Ein Mama-Start-Up 

 09/04/2018

Eine junge Mutter lässt stylische Windeltaschen in einer Behindertenwerkstatt nähen.

Mein Beitrag heute hat nichts mit Erziehung zu tun, aber damit, jungen Eltern das Leben zu erleichtern und zu verschönern. Und somit ist das Thema hier genau richtig.
Mir ist vor einiger Zeit Bettina Ostermayer begegnet, eine junge Hamburgerin, eigentlich Zahnärztin, die etwa ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter eine Wickeltaschen-Firma gegründet hat. Und das kam so: Sie hatte sich für einen Ausflug mit Mann und Kind bereit gelegt, was sie dafür Schickes anziehen wollte. Fertig gestylt, griff sie nach einer handelsüblichen Wickeltasche, schaute noch einmal in den Spiegel und dachte: „Mit so einem wattierten Ungetüm über der Schulter, kann ich gleich im Jogginganzug gehen.“
Noch bevor sie selbst Mutter wurde, war sie mit einer Freundin nach Paris gereist, um zu gucken, ob die Französinnen Taschen haben, die nicht nach Camping-Ausrüstung oder Krankenhaustasche aussehen, aber in denen auf elegante Weise Windeln, Feuchttücher und Fläschchen ihren Platz finden. Doch Fehlanzeige! „Die Reise“, schreibt Bettina auf ihrer Webpage, „war trotzdem schön.“
Wieder zu Hause entwarf  und nähte sie einen Einsatz, der jede etwa Din-A4-große Umhängetasche, jeden Rucksack oder Laptoptasche in eine mobile Wickel-Station verwandelt. Wenn Bettina nun statt dem Beutel vom Vortag das geliebte Designer-Stück schultern will, braucht sie nur einen Handgriff, um die Tasche zur Wickeltasche umzurüsten, ohne dass irgendjemand dem Leder-„Shopper“ ansieht, was er alles für einen hygienischen Großeinsatz bereit hält. Und sollte ihr Mann allein mit dem Kind unterwegs sein, muss er sich nicht mit Rosa oder Penaten-Blau behängen, um das Nötigste griffbereit zu haben.
Von einer Schnitt-Direktrice ließ Bettina ihren Entwurf überarbeiten und fand bei einer deutschen Firma, die auch Markisen-Stoffe herstellt, ein robustes Material für ihren Tascheneinsatz. Er ist wasserdicht, frei von Schadstoffen und lässt sich bei 30 Grad in der Waschmaschine waschen. Neben zahlreichen Fächern unterschiedlicher Größe gibt es auch ein Fach, in dem im Notfall eine benutzte Windel verschwindet, ohne dass man es riecht.
Genäht werden die Tascheneinsätze in einer Werkstatt für behinderte Menschen vor den Toren Hamburgs. Per Post kommen sie zu Bettina nach Hause, wo sie sie mit der Hilfe von Klein-Carla ;-))) verpackt und an Kundinnen weiter verschickt.

„Mir geht es darum“, sagt die Jung-Unternehmerin, „die Schwangere oder die junge Mama aus dem Gefühl herauszuholen, sie sei nicht mehr schön oder anziehend nach all den grundlegenden Veränderungen ihres Körpers und ihrer Lebenssituation. Denn eigentlich ist das vorbei mit der Attraktivität, wenn du schwanger bist. Du hast nicht mehr so schöne Sachen zum Anziehen. Du kannst dich entscheiden zwischen H&M und C&A und das ist meistens Jeans und T-Shirt. Aber diese Hoch-Zeit, die eine Frau in der Phase erlebt, weil sie sich so attraktiv und sexy fühlt und ihren Körper neu erfährt, die geht unter. Und da sollen meine Produkte helfen, die Frau und die Familie zu stärken. Denn wenn das Kind auf der Welt ist und die Frau sich nicht wohl fühlt, dann geht das auf die Beziehung, dann fühlt sich das Kind nicht wohl, der Mann nicht wohl … Es geht auch darum, dass sie weiterhin Frau ist und nicht nur Mutter. Und die Taschen machen in meinem Online-Shop den Anfang, denn zu einem coolen Outfit gehört auch eine coole Tasche.“

Liebe Leserinnen und Leser, ihr wisst, dass ich auf meinem Blog sonst keine Produkte vorstelle. Bettinas Start-Up macht hier eine Ausnahme, weil es mich so beeindruckt hat. Und so habe ich sie angesprochen und gefragt, ob ich ihre schöne Idee nicht auf meinem Blog vorstellen darf. Ich mag es, dass sie aus einer Alltags-Idee ein kleines Unternehmen gegründet hat, dass sie anderen Mamas helfen möchte, sich wohl zu fühlen, dass sie auch in der Spielplatz-Phase und in der Zeit der Spuck-Flecken auf dem Kaschmir-Pullover nicht nachlässt in ihrer Mode-Begeisterung und dass sie den Tascheneinsatz in einer Werkstatt für behinderte Menschen nähen lässt.
Ihr seht rechts in der Sidebar ihren „Lilibell“-Button. Über den Button kommt ihr auf Bettinas Seite, wo ihr Produkt-Beschreibungen und Preise findet. Wenn ihr über die Katzenklo-Seite einen Wickeltaschen-Einsatz bestellt, gewährt euch Bettina einen Rabatt von fünf Prozent und gleichzeitig unterstützt ihr meinen Blog. Danke! (Der 5 % Gutscheincode ist „Uta“.)
Immer fröhlich Schwangerschaft und Mama-Sein genießen!
Eure Uta

  • Schade dass es ihn nicht vor 1.5 Jahren bereits gab. So musste ich genau das Teil, die Tote Savvy der amerikanischen Firma Life in Play bestellen. Schön dass es sie jetzt auch hier gibt
    LG
    Maja

  • Sehr nett… ich habe mir „damals“ auch so was genäht, aber weniger aus Gründen der Schönheit, sondern einfach, weil es praktisch ist. Ist auch stets ein schönes Geschenk zur Geburt. Man findet kostenlose Schnitte auf Pinterest und mit etwas Geduld und Geschick, kann man sich ein ähnliches Modell selbst fertigen. Sogar mit Schnullerfach 😉 und Reinstecklasche für das obligatorische Arnica-D6-Fläschchen…
    Liebe Grüße
    die SteffiFee

  • Liebe Uta,
    die korrekte Bezeichnung für „Behindertenwerkstatt“ ist Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Dies zur Info für Dich. Vielleicht magst Du das ändern im Artikel?
    Herzliche Grüße
    Simone

  • Liebe Uta,
    auf meinem Smartphone wird der Kooperationsbutton leider nicht angezeigt und an den Rechner gehe ich so gut wie nie. (Baby auf dem Arm – Smartphone-Heavyuser)
    LG
    Marika

    • Liebe Marika, auf dem Smartphone findest du den Button, wenn du weit nach unten scrollst. Ich habe die Seite jetzt aber auch noch mal im Text (Bettinas Seite) verlinkt. Danke für deinen Hinweis! Liebe Grüße, Uta

  • Ehrlich gesagt verstehe ich auch bei Kind Nummer 3 noch nicht, wofür man eine Wickeltasche braucht. Bei mir hat das immer alles in die Tasche gepasst.
    Und von diesem Mama-Style-Ding bin ich auch ziemlich müde. Zu keinem Zeitpunkt der Weltgeschichte haben Mütter sich derartig um sich selbst und ihre Bedürfnisse gedreht wie aktuell hierzulande…
    Natürlich darf jede/r sich kleiden und ausstaffieren, wie er/sie, aber ich sehe es einfach als findige Geschäftsidee – schön für die Dame, irrelevant für mich.

    • Hallo Marie,
      etwas ähnliches habe ich auch gedacht. Ich war ja schon froh, wenn ich mal ohne Milchflecken (vulgo: Kinderkotze) auf der Schulter losziehen konnte. Da kam es auf die Schönheit der Kind-und-Kegeltasche wahrlich nicht an. Aber wenn ich mal den Rucksack statt der Tasche genommen habe, damit auch noch Wechselwäsche für mich oder die Geschwister reinpassen oder das Sandelzeug, dann war so ein Wickeltascheneinsatz für die normale Tasche schon praktisch, weil ich mit einem Griff alles dabei hatte.
      Und dass man auch in Paris solch schickeren Kind-und-Kegeltaschen für Madame Maman nicht findet, mag vielleicht daran liegen, dass die Kinder in Frankreich ja bereits sehr jung in der école maternelle betreut werden.
      Das war jetzt ein wenig bissig. Verzeihung. 😉

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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