Durch den Elbtunnel zu einer renommierten Gärtnerei
Wir waren in einer renommierten Gärtnerei südlich von Hamburg. Hier gibt es Körbe, groß wie Wagenräder, und Grillstationen in der Dimension von Kleinwagen. Und natürlich Pflanzen. Wir haben die Rose „Aspirin“ ausgesucht. Die kann ich sehr empfehlen. Es gibt sie schon in unserem Garten. Seit zwanzig Jahren blüht sie zartrosa vor unserer Terrasse.
Mit der „Aspirin“ greifen wir ein Thema aus dem alten Garten im Neuen wieder auf. So soll man es machen, heißt es in jedem Gartenbuch. Die Planung braucht einen roten Faden. In meinem Fall ist der Faden natürlich nicht rot, sondern pink, rosa, lila oder weiß. Es beruhigt das Auge, wenn es die Rose von vorne links hinten rechts wieder entdeckt.
Verdünnte Magermilch
Die „Aspirin“ ist eine robuste Beetrose. Sie füllt meine Vasen im Haus von Sommer bis Herbst mit ihren zarten Blüten. Aus Dankbarkeit habe ich sie vor Wochen mit verdünnter Magermilch gegossen. Das ist ein Tipp gegen Pilzbefall. Und ihre neue Schwester werde ich damit auch beglücken.
Neben dem wieder Aufgreifen der bestehenden Pflanzung ist ein anderes Prinzip der Gartenplanung, immer mindestens drei Pflanzen einer Sorte zusammen zu setzen. Gut … wenn man einen Weg angelegt hat, kann man rechts und links ein Bäumchen setzen. Dann sind es zwei. Und wenn wir es mit einer Riesen-Staude zu tun haben wie zum Beispiel der Arkansas-Scheinaster, die bis zu zwei Meter hoch werden kann, dann nennt man das einen Solitär und die kommt einzeln hinten ins Beet. Aber sonst? Bitte immer in Gruppen aus drei, fünf, sieben oder mehr Setzlingen.
Falsche Sparsamkeit
In meinen Anfängen als Gärtnerin habe ich mal hier und mal dort eine Staude gekauft, die ich im Laden hübsch fand. Im Beet aber sah das Pflanzenkind ganz verloren und der Garten mit lauter Einzelstücken chaotisch aus. Ausgestattet mit neuem Wissen und neuem Grundstück haben wir in der renommierten Gärtnerei den alten Fehler nicht mehr gemacht und folglich drei Töpfchen Katzenminze, drei Töpfchen Storchschnabel und drei Töpfchen Herbstannemone in den Einkaufswagen gepackt. Die „Mindestens-drei-Regel“ bewahrt einen vor falscher Sparsamkeit und die Drillinge machen sich schon im Kofferraum sehr hübsch. Nur bei der Rose haben wir uns auf eine beschränkt. Denn die dritte Gärtner-Regel besagt: Das Beet am Anfang nie zu voll packen, sonst haben die Neuankömmlinge zu wenig Raum, um zu wachsen. So wird die "Aspirin" am neuen Platz ein Solitär. Das klingt wie "elitär" und sollte ihr gefallen.

Links der wachsende Rasenflaum, rechts die Neuerwerbungen. Wir freuen uns sehr, dass die frisch gepflanzte Kolkwitzie (hinten) schon blüht
An jedem Topf mit Pflanze steckt ein Kärtchen mit einem Steckbrief zum jeweiligen Insassen. Das Foto darauf lässt eine üppige Blüte erwarten. Seit Jahren bewahre ich diese Kärtchen auf. Sie klemmen im Gartenhaus hinter der Leiste über der Tür.

Was sich über die Jahre im Gartenhaus an Kärtchen angesammelt hat
Nun habe ich sie von Fliegenschiss und Spinnweben befreit und in eine Holzkiste gelegt, die meine Schwester Nummer Zwei in Shabby-Chic-Technik bearbeitet und mir vor Jahren geschenkt hat. Die Briefe darin mussten in eine andere Schachtel umziehen, denn eine Eingebung hat mir diese Kiste für die Pflanzkärtchen empfohlen.

Links das Kästchen für die Pflanzkarten
Mit der Kärtchen-Kiste habe ich jetzt ein Verzeichnis über alle bisherigen Pflanzungen im Garten. Es war gestern ein ungeahntes Vergnügen, darin zu stöbern. Die Rose, die wir auf dem Grab unserer Katze Amy gepflanzt haben, ist - das rief mir ihre Karte in Erinnerung - die Rose „Sommerwind“. Und weiter: Sie kann 60 Zentimeter hoch werden. „Könnte“, muss man sagen, wenn ich ihr nicht eine Pfingstrose vor die Nase gesetzt hätte. Vielleicht, liebe "Sommerwind", ziehst du im Herbst in das ‚Think-Pink‘-Beet um.
Ferner habe ich entdeckt, dass die Tulpe, die ich so mag, Marilyn heißt. Sehr passend zum hundertsten Geburtstag von Marilyn Monroe und zum lesenswerten Dossier in der ZEIT über die legendäre Schauspielerin.

"Marilyn" würde ich gerne im neuen Garten wieder aufgreifen. Mal im Herbst sehen, ob ich sie in unserem Gartencenter nochmal finde
Heute läuft es mit dem Schreiben nicht besonders. Deshalb lautet der Happiness-Impuls diesmal:
🧚🏼♀️ Wenn du keinen Happiness-Impuls hast, dann lasse ihn lieber weg.
Immer fröhlich bleiben,
Eure Uta
PS: In dem renommierten Gartencenter hat sich mein Mann drei Exemplare der "Saponaria ocymoides" ausgesucht. Zu Hause stellte ich fest, dass es sich um Seifenkraut handelt, das nur im Steingarten gedeiht. Das Titelbild zeigt, wie ich in der Kaffeepause darüber nachdenke, wie ich ohne Steingarten ein Steingartengewächs unterbringe.



Liebe Uta, vielen Dank für deinen erfrischenden Beitrag. Herrlich, wie jetzt die Blumen bei dir schon kommunizieren 🥰. Kann man eigentlich auch irgendwo einen Like- Button drücken? Hab ihn nicht gefunden. Eine happy Woche 🌞
Danke für dein Feedback! Ich habe nochmal geguckt, aber einen Like-Button kann ich nicht sehen. Schade eigentlich. Dir auch eine schöne Woche! LG Uta