Glückliche Familie Nr. 61: auf dem Zahnfleisch 

 12/07/2012

Hier kommen meine „Schöne-Momente-Souvenirs“. Sie reisen im Kopf mit nach Hause.

Es tut wohl, sie aufzuschreiben, denn die glückliche Familie geht gerade auf dem Zahnfleisch. Wir sind die Batterie-Haltung nun leid. Nie gibt es in Hotelbadezimmern genügend Haken oder Stangen, um Handtücher aufzuhängen. Immer sind alle Handtücher weiß und ich bin mir nie sicher, wer meines gerade wofür auch immer benutzt hat. (Okay, das ist ein Luxusproblem, weiter …)

Meine „Number one und only“ zerbricht sich den Kopf, weil wir mit unserem Mietauto beim Ausparken mit Tempo 2 km/h das Mietauto eines Polen angedetscht haben. Wir haben keinen Schaden, weil wir einen Van fahren, und der hat eine sehr robuste Stoßstange. Nur telefoniert jetzt eine Frau von der Autovermietung des Polen (der und seine Freundin waren so nett, dass sie in die „Schöne-Momente-Souvenirs“ kommen) meinem Mann hinterher und der findet diese Momente nicht so schön. Die Frau will unbedingt eine Schadensnummer von uns, obwohl wir gar keinen Schaden haben. „It was more a contact than an accident“, hat mein Mann ihr in seinem schönsten Englisch erklärt. Aber statt sich an seinem schönen Englisch zu freuen, hat sie weiter genervt. Jetzt wissen wir, wer hier wirklich einen Schaden hat.

Wir werden unsere Stoßstange mit der Body-Lotion aus dem Hotelbadezimmer einreiben (oder soll ich lieber den Conditioner nehmen?). Dann wird auch dem letzten Mitarbeiter von der Autovermietung am Flughafen klar, dass es nur ein „lovely contact“ war, wenn wir alle im Glanz unserer Stoßstange beisammen stehen und darauf trinken, dass wir ein so nettes Polen-Pärchen kennen gelernt haben.

Ja, ich komme bald zu den schönen Momenten, muss aber noch Prinzessin (11) erwähnen, die ein Thunfisch-Sandwich nicht vertragen hat und vergangene Nacht unschöne Momente auf und über der Badezimmertoilette hatte. Es geht ihr jetzt (14:45 Uhr Ortszeit) besser. Sie schläft und hat die Salzcracker bisher im Magen behalten, die ihr der Bruder bei cvs-pharmacy (toller Laden, da kann er „Pringels“ kaufen und sie mit Kleingeld an einem Automaten bezahlen) besorgt hat.
Sie hat jetzt auch wieder Farbe im Gesicht und wir mussten schon sehr darüber lachen, dass sie auf lange Zeit die einzige im gesamten Familien- und Bekanntenkreis sein wird, die sich in Los Angeles in einem Fahrstuhl übergeben hat.

Aber jetzt kommen in Text und Bild unsere schönsten Momente:

  • Auf dem spektakulären Highway No 1 von San Francisco nach Santa Barbara haben wir an einer Ausbuchtung angehalten, um die Aussicht über die Klippen zu genießen. In dem Moment kam ein Jogger den Berg hoch gelaufen. Es war der 4. Juli, der amerikanische Unabhängigkeitstag, und der Mann lief mit einer Stars-and-Stripes-Fahne in der linken Hand. „Could you take a photo?“ fragte er keuchend meinen Mann und hielt ihm sein Smartphone hin. Schließlich übernahm unser Sohn und Fotograf den Job. Der Mann lief wieder ein Stück zurück, sprang auf die Klippenmauer und rannte darauf an Kronprinz vorbei. Das Foto war super: voller Dramatik und Patriotismus. „Your son is a genius!“ rief er begeistert und joggte weiter den Berg hoch. Leider habe ich davon kein Foto. Es ging alles so schnell und ich war wie paralysiert von der überschäumenden Begeisterung, mit der dieser Mann die Anstrengung genoss.
  • An einem Abend in Santa Barbara haben wir auf der Straße eine tolle Percussion-Gruppe erlebt. Es waren neun oder zehn junge und ein älterer Mann, die einer kleinen Traube von Passanten großen Spaß bereitet haben. Sie trommelten auf Eimern und Blechbüchsen und führten nebenher mit ihren Schlagstöcken ein Tänzchen auf. So eine gute Stimmung! Nachher erfuhren wir, dass es ein Percussion-Lehrer und seine ehemaligen Schüler waren. 
Faszination Schieflage in San Francisco,
Faszination Natur im Yosemite-Nationalpark
Faszination Wasser und Geschwindigkeit                                                                                                 Foto: Kronprinz
Faszination Urlaubsbart
Faszination Gleitflug (brauner California-Pelikan)

Immer schön fröhlich bleiben
Uta
  • Kleiner Tipp für das Handtuchproblem: bunte Wäscheklammern! Sie kennzeichnen Tücher ect. eindeutig, brauchen kaum Platz und sind im nächsten Hotel wiederverwertbar (und halten zur Not auch das T-Shirt aufgespannt zwischen den Vorhängen, wenn keine Wäscheleine da ist). Habe ich auf jeder Reise dabei…

    LG, Julia

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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