Abschied vom Buchs und ein Willkommen für alle Wichtel 

 04/08/2026

Wie wir mit dem Versetzen von Pflanzen und Platten experimentieren

Im alten Garten gibt es zwei Stellen, an denen eine Pflanze mitten auf einer Sichtachse steht. In einem Fall ist es eine Buchskugel. Sie versperrt den Blick vom Esszimmertisch, an dem ich immer schreibe, auf eine kleine, pinkfarbene Hortensie, die sich in diesem Jahr besser macht als erwartet. Sie kriegt aber auch fast täglich einen Schluck Wasser und gelegentlich etwas Kaffeesatz.

Bei der anderen Pflanze handelt es sich um ein Bambusgras. Sein Vergehen ist so groß wie es selbst. Mannshoch steht es im Weg, versperrt den Blick vom Lesesessel in den neuen Garten und auf das Meisen-Freibad, das noch auf Meisen wartet.

Ich habe dem Kettensägenmann gesagt, dass ich das Bambusgras gerne dort hätte, wo im Beet „Think Pink“ ein Stück der versetzten Buchsbaumhecke steht. Zum Glück ist er einverstanden. Die Buchs-Pflanze hat das Versetzen zwar überlebt, aber wir beide finden, dass sie sehr unglücklich wirkt. Und allein. An ihrer linken Seite ist sie kahl, weil dort vorher ihre Geschwister standen. Und ihre Form … nein, das ist keine Form. Sie sieht aus wie ein riesiger alter Rasierpinsel, schütter und struppig.

Bei „Struppi“ habe ich es ebenfalls mit Kaffeesatz versucht. Schließlich hilft Koffein-haltiges Shampoo auch bei Haarausfall. Dann dachte ich, Beschneiden könnte helfen, und habe „Formschnitt für den Buchs“ gegoogelt. Dort las ich, dass sich der Buchs hervorragend für den Formschnitt eignet. Enthusiastisch wurden mir Kugeln, Kegel, Spiralen, Vögel, sogar Teddybären vorgeschlagen. Samt bestellbarer Schablone. Aber die kennen „Struppi“ nicht. Das wird nichts mehr mit dem Teddy. 

Wir wollten die Buchshecke erhalten. Die Idee war, einzelne Heckenteile in den neuen Garten zu setzen. Hier ein Struppi, dort ein anderer. So wie Teile der Mauer in ganz Berlin an die Teilung der Stadt erinnern, sollten Buchselemente an die Teilung des Gartens erinnern. Aber ick bin kein Berliner. Wir lassen das und ersetzen Struppi durch das Bambusgras. 

Einsatz einer Drohne

Inzwischen habe ich Natursteinplatten für einen Weg durch das Beet „Think pink“ geholt. Ich hatte die Wahl zwischen braunen, rötlichen und beigen Platten und entschied mich - weiß der Himmel warum - für Beige. Sie liegen jetzt im Beet und strahlen uns an. In der frischen Erde wirken sie noch heller als im Natursteinhandel.  

Als unsere Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach in der vergangenen Woche gewartet wurde, hatte der Elektriker eine Drohne dabei, um die Solarelemente von oben zu fotografieren. Der junge Mann war so lieb und ließ die Drohne auch über unseren neuen Garten kreisen. Das Ergebnis ist erschütternd. Bestimmt sind die Platten auch aus dem Weltall zu sehen.

Umtauschen kann ich die Steine nicht. Deshalb fiel der Beschluss, es mit ihnen noch weiter zu treiben. Das kleinste, etwa Untertassen-große Stück zerschlug ich mit einem Hammer in winzige Stücke, legte sie als Mini-Weg unter das Buchsbäumchen im Kübel auf der Terrasse, lehnte eine Bank aus einer alten Puppenstube an den Stamm und nähte zwei winzige Kissen dafür. Jetzt warten wir nicht nur auf badefreudige Meisen, sondern auch auf Wichtel. 

Unsere Tochter ist gerade in den Semesterferien zu Hause. Sie findet die kleine Wichtelwelt herzallerliebst, drängt aber auf Erweiterungen. Der kleine Pfad und die Leiter würden ins Nichts führen, meinte sie, eine schlimme Täuschung für jeden Wichtel auf Ortsbesichtigung. 

Wenn ich heute Steppen-Salbei für eine Lücke im Beet „Think pink“ besorge, werde ich im Baumarkt nach einem Vogelhäuschen Ausschau halten. An die Wand hinter dem Buchsbaum montiert, könnte es als Wichtel-Loft dienen. Über die Leiter wären alle Wichtel schnell in ihrem kleinen Garten, würden über die hellen Platten hüpfen und sich auf die Bank setzen. 

Ihr findet schräg, womit ich mich befasse?

Dann seid ihr reif für den nächsten Happiness-Impuls 🧚🏼‍♀️:

„Take your pleasure seriously!“* (Charles Eamus)

Immer fröhlich bleiben und wichtig nehmen, was euch Freude bereitet, auch wenn es noch so verrückt ist, wie aus einem Schlafanzug-Rest, der ein ähnliches Streifen-Design wie unsere Markise hat, zwei Wichtelkissen zu nähen,

Eure Uta

PS: Was habt ihr für verrückte Ideen? Und wenn es noch so versponnen ist, bitte schreibt sie mir. 

  • Liebe Uta, ich halte es ganz mit deiner Tochter und finde dein Wichtel-Sitzplätzchen auch herzallerliebst. Und die hellen Platten hätte ich auch genommen, bei der Auswahl. Sie dunkeln nach, verdrecken ein bisschen, und wenn Pflanzen im sie herum wachsen, fallen sie gar nicht mehr so auf.
    Struppi bräuchte Begleitung, die vielleicht eine Stufe kleiner ist, so steht er zu einsam und groß in der Gegend rum. Oder das Gras dort hinsetzen, das ist bestimmt eine gute Idee! Liebe Grüße, Isa

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    Uta


    Ich arbeite als Buchautorin, Journalistin, Bloggerin und Coach. Die Themen, über die ich am liebsten schreibe, sind das Gärtnern, das Familien-Glück und die persönliche Weiterentwicklung.

    „Wie gelingt das Leben?“ Das erforsche ich fröhlich im Selbstversuch und ganz praktisch in unserem neuen Projekt ‚Von der Wildnis zum Traum-Garten‘, von dem ich regelmäßig hier berichte.

    Deine, Uta

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