Liebevolles Glühen der Plastik-Holzscheite

Utas Gedanken vor Morgengrauen.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin …

… brauche ich andere nicht, die mir irgendetwas über mich bestätigen, die zu schätzen wissen, was ich tue, die mich anerkennen.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin …

… bin ich wie eine Tankstelle für andere. Wer mag, darf kommen: „Einmal Super, aber voll bitte!“

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin …

… haben meine Kinder alles, was sie brauchen. Ob sie es nutzen, liegt in ihrer Hand.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin …

…. kann ich jetzt auch Ostereier vorne in den Busch hängen oder gar nichts oder ich wickel das ganze Haus in Lichterketten, wenn mir danach ist.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin, …

…. muss ich nicht grübeln, ob Tante Helga dieses oder jenes über unsere Familie gesagt hat. Wenn sie vor der Tür steht, trinken wir zusammen Kaffee und haben Spaß, wenn nicht, fliegt sie hochkant wieder raus.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin, …

… habe ich Freude daran, wie sich alles so entwickelt. Das Leben meine ich. Ich kritzele die To-do-Listen voll und lache am Abend, weil der Tag mal wieder ganz anders gelaufen ist.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin, ….

…. spende ich intuitiv. Vielleicht bezahlen wir den rechten Vorderreifen für den Flüchtlings-Bus, vielleicht geben wir gar nichts, vielleicht muss ich den Planflötisten, der vor der Apotheke spielt, in den Arm nehmen, weil das gerade mein Lied ist, was er da spielt.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin, …

… dann ist Weihnachten wie bei Pettersson und Findus. Herrlich unperfekt mit Korkenzieher an der krüppeligen Tanne oder mit der größten Carrera-Bahn, die ein Wohnzimmer je gesehen hat, mit Lamm-Filet, das auf dem Punkt gegart ist, oder wir gehen eine Wurst essen mit dem Nachbarn, der Heilig Abend immer vor dem Fernseher einnickt.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin, …

… dann habe ich so eine Freude an unserem HNO-Arzt, der keine Sprechstundenhilfe hat und seine kleine Praxis alleine betreibt, der eigenhändig  Bilder von überladenen Tannenbäumen an die Scheiben seiner Praxis klebt und einen elektrischen Kamin mit glühenden Plastik-Scheiten ins Wartezimmer stellt, damit es dort kuschelig ist, und der sogar den Kronprinzen zum Grinsen bringt, obwohl dem gerade vor Ohrenschmerzen der Kopf weg fliegt.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin, …

… ist ganz wenig wirklich wichtig. Dann muss ich Prinzessin einfach knubbeln, obwohl ich dafür über unaufgeräumte Kleider hüpfen muss, dann muss ich einfach losfahren, weil mir doch noch ein Geschenk für den Soßenkönig eingefallen ist, dann ist da der Kater und sein kleines Schnarchen und ich bin einfach glücklich.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin, …

… dann hören die Grübeleien auf über „richtig“ oder „falsch“. Dann mache ich mir eine gute Zeit hier auf Erden und reiße die Leute einfach mit.

Wenn ich voller Liebe für mich selber bin, …

 

Habt ihr Lust, die Liste fröhlich fortzusetzen?

Alles Liebe

Eure Uta

13 Kommentare

  • Gabriela sagt:

    Ich setzte die Liste nicht fort, sondern ich möchte dir einfach danken für diesen Anstoss, dafür, dass du spüren lässt, wie sich Leichtigkeit anfühlen könnte.
    Etwas in mir weiss das alles, sehnt sich danach. Ich mache mir jetzt einen feinen Kaffee, stelle ihn auf die laaaaange Todo-Liste, dass diese braune Kringel bekommt….
    Lieben Gruss
    Gabriela

  • Dorthe sagt:

    Liebe Uta,
    so eine schöne „Liste“…
    Ich glaube, auch -oder vielleicht gerade- wenn man voller Liebe für sich selber ist, kann von deinen beschriebenen Dingen nicht immer alles klappen. Aber das macht dann nicht so viel, es wiegt nicht so schwer, das doofe Gefühl bleibt nicht so lang. Weil man halt voller Liebe mit sich selber ist.
    Und das ist für einige so, so, so unglaublich schwer …
    Für mich ist der letzte Satz, mit dem richtig oder falsch, der entscheidende. Dann kann man „einfach leben“.
    Danke dir dafür und schicke liebe verwehte und nikolausige Grüße!

  • Susanne sagt:

    Meine liebe Uta,

    eine schönere Morgenlektüre kann ich mir nicht vorstellen. Du schaffst es immer wieder, dem Leben eine Leichtigkeit zu geben – wie ein Befreiungsschlag.
    Ich habe nichts zum Thema beizutragen, wollte dir aber sagen, dass ich deine Liste eben ausgedruckt und mir über den Schreibtisch gehängt habe. Denn diesen Input möchte und brauche ich täglich. 🙂
    Mal wieder danke, danke, danke …

    Hab ein fabelhaftes Wochenende!
    Susanne

  • Sabine sagt:

    So ein schöner Text! Den würde ich zur Prophetin der Leichtigkeit verlinkt, glatt auf meiner fb-Seite posten …
    Wunderschön! Danke!

  • Liebe Uta,
    danke für diesen tollen Gedankenanstoß. Ich füge gerne hinzu:
    Wenn ich voller Liebe für mich selber bin, …
    … dann vertraue ich darauf, dass es weiter geht und alles so seinen Sinn hat, egal wie unglücklich die Dinge gerade zusammen kommen. Ich nehme es hin, akzeptiere es und tue einfach, was ich gerade für richtig halte.

    Ich wünsche euch einen schönen zweiten Advent.
    Lg Sternie

  • Susanne sagt:

    Liebe Uta,

    genau, genau, genau! Hach, das war die richtige Inspiration.

    Ich musste das gleich an eine Freundin weiterleiten, die heute schon „Bauchkneifen“ hat bei dem Gedanken des Besuchs der Schwiegereltern zu Weihnachten. Vielleicht gelingt es diesmal etwas einfacher…

    DANKE!

    Einen schönen 2. Advent 🙂

  • Claudia sagt:

    Hach… ich bin zufällig hier gelandet und nun ganz glücklich, über deine schönen Sätze und den Denkanstoß.
    Ich werde die Liste gerne für mich schreiben und in mein December Daily legen, weil ich es so schön finde.
    Hab einen schönen zweiten Advent und liebe Grüße vom Deich
    Claudia

  • Laura sagt:

    Liebe Uta, wunderbar ausgedrückt. Und ich drücke den Text jetzt aus und hänge ihn mir über den Schreibtisch. DANKE! Alles Liebe, Laura

  • Susanne Scheurer sagt:

    Danke. Einfach Danke, weil Du es auf den Punkt bringst und alle Menschenfurcht wegspringt.

  • Mia sagt:

    Liebe Uta,
    was bedeutet Selbstliebe? Das war mir lange unklar. Durch mehrere Impulse in der letzten Zeit (dieser ist der jüngste) weiß ich nun: Selbstliebe ist für mich das
    Kümmern um mich. Was mir guttut erkennen, achtsam sein, nett zu sich selbst sein, alte negative Glaubensätze auf den Prüfstand stellen, und diese höchstwahrscheinlich über Bord werfen. Eins ist sicher: ich bleibe immer bei mir, wenn keiner zuhören kann, erzähl ich es mir selbst, bin mein bester Freund, gebe mir die Anerkennung, die ich brauche.
    Und wie Du schreibst, kann Anderen eine geduldige, aufmerksame Zuhörerin
    ,eine echte Hilfe, sein.
    Das fühlt sich toll an und macht frei.
    Liebe Grüße und Danke
    Mia

  • Manuela sagt:

    Liebe Uta
    Ich habe Deinen Blog vor kurzem entdeckt und möchte Dir von Herzen danken! Nun weiss ich endlich, dass ich nicht einfach zu faul, bequem oder zu harmoniebedürftig bin! Ich kenne den Stundenplan meiner Kinder nicht auswendig und weiss auch nicht was genau momentan das Geschichtsthema ist; wenn ich das bei den Eltern der Mitschüler meiner Kinder (14,12,5) sage, werde ich angeschaut als sei ich DIE Rabenmutter schlechthin! Ich bin da wenn mich meine Kids brauchen, aber es sind ihre Hausaufgaben und nicht meine! Da ich mich immer wieder von anderen verunsichern lasse tut mir Dein Blog richtig gut; vor allem auch das Thema dieses Beitrags!!
    Liebe Grüsse aus der schönen Schweiz, Manuela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.