Über den roten Faden in unserer Ehe und Trittsteine für das große Beet
Mein Leserin Anke meinte, sie fände den Namen „Kettensägenmann“ für meinen Mann zu martialisch. Sie hätte ihn ja bei einem Besuch kennen gelernt und sehr nett gefunden und ob ich für ihn nicht ein anderes Synonym finden könnte.
Ich habe länger darüber nachgedacht. Auf meinem alten Blog hieß er noch „Saucen-König“, weil er ganz hervorragende Saucen kocht, während ich in der Küche der Typ „Mehlschwitze“ bin. Im Garten kümmert er sich vor allem um den Rasen, siebt den Kompost, beschneidet die Obstgehölze, rodet Bäume und spaltet Holz. Jetzt fällt mir ein, dass er ein kariertes Holzfäller-Hemd trug, als ich mich in ihn verliebte.
Seht ihr den roten Faden in dieser Ehe?
Holz, Kraft, schweres Gerät, Rinde im Haar und blutige Kratzer an den Armen - dass der Mann an meiner Seite gerade eine Wildnis bezwungen hat und nach Feierabend in der Schnittschutzhose wie ein staubiger Cowboy in das Haus zurückkehrt, gibt unserer Beziehung eine neue, erfrischende Note, eine Sägemehl-Note sozusagen.
Hier seht ihr, welche Veränderung er auf den Weg gebracht hat.
Vorher:

Heute:

Aber in welchem Namen könnte die Arbeit, die er in unserem Projekt leistet, einen Ausdruck finden? Baumkönig, Herr der Wildnis, Meister Zeder? Oder eher auf Englisch: Senior Green Consultant? Chief Executive Gardener?
Liebe Anke, du siehst mich ratlos. „Mein Mann“ könnte ich schlicht schreiben oder seinen Vornamen. Aber wenn er hüfthoch in einem Wurzelloch steht, der Stamm der alten Eibe wie ein zerlegtes Wild daneben liegt und der Hund vor Aufregung bellt, weil Herrchen den letzten Strang tief in der Erde durchtrennt hat, dann darf ich ihn doch weiter Kettensägenmann nennen, oder?
Historische Steine
Ansonsten waren wir ein paar Tage verreist und ich habe mich nach meiner Rückkehr gewundert, dass es in meinem Beet „Think pink“ noch so dürftig aussieht. Wird der Sonnenhut erst im nächsten Jahr blühen? Und wie will die Akelei "Petticoat Pink" mit ihren zarten Keimlingen über den Winter kommen?
Bei dem großen Beet ist wirklich Geduld gefragt. Gestern war ich im Bauhof, um ein paar Natursteinplatten als Trittsteine für die große Fläche zu holen. Aber es gab nur sehr künstlich aussehende Platten. Morgen werde ich mich auf den Weg zu einer Firma machen, die auf Natursteine spezialisiert ist. Leon, ein junger Mann mit Panzerketten am Handgelenk, ist inzwischen zu meinem Lieblingsmitarbeiter im Bauhof aufgestiegen. Er hat mir - unter der rasselnden Hand - den Tipp mit dem Natursteinhandel gegeben. Auf deren Website gibt es auch eine Kategorie „Historisches Material“. Ich sehe mich schon, warmrote Ziegel von einem alten Bauernhof in der Lüneburger Heide in den Kofferraum heben, oder ich komme morgen mit Platten aus der Wikinger-Zeit nach Hause.
Endlich wieder ein Plan
Mein Senior Green Consultant ist übrigens auch mein Blog-Consultant. Er riet mir, mal wieder einen Gartenplan zu zeigen, damit ihr euch gedanklich nicht verlauft zwischen Sukkulenten, versetzten Annabel-Hortensien, neuen Rasenkanten und Funden aus der Wikingerzeit.

Das braune Häuschen symbolisiert unser Gartenhaus. Das Teehaus, von dem ich im Beitrag davor träumte, soll dort stehen, wo jetzt noch die Bank geparkt ist. Die Bank wiederum wird einen verwunschenen Platz irgendwo links unten zwischen Bäumen und Büschen finden. Der zarte Halbkreis unter dem Wort "Wildnis" soll die Rasenkante unter dem Apfelbaum darstellen. Der Baum fand wegen der Beschriftung keinen Platz. In der Mitte oben seht ihr unsere beiden Mammutbäume, links daneben das Beet "Think Pink". Der digitale Radierer im "Canva"-Programm, mit dem ich meine Zeichnungen bearbeite, hat nicht richtig funktioniert, deshalb ist die Buchsbaumhecke an ihrem oberen Rand so verschwommen. Aber das trifft es ganz gut. Denn nach und nach wird sie ganz verschwinden oder versetzt werden. Das grüne Gewusel links am Rand und links unten steht für den Rest der Wildnis aus altem Mirabellenbaum und verschiedenen Sträuchern. Vielleicht lassen wir es so wild. Sonst könnte der Garten auch zu formal werden.
Immer fröhlich bleiben und sich den Kettensägenmann nicht allzu martialisch vorstellen,
Eure Uta
PS: Das Titelbild zeigt den Blick vom neuen Garten in Richtung Haus.
Die Kräuterschilder hat Patrizia gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! Ich gebe das Päckchen heute in die Post.



Würde als neuen Namen Rasen-Cowboy vorschlagen
😂