, da mache ich gerne mit.
    Liebe Grüße, Sonja

  • Steffi sagt:

    Liebe Uta!
    Vor kurzem bin ich auf deinen Blog gestoßen. Endlich mal ein Blog, bei dem sich nicht nur Kleinkindereltern angesprochen fühlen, sondern auch Teenie-Eltern. danke dafür!
    meine Kids sind mit 12 und 14 zwar etwas jünger als deine, aber ich sehe ganz oft parallelen. und eine Katze haben wir auch…
    noch ist der Druck in der Schule 6. Und 8. klasse Gymnasium erträglich, aber ich denke, es wird noch kommen…
    über das Buch würde ich mich sehr freuen…
    liebe Grüße,
    Steffi

  • Tami sagt:

    Liebe Uta,
    differenziert zu gucken kommt leider sehr oft zu kurz. Danke für diesen interessanten Beitrag.
    Über das Buch würde ich mich sehr freuen und drücke mir die Daumen.
    Viele Grüße, Tami

  • Großartig ist das neue Bloglayout geworden und auch ich lese sehr gerne bei dir. Ein bisschen habe ich dabei immer das Gefühl, als wenn ich mich schon auf das nächste Lebensjahrzehnt unserer Kinder vorbereite, denn noch sind sie 5 und 1,5 Jahre alt. Ein Juul-Buch wäre da sicherlich eine gute Lektüre, oder?

  • Johanna sagt:

    Liebe Uta,

    ich habe in meinem Klassenzimmer einen Korb mit Steinen, die auf einer Seite gold bemalt und auf der anderen grau gelassen sind. Jeden Morgen darf jedes Kind einen Stein hinlegen und sagen, warum es ihm gerade eher gold oder eher grau geht. Oder auch gar nichts sagen und einfach nur den Stein legen. Immer wieder habe ich von Eltern gehört, wie wichtig den Kindern dieses Ritual ist und die Möglichkeit, einmal am Tag sagen zu können, was sie gerade bewegt.

    Liebe Grüße,
    Johanna

  • Seifenfrau sagt:

    Das Beispiel mit dem Schuldruck ist ja wieder so eine Sache…
    Mir fehlen da ein paar Informationen. In welche Klasse und welcher Schulart fand dieses Lernentwicklungsgespräch statt? Wie lange hatte die Lehrerin das beobachtet?
    Ist das Kind vielleicht wirklich auf der falschen Schule?
    Muss jedes Kind aufs Gymnasium gehen?
    Ich finde, das muss genauer betrachtet werden, dein Beispiel in der Einleitung ist…zu kurz.
    Ich beobachte(te) im Umkreis häufiger, dass Ehrgeiz der Eltern das Kind um jeden Preis ins Gymnasium bringt – in so einem Fall wäre so ein oben genanntes Lehrergespräch doch vielleicht nicht mal so falsch.
    Die Lehrerin muss auch diesen Satz sagen dürfen, ohne gleich eine große Analyse einleiten zu müssen…
    Sicher kann man alles besprechen.
    Aber manchmal klammern auch Eltern am Gedanken, dass ihr Kind ein Gymnasiast sein soll – und das blockiert gewaltig!

    Und, ja, das mit den verschiedenfarbigen Gefühlssteinen ist eine tolle Idee….

    Nix für ungut, das schießt mir gerade so durch den Kopf….
    Liebe Grüße

  • Christina sagt:

    Schade, wenn ein Lehrergespräch so unproduktiv ist. Wir haben Elterngespräche seit der 1. Klasse, immer zu den Halbjahreszeugnissen. Gerne dürfen auch die Schüler mitkommen und ich habe immer das Gefühl, etwas von diesen Gesprächen mit zu nehmen.
    Über das Buch würde auch ich mich sehr freuen 😉
    LG

  • Liebe Uta,

    bei uns ist das mit Druck viel besser geworden, seitdem ich mich da nicht mehr einmische. Du hattest mal geschrieben, dass du Pinzessin einfach die Schulaufgaben erledigen lässt, wie sie es will.
    So habe ich es auch probiert und es funktioniert bei uns. Ich mische mich nicht ein, bin in der Mittagszeit/Hausaufgabenzeit ansprechbar,
    sitze aber nicht mit am Tisch. Bei schlechten Noten gibt es keinen Ärger von unserer Seite und seitdem fühlen sich die Kinder besser.
    Ich mache zumindest in Schuldingen keinen Druck, und hoffe,
    dass der Familiendruck sich für sie auch in Grenzen hält. Der ist bei 3 Kinder (fast 14, 12 und 9) leider manchmal ganz schön hoch.
    Aber dank deiner vielen Guten Denkanstösse klappt es ganz gut aus meiner Sicht.
    Danke für deine tollen Blogbeiträge und das neue Aussehen finde ich auch toll,

    Eleonore

  • annette sagt:

    ….es sieht nach einem überschaubaren gut lesbarem buch aus….da bin ich dabei…
    vg
    annette

  • Nicky sagt:

    Oh je, da bin ich ja froh das die Lehrerin unserer Tochter nicht so ist. Im Gegenteil, sie schreibt aufmunterne Worte unter den arbeiten & für die Hausaufgaben haben sie meist eine Woche Zeit.
    Trotzdem fängt der Druck langsam an, ab dieses Jahr gibt es Noten! Im Moment nehmen wir es noch locker, aber ich mach mir trotzdem Gedanken und überlege schon was zu tun ist wen essoweit ist.

    Lg Nicky

  • L. sagt:

    Liebe Uta,
    erst vor Kurzem bin ich auf deinen Blog gestoßen und habe seitdem viele deiner Posts (gerne) gelesen 😉
    Ich selbst bin noch nicht lange aus der Schule raus und kann nur bestätigen, dass ich wohl an den wenigsten Tagen im Konfirmandenunterricht einen weißen Stein gewählt hätte.
    Nun habe ich vor beruflich mit Kindern zu arbeiten und da käme eine gute Lektüre gerade recht ;))
    Alles Liebe
    L.

    P.S.: Bei deinem neuen Bloglayout schiebt sich bei mir immer ein Text vor das Zitat am Ende der Seite, das dadurch leider verdeckt wird. Vielleicht liegts auch an meinen Einstellungen …

  • Angelika 0409 sagt:

    Kinder müssen gesehen und angesehen werden… Nur hinschauen reicht nicht immer aus.
    Ich würde mich über das Buch freuen! Danke.
    Angelika

  • Dorthe sagt:

    Liebe Uta,
    das Ritual mit den Steinen ist wirklich toll. Ich mag die Pastoren an unserer Kirche sehr, ein kurzes Gespräch vor dem Kiga wirkt da immer Wunder. Die Sicht ist irgendwie eine andere.

    Ich gucke sehr gern diese Lehrer-Serie, die donnerstags im TV kommt … Jaaaa, ich weiß … aber ich sage bei jeder Folge, dass ich mir genau so einen Lehrer für die Lütte wünsche … Tja, in der letzten Folge wurde er erst einmal freigestellt, weil er sich, in den Augen des Rektors, zu sehr für einen Schüler eingesetzt hatte …

    Ich würde gerne das Buch gewinnen 🙂
    LG Dorthe

  • Anke sagt:

    Hallo Uta,
    bei uns startet die Schule im Sommer, da ist unsere kleine Maus dann grad 6 geworden, und ich fürchte mich schon ein wenig wie sie das verkraften wird. Noch freut sie sich drauf, aber sie ist noch so jung, sie spielt lieber mit ihren kleinen Brüdern oder verfolgt lieber ihre eigenen Interessen als alles andere. Sie mag grad gern Flöte spielen, aber üben fast gar nicht. Es wird schon langsam zum Reiz Thema, dabei können wir mit dem Flöten einfach aufhören, Schule geht dagegen immer weiter. Ob wir sie dann motivieren können? Wir wollen sie gerne stärken, und versuchen ihr grad jede Unterstützung bei ihrer Entwicklung zu geben. Vielleicht kann Jesper juul da helfen?
    Danke für deine tolle Seite!! Ich lese sehr oft und gerne hier!
    Gruß
    Anke

  • Coreli sagt:

    „Haben Sie vielleicht zu Hause sehr hohe Erwartungen an sie, die sie belasten?“ würde ich so niemals in einem Elterngespräch fragen. Das würde von 85% der Eltern als Unterstellung aufgefasst, bei ihnen daheim würde irgendwas nicht passen. Wahrscheinlich würde dann ein Schwall von Aggression auf mich einprasseln und die Gesprächsbasis wäre bis zum Ende der Schulzeit und auch noch für die Geschwisterkinder zerstört.
    Man fragt „Ich frage Sie, weil Sie ja der Experte für ihr Kind sind, es lange und gut kennen und ich es nur in der Klasse erlebe: können Sie sich irgendetwas vorstellen, das Laura belastet? Manchmal sind es Kleinigkeiten……. Sind gute Noten für Laura sehr wichtig?“
    Indem man fragt ob gute Noten für Laura wichtig sind, wirft man den Ball ins Spiel, welchen Stellenwert Noten in der Familie haben, denn wenn sich die Eltern über Lauras Einstellung äußern, werden sie die ihrige anfügen.
    Naja, in einem Teil der Fälle bekommt man bei dieser Fragetechnik dann Einblicke in Abgründe. Oder man bekommt eine Geschichte von heiler Familie und glücklichen Kindern erzählt. Manchmal weiß man, dass sie nicht stimmt.

    Jedenfalls ist es leichter zu sagen: „Laura kann aktuell nicht die Leistung bringen, die für diese Schulart erforderlich ist“ als über die familiären Gegebenheiten zu sprechen, denn das würden sich die Eltern verbieten. Und irgendwo gebe ich ihnen fast Recht, denn wozu einmischen, wenn ich es nicht ändern kann? Ich kann weder den Krebs der Mutter heilen noch die depressionen der Stiefmutter im Rentenalter oder Aggressivität der Väter oder den behinderten Bruder oder ganz schlicht, dass es einfach oft notwendig ist, dass Mama arbeitet, aber das Kind alleine nicht klar kommt.
    Und wenn die Eltern den obigen Satz so verstehen, dass es am Intellekt von Laura liegt, dann werd ich wohl nicht den Mut haben zu sagen „Nein, es liegt daran, dass sie nachmittags, wenn sie nicht da sind zu viel am Handy hängt“.

    Es ist schlicht und ergreifend oft die einzige Lösung das Gespräch nur darauf zu konzentrieren: kommt die Leistung oder nicht. Weil hätte, könnte, wenn und vielleicht helfen nicht weiter, wenn man schauen muss, dass man durch einen rechtzeitigen Schulwechsel verhindert, dass das Kind ohne Schulabschluss abgeht (und das ist genau das Problem bei 14/15 Jährigen aber das sehen die meisten Eltern nicht – einmal Klasse 8 wiederholen und dann in Klasse 9 nicht versetzt werden, dann ist man in meinem Bundesland auf der Straße, denn die Schulpflicht ist erfüllt und keine Schule muss einen mehr nehmen, aber noch kein Schulabschluss erworben. Genauso bei zweimal Klasse 8 oder zweimal Klasse 9 oder Wiederholung in 7 und keine Versetzung in Klasse 8.)

    LG
    Coreli

  • Silke Schmidt sagt:

    Liebe Uta,
    ich kann nicht verstehen,wie man so über ein Kind reden kann,in einem Lernentwicklungsgespräch.Das ist perspektivlos und lässt wenig Raum für einen Dialog.Hilfreich ist das ebensowenig.Ich würde wohl meine Tochter fragen,wie es ihr geht mit der Lehrerin und der Schule im allgemeinen.Und dann versuchen mich zu fokussieren auf die wesentlichen Dinge,nämlich meinem Kind zu vermitteln,dass es so wie es ist ganz wunderbar ist und kein Grund zur Sorge besteht.Selbstwert ist so wichtig,darauf baut alles auf.
    Es ist schön,dass deine Freundin dich an ihrer Seite hat.
    Liebe Grüße an Dich:)

  • Miriam sagt:

    Liebe Uta,

    zwar sind meine Kinder noch nicht im Schulalter, aber ich habe in den Faschingsferien mit meinem Cousin intensiv Mathe für die 8. Klasse gelernt….
    Was mich dabei erschreckt hat, war wie wenig Selbstvertrauen er in seine eigenen Fähigkeiten hatte und sich dadurch auch selbst im Weg stand.
    Seine Lehrerin ist auch der Meinung er wäre an seine Grenzen gekommen und auch noch faul…
    Nun ja, bequem ist er schon ein bisschen 😉 aber es war bisher einfach niemand da von dem er Zuspruch bekommen hat: „Siehst Du, wenn Du diese Aufgaben übst, dann kannst Du das richtig gut!“
    Liebe Grüße Miriam

  • Tina sagt:

    Liebe Uta, ich verfolge deinen Blog schon seit längerem als stille Leserin und finde deine Texte sehr inspirierend. Mein Sohn ist zwar noch weit von der Schulzeit entfernt, aber den Druck kenne ich auch aus der Arbeitswelt. Die offenen Fragestellungen können auch auf diese Situationen angewendet werden, finde ich.. LG Tina

  • eetje sagt:

    Guten Morgen
    Ja diesen Gefühl kenn ich auch von meinem ersten Job zuviele Aufgaben die nicht zu mir passen zum Glück habe ich die schlechten Erfahrung nicht nur auf mich bezogen sondern auch erkannt das ich am falschen Platz war. Kennst du die Pinguin Geschichte von Hirschhausen? Die hat mir geholfen zu sehen das ich Talente habe aber als „Pinguin“ in der „Wüste“ bin.
    Liebe Grüße
    Von einer begeisternden Leserin <3

  • Die SteffiFee sagt:

    Hallo Uta,
    der Druck der Schule nimmt von Schuljahr zu Schuljahr zu. Bei uns war die Schule – ist es noch – ein echtes Reizthema und ich war wirklich entsetzt, wie sich mit Schuleintritt das Familienleben neu ausrichtet und teils nur noch von Schule dominiert zu sein scheint. Das mag bei Kindern, die „funktionieren“ nicht so krass sein, aber unseres ist eben stiller, verträumter und unorganisierter als der Durchschnitt. Das hat sich auch in 3 Jahren nicht geändert. Erst, seit ich versuche, die Grundschulzeit gelassener zu sehen und ich mich nur noch um die Vollständigkeit, aber nicht mehr um die Form der Hausaufgaben kümmere, geht es uns besser. Die 1. Lehrerin war mit unserem Kind – so mein nachträglicher Eindruck – einfach überfordert und hat mir nach dem 1. Elterngespräch vor den Herbstferein eine Broschüre mit psychologischen Beratungsstellen in die Hand gedrückt… das war nicht gerade ermutigend. Und ich habe das meinem Kind vermutlich sehr deutlich gespiegelt, statt zu sagen: Du bist toll und richtig wie du bist. Nein, statt dessen haben wir 8 Monate Ergotherapie gemacht. Gebracht hat es nichts und das Kind hat es gehasst. Es bastelt nun mal nicht gerne – zumindest nicht nach Anleitung. Dann wurde die Lehrerin schwanger und die nächste Lehrerin konnte M. besser motivieren und integrieren. Deren Stelle wurde nicht verlängert. Die jetzige Lehrerin ist patent und sieht es zum Glück auch gelassener. Und wenn es dann wegen der Form und Organisation „nur“ für die Realschule reicht, dann muss die Akademikermutter eben schlucken und einsehen, dass das keine Einbahnstraße ist.
    Das neue Kleid deines Blogs gefällt mir , Uta! Der Inhalt sowieso.
    Alles Liebe SteffiFee

  • C. sagt:

    Ein Dauerthema – für mich selbst und unsere beiden 10- und 13jährigen Kinder. Sich dem immer wieder stellen, gemeinsam reflektieren und versuchen, mit Abstand darauf zu schauen, ist das einzige, was mir einfällt. Es ist grausam, wenn Schule (und Arbeit) den Tag / das Leben so sehr im Griff haben.

    Ich mag Dein Blog sehr – auch, wenn ich erstmal mit dem neuen Gesicht umzugehen lernen muss …! Und das Buch würde ich SO GERN haben.

  • uli sagt:

    Es ist so schwierig in diesem Schulsystem jedem Kind gerecht zu werden: Mein großer Sohn passt wunderbar ins System, mein Kleiner so gar nicht. Was tun? (Mein Motto: Immer fröhlich Tipps bei Uta holen! )

  • Rike sagt:

    Mein Sohn ist in der 2. Klasse und hat zum Halbjahr kein Zeugnis, sondern eine kurze schriftliche Beurteilung von seiner Lehrerin erhalten. Ich habe mich sehr darüber geärgert und war froh, dass er den Bericht wohl gar nicht richtig gelesen hat. Die Lehrerin hat fast ausschließlich seine „Unzulänglichkeiten“ in den Vordergrund gestellt, Lob gab es gar nicht. Würde ich mein Kind nicht kennen, müsste ich den Eindruck gewinnen, dass er eigentlich nicht viel gelernt hat in dem halben Jahr.
    Beim anschließenden Elterngespräch hab ich der Lehrerin das auch gesagt, dass ich dieses „Zeugnis“ für ein Kind ( 8 Jahre) völlig unangemessen fand und wenig motivierend sei. Dazu fiel ihr erstmal nicht so viel ein, wollte sich ihren Text aber noch mal angucken.

    Hüpfe gern in den Lostopf.

    Liebe Grüße
    Rike

  • ChrissiB sagt:

    Liebe Uta,
    bei uns ist das ganz einfach… der Druck entsteht durch uns, weil wir uns nicht anders zu helfen wissen. Wir sehen genau, dass der Sohn (fast 12) ganz prima könnte, wenn er wollte. Er hat aber keine Lust, Vokabeln zu lernen, sein Geschreibsel auf Rechtschreibfehler zu überprüfen oder Mathe-Zeichnungen ordentlich mit Lineal und Bleistift zu machen. Er rotzt irgendwas hin, das gerade noch so reicht, und ist offensichtlich damit zufrieden. Wenn wir ihn ganz ohne Druck einfach machen lassen, wird er fröhlich in schlechte und ganz schlechte Noten abrutschen und völlig den Anschluss verlieren, obwohl er mit wenig Aufwand viel besser sein könnte. Das kann doch auch nicht der Sinn der Sache sein?
    Herzliche Grüße
    ChrissiB

    • Die Raumfee sagt:

      Das ist bei uns exakt das Gleiche. Stundenlange Konzentration, blitzschnelle Auffassungsgabe, unglaubliche Merkfähigkeiten und Fertigkeiten… solange es um etwas geht, was ihm Spaß macht. Leider fällt darunter keinerlei schulische Aufgabe. Die Tragweite des „ich pass nur auf und streng mich nur an, wenn mich etwas interessiert und alles andere geht mir sonstwo vorbei“ können Kinder oft einfach nicht erfassen und als Eltern hat man dann die undankbare Aufgabe, das Kind trotzdem durch die Schule zu kriegen, zumindest bis zur 9. Klasse. Manchmal würde ich mir wünschen, mein Kind wäre einfach dumm, dann wäre das alles viel einfacher zu akzeptieren…

  • R. sagt:

    Puh, so ein Kommentar der Lehrerin hätte mich aber auch betroffen gemacht- besonders, wenn so etwas unvorbereitet kommt.
    Wir hatten in der 1. Klasse beim ersten Elterngespräch soviel Freude, als man das tolle Sozialverhalten unserer Tochter lobte und dann kam das erste Zeugnis: Sozialverhalten wurde nicht erwähnt, nur was sie alles nicht konnte.
    Ich war heilfroh, dass sie sich nicht so für das Zeugnis interessierte und es auch noch nicht selber so gut lesen konnte- soetwas demotivierendes…

    Und mal ehrlich?
    In einer Klasse mit 26 Kindern und einem Lehrer- da ist es ein ganz schöner Spagat allen Kindern gerecht zu werden, allen Kindern Freude am Lernen zu vermitteln und auch den Anforderungen der Eltern gerecht zu werden (Ohne Witz beim Elternabend kam die Anfrage, warum die Kinder denn noch nicht sauber und ordentlich in der Lineatur schreiben können!?- nach noch nichtmal einem halben Schuljahr…)

    Tja, und meine Tochter gehörte dann zu denen, die die Freude und Motivation so nach und nach verlierten und wir versuchen alles, damit sie trotzdem Spaß am Lernen behält.
    Kognitiv könnte sie es, aber ohne Freude? Da läuft doch irgendwas im Schulsystem schief!
    Wir suchen noch nach der Idealen Lösung. Unsere erste Maßnahme war, den Druck komplett rauszunehmen vom Kind- woraufhin wir Eltern merkten, wieviel Druck andere Eltern sich auch machen, wieviele Angst vorm „versagen“ ihrer Kinder haben…

    Das merkte ich auch, als das Kind einer Freundin, ein Schuljahr wiederholen sollte- große Angst vorm Dorfklatsch usw.
    Und das bei Eltern mit Grundschulkindern…

    Und manchmal habe ich auch das Gefühl, dass viele Eltern eine Art Konkurrenzkampf untereinander ausfechten… da kommen nach Klassenarbeiten Nachrichten:“ Na, was hat dein Kind für eine Note? Meins hat eine 2…. Mein Kind geht zu ganz vielen AGs, mein Kind darf das Klassenmaskottchen übers Wochenende mit nach Hause nehmen, meins hat im Lesewettbewerb gewonnen…“
    puh, das find ich ganz schön anstrengend…. und dann kommen komische Reaktionen, wenn man sich zurücklehnt und da nicht mitmacht….was das Kind alles verpasst, wenn es nicht bei so vielen AGs teilnimmt etc.

    Also nicht nur Druck der auf den Kindern lastet, auch als Mutter eines Grundschulkindes bekam ich plötzlich ganz schön Druck… und das muss einem erstmal bewusst werden, damit man den ganzen Druck beiseiteschieben kann. Von den Kindern und von sich selber!
    Nun hab ich wiedermal soviel geschrieben, aber mir fallen dazu soviele Gedanken ein…

    Liebe Grüße

  • Constanze sagt:

    Liebe Uta,

    bei „Die Erfahrung des Scheiterns, des Nicht-Funktionierens, des Kontrollverlusts, der Machtlosigkeit, der Überforderung … “ sind bei mir grad sooo die Tränen geflossen und deswegen möchte ich mitmachen beim Lostopf.

    Ich mach mir gerade so viele Sorgen um den Umgang mit meinem Sohn (und mir selbst …) und diese Woche flatterte die Einladung zur Schulanmeldung (Schuljahr 2016) ins Haus; der Gedanke daran macht mir noch mehr Angst. Und du hast Recht, es ist nicht der zeitliche Stress, es sind die Dinge, die uns nicht liegen und/oder eben obige Gefühle bei uns erwecken.

    Die Vorschläge, die du gemacht hast, was die Lehrerin hätte sagen können, haben mich berührt.

    Der Titel des Buches, das du verlost, klingt für mich nach vielen Inspirationen für das Finden und Festigen eigener Werte und für ein bisschen „Leuchtturm“, den ich im Moment auf der stürmischen See begrüßen würde.

    Liebe Grüße
    Constanze

    PS: Mir gefällt dein neues „Outfit“ und dein neues Foto auch sehr.

  • Anette sagt:

    Liebe Uta,
    der schwarze Stein droht jeden Morgen bereits beim Aufstehen am Frühstückstisch zu liegen. 9. Klasse, der 4. Klassenlehrer (und in den letzten 4 Wochen ein stellvertretender) seit dem Wechsel in die weiterführende Schule. Das Gefühl der 14jährigen „…es interessiert sich sowieso kein Lehrer für ‚diese‘ Klasse“ (die in ihren Augen weder ‚ihre‘ noch überhaupt eine im Sinne des Klassenzugehörigkeitsgefühls ist). Nach der Elternzeit des Klassenlehrers ist dieser auf einer Fortbildung, Englischlehrer und Deutschlehrerin sind krank, die Biologielehrerin schwanger, Ethik fällt morgen aus. Kann ich da in die Entschuldigung von heute
    „Bocklosigkeit“ schreiben? Unter dieser leidet nicht nur die Tochter, ich mittlerweile auch…
    Da lese ich den heutigen Beitrag und finde Deinen Tipp zum Buch von Herrn Juul zum Mutmachen und Finden der seelischen Mitte! Ich notiere mir das Buch und hoffe gleichzeitig noch an der Verlosung teilnehmen zu können, denn morgen ist dann Donnerstag….aber der 26.Februar statt der 25. …
    Vielen Dank für die Bereicherung auf diesem Blog.
    Herzliche Grüße,
    Anette

  • Shirlyn sagt:

    Liebe Uta,

    immer wieder gerne komme ich hier auf deinen Blog zum lesen.
    Hole mir neue Denkanstöße und bin dadurch in einigen Dingen viiiiel gelassener geworden.
    Was die Schule angeht, versuche ich immer möglichst keinen Druck auf meine Mädels (11 und 14 Jahre) auszuüben. Wen sie sine gute Note schreiben freue ich mich mit ihnen und wenn es mal eine schlechte Note ist versuche ich sie zu trösten. Sie haben schließlich noch einen langen Weg vor sich und sollen ihre Kindheit geniessen. Der Druck im alltäglichen Leben kommt früh genug…
    Über das Buch würde ich mich auch sehr freuen.

    Lieben Gruß Shirlyn

  • Uta sagt:

    Hallo Anette,

    ja, ich habe mich im Datum vertan. Die Verlosung endet heute und du bist natürlich dabei. Danke für den Hinweis!

    Herzlichen Dank allen für die tollen Kommentare, Hinweise und eigenen Geschichten. Ich bin ganz überwältigt.

    Liebe Grüße

    Uta

  • Kathrin Schürholz sagt:

    Ein toller Artikel, da wird man sehr nachdenklich…..

    Das Buch möchte ich sehr gerne gewinnen.

    LG
    Kathrin

  • Ellen sagt:

    Liebe Uta,

    unsere Tochter ist zwar erst 3 1/2, aber ich habe schon soooo viele Inspirationen und Informationen aus Deinem Blog gezogen. Vielen Dank dafür. Es ist immer eine Freude und voller Ungeduld warte ich jeden Tag auf einen neuen Beitrag von Dir! Natürlich möchte ich jetzt keinen Druck aufbauen!!! 😉

    Mach unbedingt weiter so! Dein Blog ist eine große Bereicherung. Das neue Design ist sehr schön geworden!

    Viele Grüße,
    Ellen

  • Mo sagt:

    Hallo Uta,
    wir haben nach den Ferien unser erstes Lernentwicklungsgespräch. Ich bin schon sehr gespannt, was da kommt. Ein wenig nervös bin ich auch, hört man doch die wildesten Dinge. Wir werden sehen…
    – Das Buch interessiert mich sehr!
    Danke für Deine immer inspirierenden Worte.
    Liebe Grüße,
    Mo

    • Uta sagt:

      Kein Angst, es gibt Ausnahmen (siehe Post), aber die meisten LEGs sind sogar ausgesprochen nett. Interessant zu sehen, dass manche Lehrerinnen sogar Tischdecke und Seidenblumen-Gesteck (hatten wir gerade) von Zuhause mitbringen. Ein junger Mathelehrer hielt Gummibärchen für alle bereit. Man kann sich normalerweise darauf freuen. LG Uta

  • Silke sagt:

    Hi, fürs Buch bin ich jetzt leider zu spät dran…..
    Aber deine Seite finde ich Klasse, viele Artikel bestätigen mich und helfen einfach zu manchen Entscheidungen zu stehen….. Auch wir haben am Ende der zweiten Klasse schon die Notbremse gezogen…. Unser Sohn hatte Ticks entwickelt, leider schon zu Beginn der zweiten Klasse mit dem lernen abgeschlossen und wir hatten schon den Verdacht ein ADS Kind zu haben….. Er würde getestet und wir haben die Konsequenz gezogen, schulwechsel zur dritten Klasse….. Er ist glücklicher, das Familienleben würde wieder harmonischer und trotz aller Bedenken war es eine gute Entscheidung….er kann wieder Kind sein, wenigstens am nachmittag und seine Zeit selbst gestalten, wie es ihm gut tut und muss nicht den ganzen Tag in der Schule verbringen….
    Danke für deinen tollen Blog…. Liebe Grüße Silke

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