Urlaub auf dem Bauernhof

Es waren einmal Sommerferien, da hatte die Familie Katzenklo einen Urlaub auf dem Bauernhof gebucht. Wir wollten Kühe, die stoisch wiederkäuten und uns Eltern zusahen, wie wir im Liegestuhl auf der Wiese Krimis lasen. Wir wollten einen Urlaub, in dem man die Kinder gefahrlos laufen lassen kann, wo ein harmloser Bach durch die Landschaft gluckst, wo die Ponys eine Esels-Geduld und die Katzen gerade Junge haben.

Wir fanden einen Hof im Allgäu, der unseren Vorstellungen zu entsprechen schien. Honigbraune Haflinger schnaubten in den Boxen, Stallgeruch, Heu im Haar, Streichelzoo, freundlicher Landwirt auf dem Traktor, alles komplett. Nur leider führte eine Straße mitten durch den Hof, auf der man straffrei blieb, wenn man mit 100 Sachen durch die Hühner stob.

Zwar raste nur selten ein aufgemotzter Golf an den Geranienkästen vorbei. Aber allein die Möglichkeit nahm dem Soßenkönig und mir jede Erholung. Immer musste einer nach den Kindern gucken. „Gehst du oder soll ich?“

 

 

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Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen. Ich kann den Satz nicht mehr hören. Und unsere Erfahrung mit dem Bauernhof im Allgäu zeigt, dass es für Eltern heute selbst im Urlaub gar nicht so einfach ist, einen solchen Ort zu finden.

Bei dem Wort „Dorf“ schwingt eine Form der Beiläufigkeit im Leben mit Kindern mit, die glücksversprechend ist: Freiräume, viel Natur und Menschen aller Altersstufen, die nebenbei mal nach den Kindern gucken.

Ist es nicht diese Beiläufigkeit, die uns die schönsten Stunden mit Kindern beschert?

Kein Bespaßungsprogramm, wie es gerne in Kinderhotels angeboten wird. Ein paar Mickeymäuse, kleine Stühle, alles bunt und schon glaubt man, es sei kindgerecht.

Nein, kein Kindergehege mit abgestellten Betreuern, die Kopien mit Ausmalbildchen verteilen, sondern ein Ort, wo alle ihren Interessen nachgehen können, wo es diesen Wechsel gibt zwischen kleiner Gefahr und Geborgenheit, Alleinsein und eine Bande gründen, Fremde kennen lernen und wieder in Familie eintauchen, ein Ort mit Bretterbude im Wald und nicht mit einer Liste von „Events“, die neben dem Biene-Maya-Schnitzel-Plan im Speisesaal hängt und abgearbeitet werden muss.

Es gab eine Zeit, da wurde es modern, von Quality Time zu sprechen. Den Eltern wurde weisgemacht, es würde keine Rolle spielen, wie viel Zeit man mit den Kindern verbringen würde. Hauptsache, die wenige Zeit sei intensiv und wertvoll und spaßig. „Quality Time ist intensiv betriebene Beziehungsarbeit mit dem Partner und den Kindern.“ (Michaela Schonhöft: Kindheiten. Wie kleine Menschen in anderen Ländern groß werden. München 2013. Seite 137)

Inzwischen ahnt man, dass es die Quality Time nicht bringt. Kinder wollen keine Eltern, die den Kontakt mit ihnen in eine Bespaßungs-Stunde quetschen oder in zwei Wochen Jahres-Urlaub voller Animation. Sie wollen zu ihnen rennen können, wenn sie sie brauchen, um sich gestärkt in neue Abenteuer zu stürzen. Sie wollen etwas auf eigene Faust entdecken können. Und wenn sie über Nähe und Distanz zu den Eltern selber entscheiden dürfen, ist es der Traum schlechthin. Das lässt sich nicht immer verwirklichen. (Mit Grausen denke ich an einen Türkei-Urlaub, in dem wir den vierjährigen Kronprinz unter Tränen in den Kinderclub des Hotels zwangen, weil irgendwie alle das so machten.) 

Nochmal: Ist es nicht Beiläufigkeit, die uns die schönsten Stunden mit Kindern beschert? Eltern als Stützpunkt. Präsens ist gefragt, nicht Unterhaltung.

Auch im Alltag. Leiden nicht Eltern immer doppelt: Bei der Arbeit wünschen sie sich zu ihren Kindern. Und wenn sie bei den Kindern sind, wünschen sie sich zurück zur Arbeit. Eine Entfremdung, mit der wir uns abgefunden haben.

Kinderarzt und Buch-Autor Herbert Renz-Polster schreibt:

„Das ‚Dorf‘ im traditionellen Sinn, den Stamm, den Clan, die Großfamilie gibt es nicht mehr. Umso dringender (ist es), dass diese reichste aller Gesellschaften endlich beginnt, darüber nachzudenken, wie sich so ein ‚Dorf‘ auch unter heutigen Bedingungen neu aufbauen lässt.“ (Herbert Renz-Polster: Kinder verstehen. München 2014, Seite 311)

Es klingt so schön, aber wie kriegen wir das hin?

Ich kann raten: die Nähe suchen zu anderen Familien mit Kindern, zu möglichst viel Natur (Wohnung mit Hinterhof oder Garten), zu Nachbarn im großelternfähigen Alter, zu Hause arbeiten, mehr Flexibilität in der Arbeitswelt …. puh, jetzt wird es politisch.

Leider habe ich eine Mail gelöscht, in der von einem tollen Projekt berichtet wurde: mehrere Freiberufler haben sich zusammengetan, Büroräume für ihre Arbeit angemietet und auf gleicher Etage eine Kita gegründet, in der ihr Nachwuchs von Fachkräften und im Wechsel auch von ihnen selbst betreut wird. Bei Bedarf können die Kinder auch während der Arbeit bei ihnen vorbeischauen. Mist, dass ich die Mail nicht wieder finde. Ich hätte gerne darüber berichtet. (Falls das jemand aus dem Projekt liest, bitte noch einmal melden!)

Könnt ihr arbeiten und gleichzeitig bei euren Kindern sein? Welche Ideen habt ihr, um so ein ‚Dorf‘ auch unter heutigen Bedingungen aufzubauen?

Immer fröhlich her damit!

Eure Uta

20 Kommentare

  • Ich finde es auch schade, entweder auf Arbeit zu sein oder mit meinen Kindern zusammen und dann dabei das Bedürfnis zu haben, intensiv die Zeit mit ihnen zu nutzen. So ganz zufrieden macht mich das gerade alles nicht. Gerne hätte ich das Dorf und einen Hof, auf dem ich arbeitete.
    Viele Grüße,
    Kathrin

  • annette sagt:

    …ja das kann ich mittlerweile seit 15 jahren…. arbeiten und bei den kindern sein…..ich habe eine erziehungsstelle und zwei kinder aufgenommen, die schon lange bei uns leben….unser eigener sohn ist in dieses konstrukt hineingeboren…..ein luxus so leben zu dürfen….trotzdem gibt es auch momente, wo ich am liebsten einfach die türe hinter mir schließen würde 😉
    lg
    annette

  • Melanie sagt:

    Liebe Uta,

    wir haben uns mitten in der Großstadt zumindest für unser Privatleben genau so einen Ort geschaffen: mit vielen Familien und einigen älteren Menschen leben wir hier mit 40 Kindern seit einem Jahr in einer umgebauten Schule, die in viele finanzierbare Wohnungen gewandelt wurde, zusammen. Wir haben vorher alle niemals geahnt und sicher nicht gehofft, wie konfliktfrei und schön und bereichernd es für uns alle werden würde. Unsere Hamburger Kinder kennen jeden Nachbarn, sie haben ihre Spielkameraden hier im Haus. Sie sind bei gutem Wetter draußen in großer Runde im Hof, bei schlechtem Wetter im Treppenhaus, und haben jeden Raum, um Ihre Phantasie freizulassen. Es ist wunderbar. Und wir Großstadt-Erwachsenen staunen, genießen und sind jeden Tag dankbar für unser kleines Dorf in der Stadt. Wir sitzen im Hof zusammen und klönen, kochen gemeinsam mit mehreren Familien, haben Vorlesenachmittage, Quilten, Yoga und Fitness, eine Werkstatt, die wir gemeinsam organisieren. Wir haben aber vor allem ein Haus, in dem von klein und jung bis groß und alt alle respektvoll ihren Freiraum haben und gemeinsam leben können. Wir unterstützen uns, wenn Not am Mann ist oder jemand schnell Hilfe braucht. Wir sagen hier oft, dass unsere Kinder und auch wir ein kleines Bullerbü haben. Ich bin unendlich froh, dass meine Kinder dieses Glück von offenen Türen, offenen Ohren, großen und kleinen Leuten, die sie durchs Leben begleiten, nicht missen müssen. Es gibt sie also die Dörfer…

    Alles Liebe, Melanie

    • Uta sagt:

      Wow, das klingt ja paradiesisch. Danke für deinen Bericht! Wie haben sich die Familien gefunden, die so gut zusammenpassen? Liebe Grüße, Uta

      • Melanie sagt:

        Liebe Uta, zum Teil kennen wir uns über die Kinder durch den Kindergarten, Schule, einige von uns waren schon vorher befreundet. Einen Teil haben wir aber tatsächlich aus vielen Bewerbern ausgewählt. Wir haben aus unsere Gemeinschaft eine kleine Gruppe gewählt, die für die Besetzung der Restwohnungen zuständig ist. In den Gesprächen haben wir immer sehr deutlich gemacht, mit welcher Erwartung wir alle in dieses Wohnprojekt gegangen sind: viel Frei- und Spielraum für die Kinder, eine Nachbarschaft, in der man sich gut kennt und auch gemeinsam aktiv sein mag, aber ohne Zwang, dies zu tun. Wir haben wirklich nur Leute aufgenommen, bei denen alle das Gefühl hatten, dass die Erwartung sich mit unserer deckt und niemandem, bei dem wir dachten, dass z. B. Kinder im Hof oder das Spiel im Treppenhaus ein Problem werden könnten. Ich denke, dass dies tatsächlich der Grund für das – fast immer – harmonische Tusammenleben ist…
        Liebe Grüße, Melanie

  • Julia sagt:

    Das Coworking-Projekt heisst „Rockzipfel“ und wurde (soweit ich weiss) in Leipzig gestartet: http://www.rockzipfel-leipzig.de/
    Rockzipfel hat inzwischen Ableger in Hamburg, Dresden und München, ähnliche Projekte gibt es in Berlin (http://www.coworkingtoddler.com/) und Hannover (http://www.coworkind.de/)

    LG, Julia

  • Weiter oben habe ich geschrieben, dass ich die Kinder auf Arbeit vermisse. Ich muss aber auch sagen, dass ich mich oft auf die Ruhe bei der Arbeit freue. Denn zu Hause hängen die Kinder oft an mir und langweilen sich. Und da liegt das Problem. Ich denke, dass das tatsächlich mit Kindergarten und Arbeit zusammenhängt. Wenn sie zu Hause sind, wollen sie Zeit mit mir verbringen, was sie sonst nicht tun können. Gleichzeitig wissen sie nicht, was sie mit ihrem Freiraum, den sie zu Hause haben, anfangen können.
    Gleichzeitig bin ich aber auch sehr froh um die gute Betreuung im Kindergarten. Wo sie ungestört mit anderen Kindern spielen können (oder sie ärgern können) und viele Ausflüge machen.
    Grüße,
    Kathrin

    • Uta sagt:

      Ja, du hast Recht, dass man so idyllisch beieinander ist und sich alle zufrieden selbst beschäftigen, ist nicht immer der Fall. Wer kennt nicht das Gejammer: „Mir ist soooooo langweilig!“ Meine Freundin hat mal auf die Uhr geguckt. Sie meinte, es dauert im Schnitt 20 Minuten, bis ihre Kinder nach dem Langweilig-Gejammer in ein Spiel vertieft sind. Aber meistens hat man nicht den Langmut, diese Spanne auszuhalten. Liebe Grüße, Uta

  • Christina sagt:

    Liebe Uta,
    nein, unser Dorf haben wir nicht gefunden. Wir leben eher im Elfenbeinturm. Die Großeltern verwirklichen sich selbst, auf die Straße kann man die Kinder nun wirklich nicht mehr lassen. Selbst hier in der Stichstraße gibt es genug Raser(-innen). Das sind übrigens immer öfter „taffe“ Mütter, die leider so schnell fahren müssen, weil sie so überaus wichtig und unabkömmlich sind und nicht die jungen Kerle, wie man meinen könnte. Aber, was sollten meine Kinder auch auf der Straße, da sind sowieso keine anderen Kinder, mit denen sie ein Abenteuer erleben könnten. Die sind alle aufgeräumt in „pädagogisch wertvollen“ Betreuungseinrichtungen. Ich habe 4 Kinder im Alter von 7 Jahren bis 24 J. Mit der Geburt des ersten Kindes habe ich meinen Beruf aufgegeben, um für die Kinder da zu sein. Aber, auch wenn ich gerne weitergearbeitet hätte, wären da keine Großeltern gewesen, die mich unterstützt hätten, sie waren mit sich selbst beschäftigt. Ich habe die Jahre sehr genossen, aber ich hatte viel mehr Arbeit, als meine berufstätigen, kinderlosen Freundinnen und auch viel mehr Stress als in den Jahren meiner eigenen Berufstätigkeit. Gesellschaftlich bringt mir meine Art, zu leben höchstens ein mitleidiges Lächeln ein. Von der Rente mag ich ja gar nicht reden.
    Dein Beitrag hat mir sehr gefallen, gerade das Aufzeigen der künstlichen Parallelwelt, in die wir Eltern unsere Kinder stecken. Danke dafür!
    Liebe Grüße von Christina

  • Frau Krähe sagt:

    Liebe Uta
    Ich sitze in unserem winzigen Büro und arbeite (so der Plan). Weil das Licht so schön ist, schnappe ich mir aber den Fotoapparat und schleiche zum Fenster im Obergeschoss. So sehe ich den Gefährten, wie er mit dem Dreijährigen unter den Apfelbäumen Fallobst zusammenliest. Die Einjährige sitzt im Gras und knabbert nen Apfel. Der Hund kackt unter den Birnbaum. Auch hier hat man aber immer die Strasse im Augenwinkel, leider. Selten aber nicht weniger gefährlich gibt es sie auch hier, die Golfs… Und dann will ich weiterarbeiten. Lese und kommentiere aber zuerst deinen Artikel. Und dann kommen bereits alle zurück ins Haus. Rambazamba, die Kleine will stillen, usw usf. Alles toll. Alles schwierig.
    Ich kann nicht arbeiten und bei den Kindern sein. Zum Vorbereiten brauche ich Ruhe (mind. eine geschlossene Tür) und wenn ich in der Schule bin, bin ich weg. Aber dass sie dann mit dem Gefährten sind, finde ich ein wunderbares Setting, welches im Moment für uns sehr stimmig ist. Unser grösstes Problem ist und bleibt jedoch: Es fehlen andere Kinder. Natur und Mama/Papa (und heissgeliebte Grosseltern in Spaziergangdistanz und ein fast täglich vorbeiguckender Onkel) und viel Zeit sind schon mal sehr sehr viel, aber nicht alles. Wir bleiben dran.
    Liebe Grüsse, Martina

  • Uta sagt:

    Alles toll, alles schwierig und die wichtigen Geschäfte unter dem Birnbaum. Vielen Dank für dein Stilleben aus der Schweiz! VLG Uta

  • DieSteffiFee sagt:

    Nein, wir haben auch kein „Dorf“ – unsere Nachbarn sind alle mit ihren Häusern alt geworden, ihre Kinder – in unserem Alter – leben inzwischen mit eigenen Kindern irgendwo anders. Unsere Kinder sind in ihrem Alter die einzigen im Umkreis von 400 m – d.h. es gibt wohl noch einige, aber die sieht man so gut wie nie. Wir haben einen Spielplatz direkt vor der Haustür – inzwischen halten unsere Kinder ihn für unseren privaten Spielplatz, weil so selten andere Kinder da sind. Ich würde sie ja ziehen lassen und frage mich, warum der Große (9) nicht mal sein Rad schnappt und ins nahe Feld fährt, Äpfel klaut und so was. Aber alleine hat er dazu keine Lust.
    Unsere betagten Nachbarn sind weitgehend freundlich und halten den Kinderlärm stoisch aus, aber ich käme nicht auf die Idee, sie zu fragen, ob sie mal eins der drei Kinder von der Kita oder Schule abholen könnten oder ob sie nach den Jungs sehen könnten, während ich das Mädel zum Reiten bringe…
    Freunde haben in ihrer „Reihe“ ältere Leute, die sogar eingesprungen sind, als die Kita gestreikt hat und die Eltern (Lehrer) trotzdem arbeiten mussten. Da war ich schon sehr neidisch… ganz abgesehen davon, wie neidisch ich auch die bin, bei denen die Großeltern mithelfen. (Besonders jetzt in den großen Ferien…)
    Manchmal überlege ich mir, dass so ein Großelternprojekt toll wäre und ich daran teilnehmen sollte und dann trau ich mich nicht, weil ich nicht weiß, wie meine Eltern darauf reagieren (die gar nicht so weit weg wohnen, aber halt nicht können oder wollen).
    LG Steffi Fee

  • Vera sagt:

    Solche Dörfer gibt es tatsächlich. Wir haben ein solches Dorf am Rand der Nordeifel gefunden und wohnen hier jetzt seit 9 Jahren.
    Viel Natur, viel Platz, entspannte Leute, fast alle zugezogen.

    Von der Infrastruktur her ist vieles einfacher als in der Stadt. Kurze Wege, überall Parkplätze, alle Einkaufsmöglichkeiten, kein Gedränge, keine Stadtneurotiker.

    Und die Kinder geniessen die Freiheit pur mit Wiesen, Bauernhöfen, eigenen Hühnern etc.

  • Dorthe sagt:

    Liebe Uta,
    knapp zwei Wochen Helgoland liegen hinter der Lütten und uns. Helgoland ist so ein Dorf. Für Kinder perfekt. Für Jugendliche dann schon nicht mehr. Trotzdem: Kaum bin ich einen Tag wieder in der Großstadt, denke ich, dass ich das nicht mehr aushalte. Diesen Lärm. Diesen Stress überall. Ich will, dass sie an den Strand kann. Dass sie auf Bäume klettert. Dass sie einfach losziehen kann. Aber das bin eher ich. Nicht die Lütte. Sie möchte hier wohnen. Obwohl Oma und Opa auf Helgoland leben. Und wenn man im Radio hört, was mal wieder auf ruhigen Feldwegen passiert, denke ich doch: ach, in der Stadt ist es auch schön. Aber ich wünsche mir eine Wohnung mit Innenhof, in dem viele Kinder aus dem Haus spielen und die Erwachsenen sitzen und schnacken können. Eimsbüttel ist ja fast wie ein Dorf. Die Lütte kann, wenn sie ein Schulkind ist, auch allein zum Spielen und Toben losziehen. Und wenn sie und ihre Freunde etwas möchten, kommen sie einfach kurz rum und zischen dann wieder los (wenn nicht alle in der Ganztagsbetreuung sind…) Natürlich wird das ganz und gar nicht wie auf Helgoland … und Oma und Opa, die mal mit anpacken könnten, fehlen sehr … Ich grübel also noch an einer Möglichkeit, die alles irgendwie anbietet … ach so, zum Arbeiten bin ich lieber ohne Kind. Ab mittags dann aber gern wie s.o. mit Abenteuer und Co. …
    Liebe Grüße,
    Dorthe

  • Lolo sagt:

    Hm, also ob ich vorbereiten könnte, einen ganzen Vormittag mit den Kindern, ich weis nicht. Aber ich glaub s könnte gehen, eigentlich spielen meine viel selber und das Ort Langweile habe ich wirklich noch nicht viel gehört. Natürlich mal in anderer Form, nachmittags wollen sie dann fernsehen, weil sie nichts mehr wissen.
    Ich liebe meine Kinder um mich herum, ich mag es nicht, wenn mein Sohn geht und es still wird hier. Meine Tochter geht noch nicht so viel zu Freunden, will dann aber beschäftigt werden, wenn der Bruder weg ist. Am Liebsten ist mir, wenn hier mindestens ein Kind zu Besuch ist und sie es richtig lustig haben. Eigentlich geht es hier bei uns recht gut sie laufen zu lassen. Wir leben in einem Dorf, das eher einem Städtchen gleicht mit vielen Geschäften und guter Infrastruktur und Bahnanbindung nach München. Unser Ortsteil ist aber auf der anderen Seite einer stark und schnell befahrenen Straße, die wirklich gefährlich ist, will man ins Zentrum. Vor unserer Türe liegt eigentlich eine verkehrsberuhigte Straße und doch rasen hier die klassischen jungen Damen und noch mehr Herren die lange Straße durch. Da habe ich oft Angst. Auch gibt es hier im Viertel kaum Gehwege und die Kinder laufen auf den Straßen, sind aber oft erschreckt, wenn ein Auto schnell um die Ecke kommt in den Nebenstraßen.
    Mein Mann hat heute den ersten Tag Homeoffice gehabt und ich glaube wir können (obwohl ich zwei Stunden weg war) positiv Bilanz ziehen. Sie haben versucht eine kleine Alarmanlage unter seinem Tisch zu installieren und zweimal bei Telefonkonferenzen dazwischengeplatzt.???? Mein Mann ist ganz zuversichtlich, dass sie sich noch dran gewöhnen werden. Beide waren heute hoch zufrieden, als ich nach Hause kam und fühlten sich gut betreut. Dass der Papa arbeitet war für sie nicht im Vordergrund, wohl aber genossen sie, dass er nun einen Tag mehr pro Woche hier sein wird und von hier arbeiten wird. Ein Lob auf den münchner Autobauer, der uns dies ermöglicht!????
    Liebe Grüße Lolo

  • R. sagt:

    hihi,
    ich arbeite überwiegend von zu hause aus, habe nur wirklich wenig Außentermine und die lege ich so, dass die Kinder dann in Schule und Kiga sind…Luxus und den weiß ich zu schätzen!
    Meine Große aber nicht: Da fahren wir in ein Familienhotel und müssen mit ihr diskutieren, dass sie von 3 Mahlzeiten am Tag doch bitte 2 mit uns und nicht den anderen Kindern am Kindertisch verbringt und nicht nur mit den ausgebildeten Erziehern dort Abenteuer erlebt, sondern auch mal maulend auf Ausflugs-Abenteuer mit uns geht….

    Manchmal frage ich mich, ob sie eben gesättigt ist an Mama-Papa-Zeit, weil sie uns ja jeden Tag hat, wenn sie aus der Schule kommt- da freut sie sich auf Ferien, wenn sie flüchten kann? *hahaha*

    Nein, ganz so schlimm ist es nicht, aber ehrlich, finde ich es auch schön, wenn sie sich im Urlaub so wohl fühlt und mit anderen Kindern zusammenrotten kann, so dass ich tatsächlich etwas häkeln kann oder ein Buch in die Hand nehme….

    Und hier am Stadtrand wohnen wir in einem Wohngebiet, in unserer Straße gibt es nur Fußweg, hier direkt am Haus fahren also keine Autos, das sind schon einige Meter, so dass ich auch dem 4 Jährigen sagen kann, dass er schonmal rausgehen kann, oder vor dem Haus mit Kreide malen darf, während ich den Geschirrspüler ausräume und ihn so heimlich doch sehen kann- aber er fühlt sich dann schon herrlich groß^^

    Und dann Drachensteigen lassen auf dem abgemähten Feld, herrlich!

    Ich denke wir sind auf einem guten Weg!

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