Raus aus den Ego-Umlaufbahnen

Bei Selbstzweifeln hilft es, die Blickrichtung zu verändern.

Am vorletzten Wochenende war ich zu einer Lesung meines Buches ins Ruhrgebiet unterwegs. Es sollte meine dritte Lesung sein und ich wusste nicht: Kommen 50 Leute oder nur 5? Am Tag vorher befiel mich Lampenfieber. Zwar redete ich mir ein, ich hätte nichts zu beweisen und nichts zu verlieren, aber die aufkommenden Ängste ließen sich nicht ersticken. Ich schrieb meiner Freundin Isa und wie so häufig brachte ihre Antwort große Erleichterung: Ich solle daran denken, dass es bei so einer Lesung nicht um mich ginge, sondern dass ich meinen Zuhörern etwas geben wolle und ich sollte mir überlegen, was das sei.

Ich überlegte und kam auf: eine kurzweilige Stunde, Gelegenheit zum Schmunzeln oder Lachen, wieder mehr Freude in der Familie, mehr Gelassenheit im Umgang mit den Kindern  ….

Schlagartig fühlte ich mich besser. Dieses Um-sich-selber-Kreisen bringt wirklich überhaupt nichts und ich bin Isa sehr dankbar, dass sie mich auf eine andere Umlaufbahn gebracht hat.

 

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Torhaus in Bottrops Stadtgarten – ein Stück Heimat.

 

Auf der Rückfahrt im Auto hörte ich von Münster-Nord bis Delmenhorst ein Hörbuch von Neale Donald Walsh. Und wieder die gleiche Botschaft: „Es geht in deinem Leben nicht um dich!“

Hoppla, wahrscheinlich war das die Stelle, an der ich geblitzt wurde.

Weder meine Freundin noch Walsh meinen damit aber, dass man sich aufopfern solle. Vielmehr geht es darum, das Wunder, das man selber ist, zu verströmen und in die Welt zu bringen, statt sich mit Selbstzweifeln zu blockieren.

Es geht hier nicht um dich. Du bist vollkommen, so wie du bist. Und jetzt raus damit aus den Ego-Umlaufbahnen! Was deine Zuhörer/ Kunden/ Schüler / Kollegen / Kinder … damit machen, hast du allerdings nicht in der Hand. Du machst einfach immer weiter dein Ding, gibst dein Bestes (nicht dein Äußerstes) und hast das schönste Leben.

Immer fröhlich den Blickwinkel verändern und sich verströmen.

Eure Uta

2 Kommentare

  • Mama chillt sagt:

    Du hast es wieder mal getroffen. Dein Text ist nicht nur gut, er macht nachdenklich und hallt nach. „Das Wunder, das man selber ist, zu verströmen.“ Wie schön.
    Viele Grüße, Christina
    PS: Wie viel darfst du denn bezahlen fürs Autobahn-Foto? 🙂

  • Mama im Stress ;) sagt:

    Das ist nicht das Wort zum Sonntag, sondern das Wort zum Frauentag — und Balsam für die Seele. Danke, Uta, das tut gut 🙂

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