…statt der erschöpfenden Suche nach einem tieferen Bedürfnis
Es ist eine gängige Empfehlung, sich bei einem ungewöhnlichen oder störenden Verhalten eines Kindes zu fragen, welches tiefere Bedürfnis dahinter stecken mag.
Gibt es Probleme in der Schule? Setzt ihm der Streit neulich zwischen uns Eltern zu? Was mag es nur belasten?
Der Ansatz ist sinnvoll. Er wird häufig helfen. Mehr Liebe geht nicht.
Aber manchmal ist der Anspruch einfach zu hoch. Manchmal kann ich es als Mama nicht leisten, in dieser fast therapeutischen Weise meine Kinder verstehen zu wollen. Gerade wenn ich mehrere Kinder habe.
Unter pädagogisch belesenen Eltern ist es fast schon verpönt zu sagen: „Ach, es will einfach nur mehr Aufmerksamkeit.“ Dabei muss ich denken, dass der Satz oft stimmt und dass nichts falsch daran ist, mehr Aufmerksamkeit zu wollen. Wir alle mögen es, wenn jemand aufmerkt, weil wir da sind.
Vielleicht steckt gar nicht viel mehr dahinter. Und vielleicht kann ich häufiger inne halten, kann wie beim Stopp-Tanz meine Geschäftigkeit einfrieren und aufmerken:
„Das ist mein Kind.“
Dann Dankbarkeit und Liebes-WLAN von Mensch zu Mensch.
Immer fröhlich hier auch mal kurze Texte lesen,
eure Uta

Foto: Andrea Piacquadio from Pexels, thanks!

  • Liebe Uta,
    ja auch mir ist das letzens in der Spielplatz-Runde aufgefallen, das Mütter scheinbar immer mehr psychologisieren und die „tieferen Beweggründe“ für das Verhalten ihrer Kinder suchen. Dabei gehen sie davon aus, dass die Kinder kleine Erwachsene sind. Das sind sie nicht. Kinder handeln viel öfter impulsiv, haben auch mal einen anstrengenden Tag, die Selbstkontrolle ist erschöpft. Ist es da immer wichtig zu wissen, warum? Ich denke, wichtiger ist es, wie wir reagieren. Liebevoll. Den Kindern Geborgenheit schenken. Auch mal klar ansagen, wenn sie über die Strenge schlagen. Bei den ganzen Erziehungsratgebern, die es heutzutage gibt, dürfen wir nicht vergessen, dass wir keine Psychologen sind, sondern Eltern. Liebe Grüße von Anke ?

    • Liebe Anke, deine Frage „Ist es da immer wichtig zu wissen, warum?“ finde ich sehr wichtig. Und ja, wir sind sehr in der Gefahr, Erwachsenen-Denke auf die Kinder zu übertragen. Danke für deinen Beitrag! LG Uta

  • Liebe Uta,
    das finde ich auch einen ganz wichtigen Gedanken: Klar ist es oft das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit? Warum auch nicht? Bloß weil das bei uns so negativ besetzt ist, dieses „um-Aufmerksamkeit-heischen“ heißt das doch nicht, dass das was Schlimmes ist oder, oweia, noch was Tieferes dahinter liegen muss. Manchmal will ich, mein Kind, mein Mann, die Bäckereiverkäuferin „nur“ Aufmerksamkeit.
    Das darf sein 🙂 Und ich darf dieses Bedürfnis erfüllen oder eben auch nicht … vielleicht weil ich selbst mal Aufmerksamkeit brauche? 🙂

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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