Glückliche Familie Nr. 7: Das Ende des Abverlangens 

 13/02/2012

Am vergangenen Wochenende haben wir uns zuviel abverlangt. 
Ich habe unserem Sohn abverlangt, mit zu der Tanzaufführung seiner Schwester zu kommen. Mein Mann hat sich abverlangt,  mit den Kindern zum Alstereisvergnügen zu fahren, obwohl er in letzter Zeit so viel gearbeitet hat. Er war so erschöpft, dass die Kinder ihn besser in einem Schlitten mit Lammfellsack und einem „Coffee to slide“ über das Eis hätten ziehen sollen. Ich hatte mir abverlangt, lange zu bloggen, weil ich zwei Tage nicht gebloggt hatte. Unsere Tochter hat dem i-pad zuviel abverlangt. Es war schließlich zu schwach anzuzeigen, dass es zu schwach ist.
Wenn man sich zuviel abverlangt, wird man böse.
Man kann nicht ertragen, dass die anderen sich nicht auch ordentlich etwas abverlangen. So nötigte ich die Katzen, die alten Lecker unter dem Türritz aufzufressen, die Prinzessin, Mathe zu üben und den Kronprinzen, nachts im eisigen Keller Katzenkot zu schürfen.
Schließlich lief jeder mit einem Mangel an Freude herum.
Wenn man zu viele Dinge aus der Kategorie „sich abverlangen“ tut, läuft es wie verstopft. Das Universum oder Gott will nicht, dass wir Dinge ohne Freude tun.
Mein Mann und meine Schwester Nummer 3 hassen beide den öffentlichen Nahverkehr. Wenn sie sich abverlangen, Zug oder Bus zu fahren, gibt es eine Betriebsstörung, kaum dass sie sich Gleisen nähern.
Wenn ich den Moment ignoriere, in dem ich dringend bloggen muss, und mir stattdessen abverlange, einkaufen zu gehen, gibt es keinen Parkplatz, keinen Einkaufswagen, keine Esz-Schnitten mehr.
Dabei kann man bei allem Spaß haben, wenn man nicht zu sehr ins graue „Abverlangen“ gerät. Ich bügele zum Beispiel nur, solange ich Freude daran habe. Warum sollte ich die letzten beiden Teile im Korb auch noch fertig machen, wenn es mich fertig macht. Schließlich kann ich mich darauf verlassen, dass bald neue Teile dazu kommen. Ein anderes Mal bügele ich wie im Rausch sogar die Schleifenbänder von Weihnachten, versprochen.
Kronprinz und ich hatten neulich beim Lateinabfragen Spaß. „He, es heißt „laudabimini“, nicht „laudibomani“! Wie lustig sind denn diese Wörter. Wir haben uns neue Formen ausgedacht. Kann sein, dass Filius (filii, filio, filium …) in der Arbeit etwas verwirrt war. Aber vielleicht ist die neue Lateinlehrerin aufgeschlossen für kreatives Konjugieren.
Achtung! Heute Abend läuft auf ARTE um 20:15 Uhr „Happy-Go-Lucky: Gute Laune ist ansteckend“. Hier noch einmal ein Vorgeschmack.

Immer fröhlich bleiben

Uta

  • Dieser Post ist bei mir echt hängengeblieben – da denk ich ziemlich oft dran! Ich glaube, ich bin auch Spezialist in „Abverlangen“!
    Liebe Grüße,
    Isa

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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