10 aus 15 Fragen an ein Kind: Sophie 

 16/11/2017

Ich sende Müttern, Vätern, Kindern, Omas, Opas und anderen Experten in Sachen Kindheit 25 Fragen (bei Kindern 15), von denen sie 10 oder mehr Fragen auswählen, auf die sie antworten möchten.
Heute:

Sophie (neun Jahre alt) wohnt mit ihren Eltern, ihrer kleinen Schwester (sechs Jahre alt) und ihren zwei Katzen in der Nähe von Trier. Lieblingsfarbe: türkis; Lieblingstier: Delfin, Pferd, Katze, Kaninchen; Lieblingsschulfach: Sport, Mathe, Kunst; Lieblingsbeschäftigung: Nähen und Backen; Lieblingsessen: Spaghetti Carbonara

 
 
Liebe Sophie,
ich freue mich sehr, dass du als erstes Kind an meiner Interview-Reihe für Kindheits-Experten teilnimmst. Hier kommen meine Fragen:
 
Wie ist es, ein Kind zu sein? Bist du gerne Kind oder wärest du lieber schon erwachsen?
Ich bin gerne Kind. Man muss dann noch keine wichtigen Entscheidungen treffen und hat noch nicht so viel Verantwortung.
 
Welche Vorteile hat es – aus deiner Sicht – , erwachsen zu sein?
Man darf über sich selbst bestimmen, zum Beispiel wann man schlafen geht.
 
Möchtest du später einmal Familie haben?
Ja, ich möchte später eine Familie haben.
 
Wenn, ja: Wie sollte deine Familie aussehen? Möchtest du einmal heiraten? Wie viele Kinder möchtest du haben?
Ja, ich möchte mal heiraten und zwei Kinder haben, egal ob Mädchen oder Jungs.
 
Wie möchtest du wohnen? (Haus, Wohnung, Schiff, Wohnmobil, Stadt oder Land, am Meer, an einem Wald oder in den Bergen?)
Ich möchte in einem eigenen Haus auf dem Land wohnen. Mit einem sehr großen Garten.
 
Gehst du gerne zur Schule? Kannst du es in einer Schulnote ausdrücken (1 = sehr gerne, 6 = ich finde Schule furchtbar)?
1 – sehr gut
 
Was magst du an der Schule und was nicht?
Ich mag‘ die Lehrer. Die Toiletten mag ich nicht, die sind schmutzig, es gibt oft kein Papier und die Türen sind mit Sprüchen bekritzelt.
 
Wenn du die Direktorin eurer Schule wärest, was würdest du sofort verändern?
Ich würde die Toiletten renovieren.
Für den Englischunterricht würde ich festlegen, dass der Unterricht nicht ganz auf Englisch abläuft.
 
Sicher hast du Freundinnen und Freunde. Was macht aus deiner Sicht eine richtig gute Freundschaft aus? Wie sollte sie sein? Was ist dir wichtig?
Freunde sollten Verständnis für mich haben und nicht eifersüchtig sein, wenn ich mal mit anderen spiele.
 
Welchen Beruf möchtest du später einmal ergreifen?
Weiß ich noch nicht. Im Moment denke ich an meine Hobbies wie Reiten oder Nähen oder Backen.
 
Was kann dich richtig wütend machen?
Wenn die Parallelklasse gegen uns gewinnt und uns dann beleidigt.
Wenn meine kleine Schwester mich ärgert.
 
Kennst du einen Witz und magst du ihn für uns aufschreiben?
Lisa und Lena sitzen in der Schule nebeneinander. Sie schreiben ein Diktat. Am nächsten Tag bekommen sie das Diktat zurück und die Lehrerin fragt: „Lisa, warum hast Du die gleichen Fehler wie Lena?“ Lisa antwortet: „Weil wir die selbe Lehrerin haben.“
 
Wenn du Bundeskanzlerin von Deutschland wärest, was würdest du als erstes verändern?
Mehr Geld für die Schulen.
 
Hast du einen Tipp für uns Erwachsene? Was sollten wir anders machen in unserem Leben?
Beim Einkauf mehr auf „Fair-Trade“-Produkte achten.
 
Liebe Sophie, vielen Dank für deine Antworten und das schöne Bild vom Reiten! Danke auch dafür, dass du das Thema „schmutzige und renovierungsbedürftige Schul-Toiletten“ angesprochen hast. Schon vor Jahren, als mein Kronprinz in deinem Alter war, hat er die Schultoiletten gemieden und ist – mitunter in größter Bedrängnis – nach Hause gerast, weil er diesen Ort unter keinen Umständen aufsuchen wollte. Und in der Zeit, als unser afghanisches Gastkind Sadia in die Vorschule ging, sah sich der Rektor der Grundschule genötigt, in der Aula eine eklige Rede zur Lage der schulischen Toiletten zu halten.
Wie kann es sein, dass man dieses Problem in unserem Land nicht in den Griff bekommt?
Gibt es jemanden, dessen Kinder eine Schule besuchen, in der das Örtchen nicht nur still, sondern auch sauber und in gutem Zustand ist?
Wenn ja, gibt es Ideen und Konzepte, wie ein Schul-Team das erreichen kann?
Immer fröhlich mir zu dem Thema schreiben!
Eure Uta

  • Leider leider auch an der Grundschule meiner Kinder ein Dauerbrenner – ekelige Toiletten. Mittlerweile wird notiert wer wann auf der Toilette war und Toilettenpapier nur auf verlangen ausgegeben- eine Zumutung. Meine Kinder gehen quasi nur zu Hause. Woran das wohl liegt, dass im ganzen Land alle Schultoiletten ekelig sind?

  • Die Grundschule unserer Kinder ist nach einer kompletten Sanierung 2009 neu eröffnet worden. Die Klos sehen eigentlich ganz okay aus, aber nur oberflächlich. Es ist wirklich Kinder, die es lustig finden, die Hausschuhe Mützen oder Handschuhe der Mitschüler im Klo runterzuspülen oder so viel Klopapier benutzten, dass die Jungs-Klos regelmäßig verstopft sind. Die Jungs, die groß müssen, machen dann in die urinale. Dass das für die, die danach aufs Klo gehen eine Zumutung ist… egal! 🙁
    Auch das Danebenpinkeln scheint eine Art Mutprobe zu sein, selbst die Mädels schaffen es, die Kabinen komplett einzusauen. Es gibt klare Kloregeln, aber es halten sich einige nicht daran. Das hat dazu geführt, dass die Kinder nicht mehr während der großen Pause allein aufs Klo dürfen. Es gab sich noch andere Reglementierungen, aber die gab ich vergessen- meine Kinder verkneifen es sich, in der Schule zu müssen….
    Interessant ist, dass die Zustände schlimmer werden, je höher die Klassenstufe der Kinder, die die Klos benutzen.
    An einer unserer weiterführenden Schulen hat die Schülervertretung ernsthaft erwogen, eine Klofrau auf 450€ Basis einzustellen.
    Ich hab mir von befreundeten Lehrkräften aber sagen lassen, dass die Zustände auf den Lehrertoiletten ähnlich eklig seien. Sanierungsstau.?
    Viele Grüße steffifee

  • Wenn man sich die öffentlichen Toiletten auf Raststätten ansieht, denke ich das ist kein Problem, was auf Schultoiletten beschränkt ist. Vielleicht sollte man die Schultoiletten auch an Sanifair verkaufen?

  • Ich sehe folgende Probleme:
    – Kinder, die sich nicht hinsetzen (es gibt ausreichend Jungs, die das auch zuhause nicht müssen, oder die erst recht stehen, wenn es nicht sanktioniert wird + es gibt genug Mädchen, denen eingetrichtert wird, dass sie sich nicht auf fremde Toiletten setzen sollen)
    – schlechtes/zu dünnes/hartes Klopapier wird gerne um die Hand gewickelt und verstopft dann die Toiletten
    – keine Zeit, daher keine Lust, die Toilette sauber zu verlassen (nochmal putzen/spülen)
    Ich sehe das auch als allgemeines Problem bei Gemeinschafts-Toiletten und finde nicht, dass man die Verantwortung den Eltern/Kindern in die Schuhe schieben sollte. Meiner Meinung nach ist die beste Möglichkeit auch längerfristig saubere Toiletten an Schulen zu haben:
    – eine Reinigungskraft, die zwischen den Pausen sauber macht
    Gleichzeitig müssen die Zustände bei den Schülern thematisiert werden. Im positiven Sinne:
    – was kann jeder einzelne
    – was hat jeder davon (Hygiene/Gesundheit/Wohlbefinden)
    Aber es ist selbst auf der Arbeit Thema, obwohl da nicht alle hektisch zur gleichen Uhrzeit aufs Klo müssen und jeder Erwachsene theoretisch Verantwortung für seine Spuren übernehmen können sollte.
    Ich bin für Sanifair 🙂

  • Ich kenne das aus meiner eigenen Schulzeit mit den versifften Toiletten. Ich hab es mir in der Schule auch weitgehend verkniffen und habs zu Hause manchmal nur grade so geschafft (Klassische Konditionierung: Sobald ich den Schlüssel im Schloss umdrehe beim Nachhausekommen, muss ich aufs Klo).
    In der hiesigen Grundschule wurde der gesamte Toilettentrakt abgerissen und neu gebaut. Soweit ich das mitbekomme, sind die Toiletten okay. Auch Töchterchen hat sich bisher nicht beschwert, sie ist Klasse 5 an einem Gymnasium, das vor einigen Jahren komplett saniert wurde.
    Ich denke auch, dass Gespräche in der Schule durchaus was bringen können. Und ganz schlimme „Verschmutzer“ sollten die Toiletten einfach mal selbst putzen müssen (wobei sich da manche Eltern aber vermutlich sperren würden). Ist ja auch eine Zumutung für die Reinigungskräfte.
    LG von TAC

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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