Von der Erziehungs-Seite zum Blog über persönliche Weiterentwicklung
und über ein herausforderndes Garten-Projekt
Seit vielen Jahren seht ihr euch dieser Familie gegenüber:

Mein Mann und ich mit unseren Thronfolgern, dem Kronprinzen und der Prinzessin, und natürlich mit unseren beiden Katzen. Über die Zeit mit unseren Kindern habe ich geschrieben, über ihr Aufwachsen, über unsere Erkenntnisse als Eltern, über Irrwege und warme Momente, über Pubertät, ungemachte Hausaufgaben, ein Schuljahr in Kanada, über Partys im Wohnzimmer, den Auszug der Thronfolger, Messie-Schocks in der Studenten-WG, den Tod der Katzen, den Einzug unseres Hundewelpen, den Umgang mit den erwachsenen Kindern auf Wochenendbesuch …
Und nun seht euch dieses Paar an:

Beide gerade 60. Der Hund ist erwachsen und leidlich gut erzogen. Das eine Kind arbeitet in Berlin, das andere studiert im Ausland. Wir sind ihnen eng verbunden, aber sie sind nicht mehr Teil unseres Alltags und damit auch nicht mehr im Blog-Header.
Bei näherer Betrachtung könnte euch die viele Natur im Bild, spätestens aber die Kettensäge im Vordergrund stutzig machen. Nein. Wir sind nicht aufs Land gezogen, sondern haben uns ein Stück Land zu unserem Garten dazu gekauft. Genau genommen 213 Quadratmeter Wildnis mit zwei Küstenmammutbäumen, drei Apfelbäumen, einem hinfälligen Mirabellen-Gehölz und einem Quittenbaum. Alle so überwuchert von Brombeeren, Efeu und wilder Klematis, dass zumindest die Obstgehölze kaum zu erkennen sind und mein Mann, den ich wegen seiner Kochkünste einst zum Saucenkönig krönte, zum Kettensägen-Mann wurde.
Ich werde hier darüber schreiben, wie wir die Wildnis urbar machen und wie aus Gestrüpp und Totholz unser Traum-Garten wird. Wir haben unsere Kinder beim Aufwachsen begleitet und ich habe hier davon erzählt. Nun sehen wir uns pflanzlichen Zöglingen gegenüber. Und wieder wird es um Scheitern und Gelingen gehen.

Direkt hinter der Hecke, die wir versetzen werden - wenn es uns gelingt -, beginnt die Wildnis. Bild aus dem gerade tief verschneiten Hamburg.
Allerdings bin ich weder Gartenarchitektin noch Botanikerin. Erwartet hier also keine Tipps zur Überwinterung von Dahlien-Knollen oder zum Schneiden der Rose „Königin von Dänemark“. An beiden Aufgaben bin ich schon mehrfach gescheitert.
Versteht den Garten lieber als Bild für ein Weiterentwicklungs-Projekt oder für das Leben schlechthin. Sich Ziele setzen, sie erreichen oder auch nicht, nachjustieren, sich immer wieder fragen „Was gehört wirklich zu mir und was nicht?“, „Welcher Weg ist mein Weg?“. Dabei werden wir auch echte Steine aus dem Weg räumen, Platten verlegen, Pfade durchs Dickicht schlagen, Ziegel türmen und oben drauf vielleicht Kräuter pflanzen. Der Muskelkater in der Schulter und der Dreck unter den Fingernägeln wird nicht metaphorisch sein, sondern echt. Aber wenn ich zerzaust von draußen komme, werde ich über unsere Fort- und Rückschritte im Garten und im Leben reflektieren, gelegentlich wird auch die Familie vorkommen und nicht zuletzt unser Welsh-Springer-Spaniel Polly. Nur ein Katzenklo wird niemand mehr sauber machen müssen, auch wenn ich die Frage weiterhin im Titel lasse. Denn sie ist einfach mein Markenzeichen.

Polly war einfach nicht bereit, das Katzenklo zu übernehmen.
In der Titelzeichnung von Melanie Garanin seht ihr meinen rechten Fuß auf Büchern stehen. Das ist sinnbildlich gemeint (niemals würde ich Bücher so schändlich behandeln). Der Stapel steht für meine Liebe zur Literatur und vor allem zu Büchern, die mein Leben extrem bereichern, mich verlässlich trösten, erhellen und erfreuen. Vereinzelt gehören auch Podcasts und Webinare erlesener Influencer dazu. Aber die ließen sich schlecht in das Gartenbild pflanzen.
Seinen Weg finden, noch mehr Garten anschaffen, körperlich härter arbeiten als jemals zuvor? Ist das mit 60 nicht ein bisschen spät?
Im Gegenteil. Ich werde mein wahres Ich so beharrlich von überwuchernden Ranken befreien wie die niedergedrückten Obstbäume auf unserem neuen Land und alte, kindliche Muster sprengen, ehe sie so dick werden wie die Efeu-Äste, die unsere Mammutbäume fest umklammern. Ich höre einfach nicht auf zu schreiben, zu gärtnern, mich weiter zu entwickeln und die Partnerschaft und alle Beziehungen, die mir wichtig sind, zu vertiefen.
Rente? Für mich nicht.
Vor 20 Jahren, als Teilnehmerin in einem Coaching-Seminar, schrieb ich als eines meiner Lebensziele auf einen Zettel, unseren Garten um die Wildnis hinter unserem Zaun vergrößern zu dürfen. Erste Anfragen bei den Besitzern waren abgelehnt worden. Im gerade vergangenen Jahr aber wurde das Haus unten an der Straße verkauft und die neuen Eigentümer waren froh, uns das ersehnte Stück Land abgeben zu können. Jubel!
Wenn man nur beharrlich an etwas dranbleibt, das wirklich zu einem passt, geschehen Wunder.
Es berührt mich sehr, dass dieser Traum wahr geworden ist. Vielleicht mögt ihr mir als Leserinnen auf meinem neuen Blog und in unsere Wildnis folgen. Darüber würde ich mich sehr freuen.
Immer fröhlich bleiben,
Eure Uta
PS: Wir von der Katzenklo-Familie fühlen uns zutiefst geehrt, dass die bekannte Kinderbuch-Illustratorin und Comic-Zeichnerin Melanie Garanin wieder bereit war, uns zu zeichnen. In der Galerie ihrer Figuren stehen wir Schulter an Schulter mit Pippa Pepperkorn, Lotta Barfuß, Charly, Hamid und Benny aus „Völlig meschugge?!“ und jetzt auch noch mit Rainer Maria Rilke. Denn jüngst ist bei Carlsen ihre neueste Graphic Novel „Mein Freund Rilke“ erschienen. Kann ich sehr empfehlen.

Und dann gibt es noch „Nils. Von Tod und Wut. Und von Mut“, Melanies Graphic Novel über ihren Sohn Nils, der an Leukämie erkrankt war und im Alter von drei Jahren an einem Behandlungsfehler starb. Ich kenne nichts Berührenderes als dieses Buch.
Melanies Figuren haben so etwas ungebeugt Freches an sich. Das mag ich sehr gern. Tausend Dank, liebe Melanie, für den neuen Blog-Header!


Liebe Uta,
was für eine herzerwärmende Einleitung zum Start des neuen Blogs und Lebensprojektes! Ich liebe deinen Schreibstil sehr und freue mich, wieder mehr von dir zu lesen!
Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei der Neugestaltung eurer Gartenerweiterung!
Herzlichst,
Claudia (Papagena)
Liebe Claudia, wie schön, von dir zu lesen! Du gehörst zu meinen ersten Blog-Leserinnen und ermutigenden Begleiterinnen und bist auch jetzt wieder dabei. Danke! Liebe Grüße, Uta
Liebe Uta, ich finde deinen Kurswechsel toll und freu mich auf viele spannende Erkenntnisse und Anregungen aus allen Lebensbereichen. Und krass, dass sich jetzt deine Idee von vor 20 Jahren erfüllt! Liebe Grüße, Isa
Ach, Isa 🥰! Kein neues Projekt ohne die verlässliche Bestärkung meiner lieben Freundin. Danke! Herzlichst, Uta
Darauf habe ich gewartet, liebe Uta, dass Du wieder lange (kluge, warmherzige, erkenntnisreiche, humorvolle…) Texte schreibst – und nun, nachdem ich gar nicht mehr darauf zu hoffen gewagt hätte , geschieht dieses Wunder!!!
Ich freue mich sehr und gratuliere von Herzen zu diesem wunderbaren Neubeginn!
Danke für die lieben Worte und die Glückwünsche, liebe Nicolle! ☺️
Oh wie schön liebe Uta 😍. Zunächst wünsche ich dir von Herzen ganz viel Erfolg, vor allem aber auch Freude an der Gestaltung deines neuen Blogs. Dass sowohl das Schreiben, als auch euer neues Gartenprojekt eine absolute Herzensangelegenheit ist, steht wohl eindeutig außer Frage. Und … alles, was man mit dem Herzen tut kann nur richtig gut werden 😌. Ich freue mich schon sehr darauf von der Entwicklung eurer Garten Gestaltung zu lesen! Ganz liebe Grüße, Melanie 😘
„Herzensangelegenheit“ – das trifft es genau, liebe Melanie! Danke für dein Interesse und deinen Kommentar. Herzliche Grüße, Uta
Hallo liebe Uta, wie immer bist Du mit Deinen Themen am Puls der Zeit.
Über Melanie Garanins Rilke Graphic Novel hatte ich einen interessanten Fernsehbericht gesehen und ich freue mich über Deinen so gut getroffenen Blog-Haeder 🫶. Für die Klimaanpassung finde ich sind Hausgärten (neu gedacht) eine wunderbare Gelegenheit für Artenreichtum im Outdoorwohnzimmer. Ich bin so gespannt auf Deine Gartenexpertenberichte zu wunderprachtvollmärchenzauberhafteGartengestaltungswohlfühloasen in Deinem Blog. Herzliche Grüsse