Warum ‚Integrität‘ mein Schlüsselwort für 2026 ist
In den vergangenen drei Jahren bin ich ziemlich geschwommen. Noch nicht im Gartenteich, sondern in meinem Leben. Die Zeit mit dem Blog aus unserem Familienleben und den Büchern, die ich darüber geschrieben habe, schien vorbei zu sein. Diese Aufgabe hat mich lange gerufen, wie man so schön sagt, wenn man ein bisschen spirituell unterwegs ist. Aber der Ruf verstummte.
„Ich sollte mein großes Wissen weiter nutzen“, sagten einige. „Ich bräuchte unbedingt einen Marketingkurs“, schrieben andere. Dann könnte ich das endlich professionell angehen und noch viel mehr Eltern mit meiner Philosophie erreichen. Denn Kinder werden ja immer geboren.
Webinar aufgenommen
So kaufte ich mir ein Stativ für mein Smartphone und ein Mikro, experimentierte stundenlang mit den Lichtverhältnissen im Arbeitszimmer, zog meine schönste Bluse an und nahm ein Webinar auf.
„Nahm ein Webinar auf“ klingt nach einer schnellen Sache. Aber es kostete mich viele Tage, etliche Sprechübungen und jede Menge Concealer gegen die Augenringe, bis mir eine passable Aufzeichnung gelang. Das Webinar ging online, aber in keiner Weise viral, auch wenn mir die netten Frauen in meinem Marketing-Kurs Mut zusprachen und dafür plädierten, nun auch bei Facebook Vollgas zu geben.
Im Leben ist das ein Balance-Akt. Ich halte viel davon, die Komfortzone zu verlassen und offen zu sein für Neues. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man sich fragt: Passt der Weg, den ich eingeschlagen habe, wirklich zu mir? Auch dass der Strom eurer Rückmeldungen langsam versiegte, zeigte mir: egal wie viel Geld ich in Facebook-Werbeanzeigen pumpe - was von mir kommt, ist nicht mehr echt. Das bin nicht ich.

Mir viele Gedanken über meine neue Ausrichtung gemacht
Ich bereue weder den Marketing-Kurs noch die Verrenkungen in meinem selbst gebastelten Studio. Am Rande gab es viel zu lernen, was ich weiter nutzen kann. Aber ich bin froh, im vergangenen Jahr einige Aufgaben und auch Kontakte abgewählt zu haben, die nicht mehr zu mir passen.
Jetzt habe ich den Mut, zu meinen drei großen Leidenschaften zu stehen: Schreiben, persönliche Weiterentwicklung und Gärtnern … und sie zu verbinden. Das wäre auch ohne das zusätzliche Stück Land gegangen, das wir erwerben konnten. Aber das Leben musste wohl heftiger mit dem Zaunpfahl winken, bis ich es kapiert hatte.
Wie will ich mein Leben gelebt haben?
Diese Frage treibt mich schon so lange um, wie ich denken kann. Mich wundert häufig, wie wenig andere Menschen sich offenbar von ihr leiten lassen oder wie wenige auch nach einigem Zaunpfahl-Winken ihres Lebens zu einer Neuausrichtung bereit sind. Als ein Studienfreund mit Ende zwanzig an Krebs starb, stellte sich mir die Frage erstmals mit aller Dringlichkeit. Und seit ein anderer Freund wenige Jahre später als Fußgänger tödlich verunglückte, ist sie aus meinem Kopf nicht mehr wegzudenken. Leben kann jederzeit zu Ende sein.
Wie will ich mein Leben gelebt haben?
Für eine Antwort darauf scheinen mir drei Dinge wichtig zu sein:
- Mir selbst treu zu sein. Noch mehr der Mensch zu werden, der in mir angelegt ist, und dem zu folgen, was mir wirklich Freude macht.
- Mich immer wieder daran zu erinnern, dass es im Leben nicht darauf ankommt, bestimmte Ergebnisse zu erzielen. Wenn unsere Wildnis kein Traumgarten wird, wenn die große Buchshecke das Versetzen nicht überlebt oder der pinkfarbene Sonnenhut, den ich so liebe, unseren Boden nicht mag … Was soll’s? Dafür wird anderes erblühen. Aber wir haben uns auf den Weg gemacht, schauen, welche Ideen sich zeigen, und genießen das Unterwegs-Sein.
- Wenn es nicht um Ergebnisse geht (zumindest nicht primär, als Ziel braucht man sie schon), dann ist wohl entscheidender, wie wir unser Leben erleben. Genießen wir das kleine Glück des Alltags oder sind wir permanent gestresst? Meinen wir, etwas über uns beweisen und besser, schöner oder erfolgreicher werden zu müssen, oder sind wir begeistert von uns selbst und schauen neugierig, welche Erfahrungen wir noch auf diesem Planeten machen dürfen?
Mit der Garten-Planung geht es übrigens weiter, auch wenn noch eine verkrustete Schneedecke das Grün und Braun bedeckt. Wir haben einen Lärchen-Zaun für die rechte hintere Seite des Grundstücks bestellt. Jetzt müssen wir abwarten, bis der Boden aufgetaut ist, damit die Stützpfosten in den Boden getrieben werden können.

Wie ist es bei dir? Ich meine nicht mit den Zäunen oder den Bodentemperaturen, sondern mit der Lebensausrichtung. Treibt dich die Frage um, "Wie will ich mein Leben gelebt haben?"?
Immer fröhlich bleiben und mir schreiben,
Eure Uta



Ich freu mich, dass es wieder Blogbeiträge geben wird und bin sehr gespannt auf das Neue!
Liebe Grüße von einer, die in den vergangenen Jahren immer wieder mal vorbei geschaut hat, weil mich die Beiträge zum Zusammenleben von Eltern und Kindern immer wieder beschäftigt haben. Und ganz viel Freude mit dem Garten und der neuen Wildnis!
Herzlich willkommen zurück! Und vielen Dank für die guten Wünsche. Liebe Grüße!
Hej Uta, ich liebe deine Texte, deinen Humor und deine Selbstdistanz … und freu mich auf viele spannende Erkenntnisse und Fotos aus eurem Gartenprojekt🤩
Liebe Grüße, Isa
Vielen, lieben Dank! Ich freue mich über das mit der Selbstdistanz, hätte nicht gedacht, dass ich das habe. 😊
Wie schön, dass es bei Dir weiter geht, ich habe immer wieder gerne hier gelesen und auch meine Kinder sind erwachsen…! Die Frage „Wie will ich mein Leben gelebt haben“ und die Garten-Wildnis spricht mich sehr an! Ich freue mich schon auf die weiteren Beiträge…
Liebe Grüße von Helga