Von Entschiedenheit bei der Pflanzung und plötzlicher Trauer 

 16/06/2026

Warum eine lange Tafel unbedingt in unseren neuen Garten gehört

Die Stauden für mein Beet „Think pink“ stehen bereit. Ich habe sie in ihren Töpfen so auf der Erde platziert, wie ich sie eingraben möchte. Trotzdem tut sich seit zwei Wochen gar nichts. Ich streiche unentschlossen um das Beet herum, schneide lieber eine Buchskugel im alten Garten oder feile mir die Fingernägel.

Sich fest zu legen, ist manchmal schwer, im Garten wie im Leben. Was ist, wenn ich die falsche Entscheidung treffe? Wenn die Scheinaster an der Stelle einfach zu groß wird? Geplant war, die Kolkwitzie „aufzuasten“, also einen Kranz von unteren Zweigen im nächsten Frühjahr weg zu nehmen und noch mehr in weiteren Jahren, damit sie kein Busch, sondern ein Baum wird. Das aber schreit nach einer Einzelstellung. Wenn die Scheinaster ihre volle Größe entfaltet, stehen sie und die Kolkwitzie direkt neben einander, die eine als Bäumchen, die andere als Busch. Ein bisschen wie „Dick und Doof“, nur mit Blättern. 

Sollte ich das „Aufasten“ lassen? Dann bleibt die Kolkwitzie ein Strauch und wir haben ein Ensemble aus zwei Büschen. Nicht übel. Aber bekommt dann die Ramblerrose dahinter genug Sonne?

Links die Kolkwitzie, rechts der erste Teil der versetzten Buchsbaumhecke, hinten am Baum die Ramblerrose und mitten dazwischen in dem kleinen Topf die Scheinaster. Lasst euch von ihrer unscheinbaren Jugend nicht täuschen. Sie wird 1,80 Meter groß und bis in den Oktober hinein violett blühen.

„Die Probleme dieser Frau möchte ich haben“, werdet ihr denken. Und ihr habt natürlich Recht. Ich werde die Scheinaster heute einfach einsetzen und sehen, was passiert. Ehe sie Schatten werfen kann, wird es vielleicht noch ein oder zwei Jahre dauern. Und bis dahin hat die Ramblerrose den Aufstieg in den Baum geschafft.

Und was tue ich, wenn ich nicht über die richtige Platzierung nachdenke? Ich habe den Giersch unter dem großen Apfelbaum, den wir mit der Wildnis dazu bekommen haben, ausgegraben und rund um den Stamm Storchschnabel gesetzt. 

Blick vom Beet "Think pink" mit dem neuen Zaun im Rücken in den anderen Teil der Wildnis. Der Giersch rund um den Baum, der beim Fräsen des Boden ausgespart worden war und den ich Wurzel für Wurzel ausgegraben habe, wächst dafür nun auf der ganzen Fläche wieder

Schockierende Nachricht

Bis hierhin hatte ich geschrieben, als uns gestern Abend eine schockierende Nachricht erreichte. Die Schwester unserer Nachbarin ist nach kurzer schwerer Krankheit plötzlich verstorben. Silke war immer dabei, wenn unsere Nachbarn etwas zu feiern hatten. Sie hat mit ihrer Nichte, ihrem Neffen und mit unseren Kindern Ausflüge unternommen. Und alle paar Tage parkte sie ihr altes Auto unten an der Straße, kam die Auffahrt hoch und holte den Nachbarhund ab, um ihn Gassi zu führen. Das war immer eine Gelegenheit für einen netten "Klönschnack", wie man im Norden sagt. Aus dem Bullerbü-Leben mit unseren Nachbarn im Doppelhaus war Silke einfach nicht wegzudenken. 

Ich bin überzeugt, es würde ihr gefallen, wenn wir den erweiterten Garten auch als Treffpunkt nutzen würden: Für die Bullerbü-Kinder, die hier aufgewachsen sind, und alle alten und neuen Nachbarn, die an einer großen Tafel Platz finden. 

Eure heute sehr traurige Uta 

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Uta


Ich arbeite als Buchautorin, Journalistin, Bloggerin und Coach. Die Themen, über die ich am liebsten schreibe, sind das Gärtnern, das Familien-Glück und die persönliche Weiterentwicklung.

„Wie gelingt das Leben?“ Das erforsche ich fröhlich im Selbstversuch und ganz praktisch in unserem neuen Projekt ‚Von der Wildnis zum Traum-Garten‘, von dem ich regelmäßig hier berichte.

Deine, Uta

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