Familienpolitik

Einfacher leben in einem Clan

Was für Menschenkinder „artgerecht“ ist. Als ich in der vergangenen Nacht auf den ersten Anruf des Kronprinzen aus Kanada wartete, erlaubte ich mir, den Brief zu lesen, den unsere Nachbarin ihm zum Abschied geschrieben hat. Wir können uns noch sehr gut daran erinnern, als du vor fünfzehn Jahren mit deinem Bobby Car vor unsere Haustür gerollt kamst. Du hast uns mit den Worten begrüßt: Jetzt sind wir so oft umgezogen, jetzt bleiben…

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Glückliche Familie Nr. 237: Betreuung, wirklich ganztags?

„Hast du das gelesen?“ Der Soßenkönig schob mir dieser Tage die Zeitung über den Tisch. „Schon drei von vier Grundschülern in der Ganztagsbetreuung“, lautete eine Überschrift. Was dort als Erfolg für Hamburg gefeiert wurde, deprimierte uns beide. Als Grundschüler schon den ganzen Tag in der Schule?Klar, das ist in manchen Fällen besser als allein oder verwahrlost zu Hause, besser als allein vor dem Fernseher oder Computer.Aber als Kind in dem…

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Glückliche Familie Nr. 169: Familienpolitische Ereiferung

Die Bundestagswahl rückt näher und ich wollte mich schlau machen über die familienpolitischen Vorsätze der einzelnen Parteien. Ja, wollte ich … wirklich. Dann bin ich aber hängen geblieben bei einem Interview mit der Soziologin Jutta Allmendinger, die sagt, dass wir Lebenszeitkonten brauchen für Erwerbsarbeit.Wenn jeder so ein Konto hat, dann darf er in Phasen mit kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen gar nicht oder wenig Erwerbsarbeit leisten. Und wenn man später Halbwüchsige…

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Glückliche Familie Nr. 100: Verlosung

Zur Feier des 100. Posts möchte ich heute zwei Büchlein verschenken. Und zwar zwei Exemplare einer neuen Veröffentlichung von Jesper Juul.  Weinheim und Basel 2012 Es hat nur 38 Seiten und ich habe es gestern in einem Rutsch gelesen, als ich beim Hautarzt auf den Kronprinz (15) wartete. Für mich ist Juul der Dalai Lama der Pädagogik. Mir gefällt, dass er nicht zündelt zwischen den Müttern mit den verschiedenen Lebensmodellen.Mir…

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Glückliche Familie Nr. 97: Altruismus in Netzstrumpfhosen

Die Grünen in Hamburg fordern, den künftigen Rechtsanspruch für Einjährige auf einen Kita-Platz (gilt von August 2013 an) von fünf auf acht Stunden auszuweiten. (Hamburger Abendblatt vom 5.11.2012) * Beim Spazierengehen am Wochenende trafen mein Mann und ich Freunde mit ihrer eineinhalbjährigen Tochter. „Ich bin ja weiterhin zu Hause“, raunte Carolin mir zu, „aber damit bin ich in meinen Mütterkreisen so ziemlich die einzige.“ – „Wenn es schön ist für…

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Glückliche Familie Nr. 69: Die Vereinbarkeits-Lüge

Gestern las ich in der Zeitung einen Artikel über eine Frau, die zusammen mit ihrem Mann eine Immobilienfirma besitzt. Beide sind voll berufstätig. Er kümmert sich um „Strategie und Marketing“, sie um das „operative Geschäft“. Das Paar lebt mit seinen drei Söhnen vor den Toren Hamburgs. Die beiden Jüngsten, Zwillinge, reiten gerne und tun dies auf dem hauseigenen Parcours. Als die Kinder ganz klein waren, beschäftigte die Familie ein Au-Pair-Mädchen…

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Glückliche Familie Nr. 54: Die Kita-Frage

Neulich haben Prinzessin (11) und ihre Freundin Toni einen Vormittag in ihrer alten Kita verbracht. In der Schule war „Sozialer Tag“ und sie durften in den Kindergarten, um dort zu helfen und für ein soziales Projekt ein bisschen Geld zu verdienen. Als die beiden mittags zurück kamen, waren sie – nennen wir es – irritiert. Sie waren in unterschiedlichen Gruppen und hatten beide eine ähnliche Erfahrung gemacht. Toni fand einen…

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Glückliche Familie Nr. 51: Betreuungsgeld für Indianer

Ich suche ja immer nach den Dingen, die uns glücklich machen. Was mich sehr glücklich macht, ist einmal in der Woche abends zum Stepptanzen zu gehen. „Riverdance“ im Vorort bei Astrid, die unten im Keller ihres Hauses ein privates Tanzstudio betreibt und oben vier Kinder groß zieht. Das Tanzen ist schön. Fast genauso schön ist es, dass wir danach zusammen sitzen und Fruchtgummi-Herzen essen oder die leckeren Balsamico-Chips, die Brigitte…

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Glückliche Familie Nr. 39: Keine Rabenmutter weit und breit

Friseurin schneidet Kundin die Haare. Friseurin ist selbständig mit eigenem Salon und drei Mitarbeiterinnen. Kundin arbeitet hauptberuflich in der Familie. Friseurin hat eine kleine Tochter, gerade 1 Jahr alt, die seit neustem von 9 bis 17 Uhr in einer Kita betreut wird. Kundin hat mit Freude ihren Beruf als Zeitschriftenredakteurin aufgegeben, als das erste Kind kam. Sie hat einen Sohn und eine Tochter, die noch nie einen Hort von innen…

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Glückliche Familie Nr. 37: Mütterlichkeit leben

Heute muss ich politisch werden. Das Thema „Frauenquote“ springt mir aus allen Medien entgegen. Ich zappe durch die Talkshows, überfliege die Artikel und denke: „Mädels, ist das wirklich unser Thema?“ Ich sehe bei Spiegel-Online all die Überschriften („Frauen in Vorständen“, „Frauen im Management“, „Frauendiskussion in der Union“) und möchte dick drunter schreiben: „Thema verfehlt.“ Brauchen wir Frauen diesen Dirigismus? Sind wir nicht mächtig genug, die Dinge zu erreichen, die wir…

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