Mein Hadern mit der Bedürfnisorientierung 

 18/03/2019

Warum ich finde, dass wir uns lieber auf Stärken statt auf Bedürfnisse ausrichten sollten – eine Sammlung von Gedanken
  • Es war und ist ein wichtiger Schritt, dass Eltern ihr Kind „sehen“ und auf seine Bedürfnisse eingehen.
  • Früher wurden Kinder nicht als gleichwürdig betrachtet. Man stellte sich über sie, kommandierte sie herum, betrachtete sie als unfertige Geschöpfe, die es im Sinne der Erwachsenen zu formen galt.
  • Immer mehr Eltern haben das überwunden. Das ist ein riesiger Fortschritt, ja sogar ein Paradigmenwechsel.
  • Keine Frage: Es ist wichtig, dass ein Kind seine Gefühle zeigen darf, wir sie ernst nehmen und das Kind durch unser Spiegeln auch lernt, sie zu benennen.
  • In den Büchern von Jesper Juul geht es viel darum, dass Erwachsene und Kinder ihre Gefühle nicht unter den Teppich kehren, dass wir ihnen keine Rollen aufzwängen und alle authentisch bleiben.
  • Das habe ich immer mit großem Gewinn gelesen und auch angewendet.
  • Ja, Bedürfnisse befriedigen, vor allem beim Baby, unbedingt! Aber sich nicht verlieren in der totalen Bedürfnisorientierung, vor allem nicht darin stecken bleiben, wenn das Kind älter wird.
  • Und da reicht auch nicht als Regulativ, dass Erwachsene für ihre Bedürfnisse einstehen und ihre persönlichen Grenzen ziehen.
  • Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, wo die Grenzen verlaufen sollten, die wir ziehen (keine abstrakten, unpersönlichen, wie Jesper Juul immer sagt).
  • Mein Eindruck ist aber, dass dieses Abgleichen von gegenseitigen Bedürfnissen zu ermüdenden Verhandlungen im Alltag führt, dass dieser Austausch von Argumenten uns zu sehr zur Kopfsteuerung verleitet, während Führung eher intuitiv ist und mit unserer Seele zu tun hat.
  • Deshalb funktioniert es auch so schlecht, Kinder mit Argumenten zur Kooperation zu bewegen, weil kleine Menschen ein größeres Bedürfnis nach Sicherheit haben als nach Einsicht.
  • Ich denke, nicht ohne Grund hat Jesper Juul 20 Jahre nach „Dein kompetentes Kind“ sein Buch „Leitwölfe sein“ veröffentlicht. Im Vorwort schreibt er: „Wir sehen heute viele Familien, in denen die Eltern so große Angst haben, ihren Kindern zu schaden oder sie zu verletzen, dass die Kinder zu Leitwölfen werden. Und die Eltern streifen orientierungslos durch den Wald.“ (Jesper Juul: Leitwölfe sein. Liebevolle Führung in der Familie. Weinheim 2016, Seite 11)
  • Er sei seit 40 Jahren als Familienberater und -therapeut tätig, schreibt Juul ein paar Seiten später. In den vergangenen 20 Jahren sei er verstärkt damit konfrontiert worden, dass Eltern aus allen Gesellschaftsschichten sich darüber beschweren würden, wie schwierig es sei, die Kinder morgens zum Aufstehen, Sich-fertig-machen, Schlafen, Essen und ähnlichen Alltäglichkeiten zu bewegen. „Diese Punkte sind nicht an sich ‚problematisch‘, aber die Tatsache, dass so viele Eltern und Kinder mit ihnen zu kämpfen haben, ist ein klares Zeichen für zu wenig Führung.“ (Seite 22)
  • Noch einmal zum Thema „Kopfsteuerung versus Intuition“: Interessant, dass Juul mit dem Buch „Leitwölfe sein“ zum ersten Mal auch in Richtung Biologie und Instinkt verweist und schreibt: „Vom Familienleben der Wölfe können wir viel lernen, …“ (Seite 18)
  • Er warnt aber davor, mit dem Ruf nach mehr Führung in alte autoritäre Muster zurück zu fallen. Vielmehr ginge es darum, Führung „neu zu erfinden“. (Seite 27)
  • Kann eine Rückbesinnung auf die Biologie, wie Rita Messmer sie in meinem Interview vor einer Woche beschrieben hat, uns helfen, Führung neu zu erfinden? In diese Richtung werde ich noch mehr lesen und mir auch Herbert Renz-Polsters Buch „Kinder verstehen“ unter dieser Fragestellung noch einmal vornehmen.
Werden meine Beiträge zu theoretisch? Aber was soll ich tun, wenn meine Kinder durch die Welt reisen und sich meiner liebevollen Führung entziehen? Dieses Bild sandte der Kronprinz am Wochenende aus den Cameron Highlands in Malaysia. Das Auslandssemester in Hongkong nutzt er auch zum Reisen.
  • Vor allem aber möchte ich, dass wir wegkommen von dieser Fixierung auf Bedürfnisse. Das lässt Kinder so schwach werden. Welches Bild haben wir eigentlich von Kindern? Dass hinter jeder Ecke eine Traumatisierung wartet?
  • Können wir uns nicht lieber ausrichten auf ihre Stärken statt auf ihre Bedürfnisse?
  • Lieber „Wir schaffen das!“ und „Ich freue mich drauf!“ statt „Oh, Gott, oh Gott, jetzt kommt die Wackelzahnpubertä!“, „Jetzt kommt der Schulstart!“, „Hilfe, schaffen wir wohl eine Gymnasialempfehlung?“, „Mein Kind ist vor-pubertär, hoch-pubertär oder nach-pubertär.“ …
  • Ich bin immer erstaunt, worüber Eltern alles in Angst und Sorge geraten.
  • Ich möchte so gerne, dass wir aufhören, alles zu problematisieren, was normale Entwicklungs- und Reifeprozesse sind.
  • Muss man jeden Wechsel (Start im Kindergarten, Einschulung, …) zum „Übergang“ hochstilisieren, der von vielen Eltern, mit denen ich spreche, mit Schrecken erwartet wird?
  • Natürlich ist es aufregend, eingeschult zu werden. Das will ich gar nicht leugnen. Für ein Kind ist es aber ein großer Unterschied, ob es seine Eltern deshalb schon Monate vorher in Angst und Sorge erlebt oder in freudiger Gelassenheit.
  • Brauchen wir Begriffe wie „Wackelzahn-Pubertät“?
  • Ich wünsche mir, dass Kinder Leben nicht als etwas erfahren, was man übersteht, sondern als etwas, das man selbst gestalten kann.
  • Gefühle ernst nehmen, zulassen, verstehen – das hat alles seinen Platz. Mir ist nur über die Jahre immer wichtiger geworden, auch Methoden kennen zu lernen, wie ich Gefühle wandeln kann, die nicht hilfreich für mich sind. Das in unserer Gesellschaft weit verbreitete Psychologisieren führt uns häufig noch tiefer in unsere Probleme und kann uns lähmen. Deshalb finde ich den Satz meiner Coaching-Lehrer Maria und Stephan Craemer so hilfreich:

Gefühle können ein Indikator sein, sie sollten aber nicht zum Diktator werden.

  • Wenn wir zu sehr auf die Gefühle und Bedürfnisse unserer Kinder einsteigen, können sie sich darin verlieren.
  • Ich wünsche mir, dass Kinder zu Menschen heranwachsen, die anderen etwas geben können, und nicht als erstes immer fragen: Was brauche ich?

Deshalb liebe ich so sehr diese Passage aus einem Gedicht von George Bernhard Shaw, der sich wünscht …

Eine Kraft der Natur zu sein,
anstelle eines fiebrigen, selbstsüchtigen, kleinen Bündels von Unpässlichkeiten und Beschwerden,
sich beklagend,
dass die Welt sich einfach nicht dem Zweck
verschrieben hat,
Dich glücklich zu machen.

Kurz und knackig:

  • liebevoll führen
  • mehr durch Intuition als durch Argumente
  • Erkenntnisse gewinnen aus Führung in der Biologie
  • statt in Sorgen zu versinken, sich in freudiger Gelassenheit üben
  • sich ausrichten auf Stärken des Kindes, weniger auf Bedürfnisse

Immer fröhlich bleiben und die Kinder nicht zu „Bündel von Unpässlichkeiten“ werden lassen,
eure Uta

  • Liebe Uta,
    du hast es so wunderbar auf den Punkt gebracht! Besonders den Punkt: „Wenn wir zu sehr auf die Gefühle und Bedürfnisse unserer Kinder einsteigen, können sie sich darin verlieren.“ erlebe ich so oft. Eigentlich harmlose Themen werden so in der Familie zum Dauerthema…
    Liebe Grüße,
    Sonja

    • Liebe Sonja, ja, wirklich harmlose Themen werden zum Drama. Die Zeit mit unserem kleinen Gast aus Afghanistan hat mir da die Augen geöffnet. Ich bin überzeugt, wenn ich ihren Eltern in Kabul etwas von Wackelzahnpubertät erzählen würde, würden sie sich wundern, worüber wir uns hierzulande den Kopf zerbrechen. Herzliche Grüße, Uta

  • Allein zu wissen, dass Du die Theorie aufgrund Deiner persönlichen Erfahrungen durchleuchtest und sie so kompakt aufzeigst ist wunderbar für die Praxis 😉 Danke!

  • Liebe Uta,
    danke, danke, danke! Ich berate als Hebamme viele Familien mit Kindern bis ca. 1,5 Jahren und erlebe es immer mehr, dass die Bedürfnisorientierung das ganz normale Familienleben unterdrückt, da werden Kinder nicht gewickelt, weil es in ihr Bedürfnis nach Selbstbestimmtheit eingreift und dann wird 1-2 Stunden verhandelt oder Einjährige haben im tiefsten Winter keine Jacke an, weil es eben ihr Bedürfnis war nur im Pulli im Kinderwagen zu sitzen. Und ich erlebe Mütter, die einfach nur noch die Bedürfnisse der Kinder sehen und sich keine eigenen mehr erlauben. Diesen Frauen geht es nicht gut, sie sind erschöpft und enttäuscht, weil sie sich Muttersein ganz anders vorgestellt hatten. Ich sage auch gerne:“ es gibt da ein Blog…“ und die Rückmeldungen sind immer positiv. Man merkt beim Lesen, dass es keine Theorie ist, sondern Erfahrung, Empathie und echte Überlegungen und darüber freue ich mich sehr, auch persönlich.
    Viele, liebe Grüße
    Stephie aus Frankfurt

    • Liebe Stephie, du glaubst nicht, wie ich mich freue über dieses Feedback einer Fachfrau! Danke, danke, danke … und liebe Grüße nach Frankfurt.

    • Liebe Uta,
      Ich lese gerne und viel in den bedürfnis- und bindungsorientierten Blogs. Und du bist das Korrektiv für mich zu diesen Blogs. Sonst würde ich in meiner Filterblase immer wieder nur das gleiche lesen. So aber erinnerst du mich immer wieder daran zu hinterfragen, was wirklich sinnvoll und gerade nötig ist in unserer Familie. Auch deine Buchbesprechung zu den gefühlsstarken Kindern fand ich daher so gut. Weil du die richtigen (kritischen) Fragen stellst, die mir in meiner Begeisterung dann nicht einfallen. Danke also für deine tollen, überhaupt nicht zu theoretischen Impulse!

  • Liebe Uta,
    Deine Beiträge lese ich aus verschiedensten Gründen sehr gerne. Manchmal finde ich in ihnen einen Anstoß, manchmal hinterfragen sie meine Ideen – dann kann ich mich neu dafür entscheiden oder etwas verändern und manchmal bringen sie Freude und Leichtigkeit, nämlich wenn sie mich zurück in meine Mitte bringen – mich loten, wenn es mir gerade so schwer fällt, auf meinem Weg zu bleiben. Für all das bin ich sehr dankbar!
    Wenn Du Dir (wieder) mehr Praxis in Deinen Artikeln wünscht, dann bin ich sicher, Du wirst einen Weg finden dies zu finden. Vielleicht kannst Du Fragen von Lesern oder Beispiele von Cochees einbringen? Gibt es strategische Dinge, die Du als junge Mama gemacht hast und aufgrund Deiner Entwicklung anders machen würdest und die für Leser wertvoll sind? Kannst und möchtest Du aufgrund von Interviews mehr praktische Aspekte einbringen? Oder vielleicht wirst Du einfach Babysitter oder Leihoma 😉 bis Deine eigenen Kinder Dich zur Oma machen und wieder ganz viel von dem dazu kommt, was Du gerade vielleicht vermisst.
    Falls Du befürchtest,aufgrund der Veränderung mit zwei erwachsenen Kindern nicht mehr so viel geben zu können, dann gilt das für mich (bislang) nicht.
    Gleichzeitig kam in mir die Frage auf, welches Projekt Du denn anfangen würdest, wenn Du Katzenklo verlangsamen oder aufgeben würdest? Wo schlägt denn Dein Herz aus und hin, jetzt wo Deine Kinder auf ihren eigenen Beinen durch die Welt laufen? Vielleicht kommt diese Frage durch ein kürzlich gehörtes Interview zum Buch “Das Leben ist zu kurz für später”. Ich kann mir nur vorstellen, welch große Veränderung sich bei euch in den letzten Monaten ergeben haben. Vielleicht ein toller Zeitpunkt, ein Wunschprojekt zu starten?
    War ein Gedanke für Dich dabei?
    Herzliche Grüße vom anderen Ende der Welt
    Susan

    • Liebe Susan, Prinzessin (18) hat gerade deinen Kommentar gelesen und meinte: „Das ist ja rührend, wie viele Gedanken sie sich über dich macht.“ Da hat sie absolut Recht. Ich bin auch gerührt. Und ich freue mich sehr über den Satz: „Falls Du befürchtest,aufgrund der Veränderung mit zwei erwachsenen Kindern nicht mehr so viel geben zu können, dann gilt das für mich (bislang) nicht.“
      Babysitter, Leih-Oma … da musste ich sehr lachen, aber in diese Richtung habe ich auch schon gedacht. Vielleicht schleiche ich mich á la Günter Wallraff in eine Kita ein und berichte direkt aus der Matschecke. Nein, aber im Ernst. Zum Glück habe ich durch meine Coachings weiterhin Praxis-Bezug und auch das eine oder andere Projekt für euch in Vorbereitung. Und als Kita-Wallraff wäre ich für all das abends wahrscheinlich viel zu erschöpft.
      Vielen Dank für deine Gedanken und herzliche Grüße ans andere Ende der Welt (Neuseeland?), Uta

      • Liebe Uta,
        also bei uns bist du als Leih–Oma nun eingeplant … L. fragt ja immer: Und wann kommt Uta mal wieder zu MIR? Ich find die Idee auch sehr gut :–)
        Ganz liebe Grüße und bis bald wieder!
        Dorthe

  • Liebe Uta,
    Ich finde deine Überlegungen auch sehr spannend und gar nicht zu theoretisch. Gerade lese ich den kleinen Homo Sapiens und bin etwas hin und her gerissen. Ich bin grundsätzlich auch Befürworter von Führung, Gelassenheit und Klarer Präsenz als Grundpfeiler in der Elternschaft.
    Aber ich kenne so viele Erwachsene (mich eingeschlossen),denen es so verdammt schwer fällt Zugang zu den eigenen Emotionen zu kriegen bzw diese adäquat auszudrücken, dass ich es nicht schaffe, mein Kind in seinem Emotionen komplett alleine zu lassen oder es zu ignorieren, wenn es ihm gerade offensichtlich nicht gut geht. Auch auf die Gefahr hin, ihn da zu „verwöhnen“, fühlt sich die Begleitung seiner Wut, Frustration, Trauer doch in den allermeisten Fällen richtig an.
    Ich weiß es nicht, aber wahrscheinlich liegt der perfekte Weg wie immer in einer guten Balance??
    Herzliche Grüße und danke für deine Arbeit hier!
    Jitka

    • Liebe Jitka, ja, da würde ich auch für die Balance plädieren. „Komplett allein lassen oder ignorieren“ würde wohl niemand empfehlen. Ich erlebe nur, dass Eltern es mit dem Einfühlen übertreiben und das Drama erst so richtig in Fahrt kommt. Damit ist meistens niemandem geholfen. Danke für deinen Kommentar! LG Uta

  • Ach, ich mag Deine Texte und Ansätze so. Und verteile die Links auch gerne im Familien- und Freundeskreis.
    Heute ist ein Tag, an dem die Kinder es mir echt schwer gemacht haben, die Mama zu sein, die ich gerne wäre. Da fällt mir das „immer fröhlich bleiben“ und “ liebevoll führen“ wirklich schwer und ich hätte am liebsten ein Direkt-Coaching von Dir.(Bietest Du eigentlich noch Online-Coachings an? Hamburg ist leider zu weit weg von uns.)
    Hoffentlich wird’s morgen besser…
    Viele Grüße und einen schönen Abend

  • Hallo Uta, ich möchte dir jetzt doch einmal rückmelden, wie es mir mit deinem Blog geht. Als ich dich vor zwei oder drei Jahren entdeckt habe, war ich sehr angetan und habe in den letzten Jahren auch immer wieder viele Aspekte mitnehmen können. Mein erstes
    Kind ist nun fünf und ich war (bin?) eine Mutter, die sich in den Bedürfnissen des Kindes verloren hat. Ja, ich habe es mehrmals kaum geschafft, sie zu wickeln und anziehen war lange Zeit ein Kampf. Mittlerweile habe ich ein weiteres Kind und mache vieles anders. Aber ob ich jetzt Leitwölfin bin? Ich möchte es ja gerne sein, aber dem steht so einiges entgegen. Und hier komme ich zu meiner Kritik, von der ich hoffe, dass sie willkommen ist und du sie so verstehst, wie ich sie meine (nämlich voller Wertschätzung für deine Arbeit): in deinen letzten Beiträgen fühle ich mich zusehends weniger gesehen. Denn wir leben nicht in einer Ur-Gemeinschaft, in der dann vielleicht einfach mal die Tante/Oma/Großtante übernimmt, wenn ich krank/müde/was-auch-immer bin. Meine Kinder haben in der Kita dafür aber den ganzen Tag Führung von einem sehr großen Ausmaß und ich kann wirklich gut verstehen, dass es ihnen Abends reicht. Und während sie in der Kita sind, gehen mein Mann und ich unseren recht anspruchsvollen Berufen nach. Wenn sie Abends schlafen, pflegen wir unsere Beziehung oder machen Sport. Zudem bin ich bin nicht mit kleinen Kindern um mich herum aufgewachsen, ich habe trotz meiner therapeutischen Tätigkeit keine Ahnung von Kindererziehung (gehabt).
    Oft genug hast du ja auch geschrieben, wie anders du deine Kinder behandelt hast, als sie klein waren. Ich glaube, Erziehen ist ein Lernprozess und der ist von außen nur sehr bedingt beeinflussbar. Gerade den Hinweis, dass es easy-peasy (meine Wortwahl, ich weiß) laufen würde, wenn ich nur meine Intuition für mich arbeiten lassen würde, finde ich zusehends schwierig. Denn da es nicht einfach läuft und meine Kinder nicht brav folgen, mache ich wohl etwas falsch! Ich weiß auch, dass J. Juul gesagt hat, erst mit dem dritten (oder vierten?) wirklich gut im erziehen ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass alle Eltern ihr Bestes geben (sogar dann, wenn das manchmal schrecklich wenig ist). Insbesondere die Eltern, die deinen Blog lesen, sind ja offenbar hoch motiviert.
    Ganz glücklich bin ich mit meinem Beitrag nicht, es fehlt eine Anregung, was ich mir wünschen würde… Vielleicht wirklich mehr Praxisbezug? Denn ich bin überzeugt (bzw. habe es oft so gelesen), dass du da sehr empathisch und verständnisvoll bist, zugleich gute Ideen hast, wie etwas geändert werden könnte.
    Viele Grüße aus Holland

  • Danke!!! Es tut wirklich gut, so klar strukturierte Gedanken zu lesen, die mir persönlich so helfen. Vor allem, dass „hinter allem ein Trauma lauert“, macht mir öfter zu schaffen. Wenig Zeit für die Kinder, Stress, wenn es Streit unter ihnen gibt und dann das Gefühl nicht situationsgerecht zu handeln. Es ist gut, wenn man wieder Klarheit in seine Gedanken bekommt. Und ich mir selbst bewusst machen kann, worauf ich achten möchte.
    Gruß
    Nelli

  • Liebe Mirka, deine Rückmeldung ist sehr willkommen! Und ich danke dir von Herzen für die wertschätzende Art, in der du sie formulierst.
    Mehrere Punkte, die du beschreibst, kann ich sehr gut nachvollziehen:
    – dass Familien häufig sehr isoliert leben und eben keine Oma und sonst niemand in der Nähe ist, der einen mal entlasten könnte (ganz wichtiger Aspekt!)
    – dass die Kinder den ganzen Tag der Führung in einer Kita ausgesetzt waren und dass es abends dann vielleicht mal genug ist mit dem Führen
    – und dass die Intuition einfach nicht vorhanden ist, so sehr wir auch in uns hinein fühlen, weil die Betreuung von Babys und Klein-Kindern einfach nicht mehr in der „Sippe“ erlebt wird und wir es – zwar mit größtem Einsatz und Liebe – aber vielleicht zu akademisch angehen.
    Ich kann das so gut nachvollziehen, was du schreibst. Und ich habe auch keine einfachen Lösungen dafür anzubieten. Mit der Arbeit von Rita Messmer möchte ich mich noch intensiver befassen, weil ich das Gefühl habe, es gibt noch ganz andere hilfreiche Herangehensweisen als die von Juul oder der bedürfnisorientierten Erziehung. Und wenn das Familienleben in indigenen Völkern vielleicht auch verklärt wird, finde ich bei den biologischen Ansätzen doch manches, was auch im Großstadt-Dschungel funktionieren könnte.
    Den unmittelbaren Praxis-Test hier zu Hause kann ich nun leider nicht mehr bieten (nur noch bei dem Thema „Junge Erwachsene“), trotzdem lassen mich die Fragen nicht los und ich halte euch gerne auf dem Laufenden, was sich in der Literatur und im Coaching so tut.
    Vielen Dank für deine Kritik und herzliche Grüße nach Holland, Uta

  • Liebe Uta,
    ich mag Deinen Blog gern und mir hat Dein Online-Coaching so geholfen!
    Ich bin immer noch großer Fan von der bedürfnisorientierten Erziehung und dass man die Gefühle von Kindern immer, immer, immer ernst nehmen und ihnen respektvoll begegnen sollte, erzähle ich jedem, der es hören will (oder auch nicht ;)).
    Aber es war irgendwann (bzw. ist es manchmal immer noch), wie Du es beschrieben hast: ich fand Mutter-Sein nur anstrengend. Immer diskutieren, immer alle Bedürfnisse sehen, meinem Mann erklären, warum das so richtig ist ;).
    Und jeder bedürfnisorientierte Blog verstärkte mein schlechtes Gewissen: „Die“ bekommen es doch auch hin, bleiben sogar für die Kinder zuhause, sind immer entspannt, ganz beim Kind und haben darüber hinaus noch Zeit Bücher zu schreiben 😉 Und obwohl ich das immer noch toll finde, weiß ich inzwischen für mich, dass ich das eben nicht kann. Und das meine Kinder auch nicht daran zugrunde gehen, wenn ich bestimmte Dinge entscheide.
    Ich mag Deinen Blog, egal, wie alt Deine Kinder sind. Ich finde nicht, dass man „das“ merkt oder Du zu theoretisch schreibst. Mir sind Deine Impulse sehr wichtig.
    LG

    • Liebe Bianca, auch du bist eine Fachfrau und deine Zeilen sind mir sehr wichtig. Ich danke dir für deine Offenheit und Beweglichkeit! Als meine Kinder so alt waren wie deine jetzt, hätte ich nichts lesen oder hören wollen über Führung. Für mich gab es nur Juul (den frühen Juul) und sonst nichts. Deshalb finde ich es bemerkenswert, dass du nicht quasi-religiös festhängst an einer „Schule“ und bereit bist, Gelesenes und sogar dich selbst immer wieder in Frage zu stellen. Danke für deine Anerkennung! LG Uta

  • Hallo Uta,
    jetzt schreibe ich Dir, was ich Dir schon vor Ewigkeiten geschrieben haben wollte.
    Ich war mit Drillingen, selbst streng autoritär erzogen und mit dem festen Willen es besser zu machen, oft so überfordert, dass ich eben doch die Mutter war, die ich nicht sein wollte. Und soo oft hast du wie ein Engelchen auf meiner Schulter gesessen und mir deine Worte eingeflüstert und Schlimmeres verhindert. Manche Sätze habe ich auf Post-It’s an den Spiegel geklebt. Ich glaube fest daran, dass Erziehung von außen beeinflussbar ist. Danke für deine Arbeit und für deinen tollen Blog (den ich als einzigen so oft weiterempfehle)

    • Das klebe ich mir jetzt als Post-It an den Spiegel für die schwachen Momente, in denen ich den Gedanken hatte und vielleicht wieder haben werde, mit dem Bloggen aufzuhören. Und diese Worte von einer Drillings-Mama! Wieder eine Fachfrau!
      ??
      … und jetzt muss ich mir auch noch ein Taschentuch holen ?!

  • Liebe Uta,
    ich war auch gespannt, wie der Blog weitergeht, den ich erst durch dein Buch „Erziehen kann leicht sein“ gefunden habe.
    Ich kann für mich mit meinen beiden Jungs (8 und 5) immer noch viel aus den aktuellen Beiträgen gewinnen.
    Ja, das Prinzip von Rita Messmer hat meinen wunden Punkt getroffen.
    Ich finde es faszinierend, mit welcher Leidenschaft und Begeisterung du deinen Blog weiterführst, obwohl deine Kinder schon groß sind. Und dass du auch nicht an „deinem Weg“ festklebst, sondern bereit bist, neue Gedanken/Wege zuzulassen und dann auf deine Art zu formen.
    Ich empfinde es als große Bereicherung und bin dir dankbar für deine virtuelle Unterstützung.
    Bedürfnisorientierung war für mich auch eine Falle – aber die bessere Alternative. Und ich habe mich auch weiterentwickelt. Und mit meinem Mann überlegt, wie es weitergeht, wenn wir frustriert über etwas waren. Und haben uns so unseren Weg gebahnt. Bis jetzt. Wichtig ist es für unsere Entscheidungen nach wie vor, die Bedürfnisse unserer Familienmitglieder zu achten. Aber wir Eltern haben uns wieder wichtiger genommen und stecken den Rahmen. In unserer Anfangszeit haben wir den Rahmen ums Kind gesteckt.
    Viele Grüße,
    Marie

    • „Aber wir Eltern haben uns wieder wichtiger genommen und stecken den Rahmen. In unserer Anfangszeit haben wir den Rahmen ums Kind gesteckt.“
      Wow! Das Bild mit dem Rahmen muss ich mir merken. Danke, Marie für deinen Kommentar! LG Uta

  • Liebe Uta, danke für deinen Beitrag. Ich lese dich schon sehr lange..und mitlerweile ist die große fast 16 ? ich freu mich, dass du die ganzen Bücher für uns liest und sie zusammenfasst. Ich finde dennoch, dass Erziehung zu einem passen muss und man in sich hören muss was man richtig findet. Ich kann heute bei der jüngsten viel entspannter sein als bei den beiden großen. Ich glaube das wir uns als Eltern so oft in Frage stellen ist auch ein gesellschaftliches Problem. Als ich heute im Radio hörte, dass die Kinderspeisekarten überprüft und gesünder werden sollen hab ich mich schon gefragt ob wir keine anderen Sorgen haben. Im Beitrag davor wurde noch berichtet wie Millionen von Menschen kein sauberes Wasser zur Verfügung steht..

    • Liebe Tanja, so ein Entspanntheits-Hormon sollte einem eigentlich mit der Muttermilch einschießen. Das würde sehr helfen. Aber wir müssen uns wohl alle durch unsere Ängste hindurcharbeiten. Dass ich die ganzen Bücher lese, ist tatsächlich meine Leidenschaft. Wie schön, wenn das anderen hilft. Danke für deine liebe Rückmeldung und herzliche Grüße, Uta

  • Liebe Uta,
    vielen Dank für diesen Artikel! Es ist erstaunlich, immer wenn ein Thema in mir rumort, schreibst du zeitnah einen Artikel dazu ?. Ich hatte in letzter Zeit oft das Gefühl, dass bedürfnisorientiert zwar sehr notwendig, aber nicht hinreichend ist, dass ich irgendwie noch weiter gehen muss auf meinem Mama-Weg.
    Ich sehe die Gefahr, dass nur noch die Bedürfnisse des Kindes gesehen werden (ausgenommen das erste Babyjahr, wo es notwendig ist) und die der Eltern zurück stehen. Dadurch wird das Ganze irgendwie „ausgehöhlt/hohl“, weil man dann nicht mehr vorlebt, was man als wichtig vermitteln möchte. Außerdem kann es ja auch ein Bedürfnis nach Führung geben oder ein Bedürfnis nach mehr Klarheit und weniger Diskussion…
    Es kommt zudem auch auf die Motivation an. Gehe ich angstgeleitet vor (Trauma vermeiden) oder liebegeleitet (das Kind „sehen /erkennen“ und ihm ermöglichen seinen Weg zu gehen)…
    Ich kriege Knoten in meine Gedanken und irgendwie lande ich schlussendlich immer bei mir selbst ?. Deswegen ist meine Methode zur Zeit, an mir selbst zu arbeiten, mich weiter zu entwickeln. Die Dinge, die ich bei den Kindern beobachte, als Spiegel zu nutzen und mich zu fragen, was mir das gerade sagen/auf was es mich hinweisen möchte. Ich hoffe, dass wir uns so mehr befruchten können und ich nicht ihren Bedürfnissen „hinterher hechel“, sondern zu mehr Ruhe finde. So viel zur Theorie. In der Praxis bräuchte ich gelegentlich mal mehr Entlastung um mehr die Mama zu sein, die ich sein will.
    Mir sind deine Gedanken übrigens nicht zu theoretisch, ich finde sie super hilfreich.
    Auch bereichernd fand ich die Auszüge aus den Coachings, wenn es praxisbezogener sein soll.
    LG

    • Ich habe mit euch Kommentatoren so tolle Co-Autoren!
      Liebe JuSt, Bedürfnisorientierung ist (in gewissem Maße) „notwendig, aber nicht hinreichend“. Das ist ein wichtiger Gedanke. Auch das mit dem Aushöhlen hat mir gut gefallen, weil wir sonst für das Kind als Person nicht mehr erlebbar sind, was ein Vakuum erzeugt. Und das stresst den kleinen Menschen sehr.
      Auch „angstgeleitet“ versus „liebegeleitet“ ist eine wichtige Unterscheidung.
      Danke dir für deinen Beitrag und auch den Anstupser, wieder Auszüge aus Coachings zu bringen. LG Uta

  • Liebe Uta,
    wie wäre es mit Leih-Großtante? ??? Hier kannst du momentan eine Menge erleben ?
    Mir gefällt deine „etwas andere Ausrichtung momentan sehr“. So hadere ich doch viel zwischen meinem professionellen Pädagogen-Ich und meinem Mama-Ich. Dein Blog hilft mir oft Beides zu vereinen. Danke dafür. Die Auseinandersetzung mit der Bedürfnisorientierung vs. „Leitungsorientierung“ find ich großartig. So bin ich davon überzeugt, dass sich Beides super miteinander vereinbaren lässt. Das hängt im Wesentlichen daran, dass ich es für sehr gefährlich halte, meine „Macht“ als Mama zu leugnen. Denn, egal wie wenig ich auch meinem Kind vorgeben möchte – wenn es darauf ankommt, entscheide ich – weil es meine Pflicht / meine Verantwortung als Mama ist. Das sichert ja sogar der Rechtstaat ab, aber eben auch die Natur. Gut also, wenn wir uns dieser Macht bewusst sind und sie nicht leugnen. Andernfalls wird sie zur Gefahr. Für mich stellt sich also eher die Frage, wie ich beide Themen miteinander authentisch vereinbaren kann.
    Und zum Thema: nicht in Sorgen zu versinken – wir haben nun den Kinderarzt gewechselt. Meine Sorgen haben sich nun max. reduziert. Manchmal helfen auch solche banalen Methoden. ?
    Ich freue mich schon auf deine nächsten Erkenntnisse.
    Liebe Grüße
    Theresa

    • Liebe Theresa, die Großtante freut sich sehr über deine Worte, kann über die Entfernung leider nur Gedanken ausleihen.
      Deine Gedanken haben mir auch gut gefallen. „Das hängt im Wesentlichen daran, dass ich es für sehr gefährlich halte, meine „Macht“ als Mama zu leugnen. Denn, egal wie wenig ich auch meinem Kind vorgeben möchte – wenn es darauf ankommt, entscheide ich – weil es meine Pflicht / meine Verantwortung als Mama ist.“
      Ja, ist es gewissermaßen ein Leugnen von Macht, wenn ich die Wünsche des Kindes zu sehr zur Richtschnur meines Handelns mache.
      Oh, und nun zum Kinderarzt-Wechsel. Ein guter Kinderarzt oder eine gute Kinderärztin ist absolut Gold wert. Vielleicht magst du meinen Dankes-Beitrag an unseren Kinderarzt lesen: https://www.wer-ist-eigentlich-dran-mit-katzenklo.de/2013/11/glueckliche-familie-nr-180-unser-kinderarzt/
      Herzliche Grüße, Uta

  • Danke für diesen Artikel! Ich lese jeden Text von dir so unheimlich gern und nehme jedes Mal etwas mit! Umso größer mein Kloß im Hals, wenn ich in einem deiner Kommentare hier lese, du würdest ans aufhören denken! Bloß nicht! Ich finde es GERADE wertvoll, dass du mit etwas Abstand berichten kannst, weil deine Kinder schon größer sind. Ich bin wahnsinng gespannt was deine Recherche ergibt und was wir hier als nächstes lesen können. Und nein, mir fehlt überhaupt kein Praxisbezug. Ich finde es ist voll mit „Praxis“ hier 🙂 Deine Texte sind mir wichtig und leiten mich immer wieder! Herzliche Grüße! Julia

  • Hallo,
    ich habe deinen Blog gestern Abend erst entdeckt, selten spricht mich der Name direkt so gut an wie deiner, herrlich, aber auch der Beitrag hat mich gefesselt, sodass ich ihn im Bett nachts um 1 fertig lesen musste, nachdem ich auf der Couch eingeschlafen war. So klar ausgesprochene Gedanken die einen Sinn ergeben. Ich komm jetzt öfter lesen.
    Lieben Gruß Katharina

  • Liebe Uta,
    ich habe mich sehr gefreut, dass meine Gedanken bei dir Anklang gefunden haben.
    Deine Überlegungen zu „neuer Führung“ finde ich spannend. Vielleicht ist das ein gesellschaftliches Phänomen…? Mein Mann berichtet auch über neue Führung von Organisationen… Wie führt man, wenn autoritär nicht mehr ist? Sehr interessant!

  • Liebe Uta,
    über den Wunschkind Blog bin ich auf deine Seite gekommen und habe grade das Interview mit Rita Messmer und diesen Artikel gelesen.
    Vielen Dank, dass du deine Ansichten teilst!!!
    Ich bin sehr nachdenklich geworden durch die beiden Artikel.
    Wieso verbindest du mit Bedürfnisorientierung denn Schwachheit und Defizitorientierung? Ich sehe das Ziel der Bedürfnisorientierten Erziehung wirklich darin, dass man als Familie die Bedürfnisse aller abwägt und dann Kompromisse und Wege findet, dass alle sich wohlfühlen. Und die Aufgabe der Eltern ist dann das Entscheiden welches Bedürfnis nun am Wichtigsten ist und wie die Bedürfnisse ausrangiert werden. Das ist für mich Führung. Ja, Babys‘ Bedürfnisse stehen oben, dann langsam können auch wieder die Bedürfnisse der anderen zeitnaher berücksichtigt werden. Ja, das ist echt anstrengend, vor allem mit mehreren Kindern und ich scheitere mehrmals jeden Tag. Aber dennoch ist genau das mein Ziel. In meiner Partnerschaft schaue ich auch, dass unser beider Wünsche und Bedürfnisse Gehör finden. Warum dürfen Eltern das in der Beziehung zu ihren Kindern nicht? Darin besteht für mich die Führungsaufgabe, den Kindern zu helfen ihre Bedürfnisse zu sehen und Ihnen helfen sie zu erfüllen. Man zieht sich doch dann auch immer weiter zurück je älter sie werden. Es fällt schwer ja und es ist anstrengend, die meisten von uns durften Gefühle nicht so benennen und oft wurde auch nicht auf unsere Bedürfnisse geschaut. Wir müssen das auch erst lernen. Aber im Zusammenleben, finde ich, ist es unerlässlich auf die Bedürfnisse der anderen zu schauen und das können Kinder mit Hilfe von uns in der Familie lernen. Nur wenn man danach schaut, pathologisiert man doch nicht automatisch. Es ist doch egal, ob es die Wackelzahnpubertät gibt, egal ob eine Einschulung ein Übergang ist, wichtig ist doch nur mein Kind. Wenn es bei einem „Übergang“ Nähe braucht, schaue ich wie ich das Bedürfnis erfüllen kann und bewerte das Kind doch nicht gleich als so oder so. Gefühle zu leben, zuzulassen empfinde ich als äusserst wichtig. Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie später sich selbst kennen, ihre Bedürfnisse und nichts machen, das sich schlecht anfühlt. Dass sie niemandem gehorchen, sondern sich auf sich selbst verlassen können. Wenn es uns gelingt unseren Kindern einen Zugang zu ihren Bedürfnissen zu vermitteln, geben wir Ihnen doch das Beste auf den Weg was es geben kann, nämlich die Möglichkeit für ihr eigenes Wohlergehen zu sorgen und somit auch noch Platz für die Bedürfnisse anderer zu haben. Was wäre unsere Gesellschaft, wenn die Menschen die Verantwortung für sich selbst übernehmen würden und sie nicht abgeben. Bedürfnisorientierung heißt doch nur das: zu schauen wie es uns allen geht. Nicht die Bedürfnisse zu bewerten als schlecht oder gut, nicht zu pathologisieren, nicht den anderen von meinem Bedürfnis zu überzeugen, dass es am Wichtigsten ist, sondern gehört und gesehen zu werden. Interesse für meine Kinder ist keine Kofsteuerung, das ist Beziehung.
    Das schwierige an der ganzen Sache ist, Bedürfnisse hinter den Gefühlen zu finden und keine kurzzeitigen Launen als Bedürfnisse zu missdeuten.
    Ich danke dir nochmal für die Denkanstöße!
    Viele herzliche Grüße

  • {"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

    >