Mich hat eine Frage meiner Leserin Amelie*, Mutter von Zwillingen, zum sogenannten „Nachfolgewillen“ erreicht.

Ihr erinnert euch? Der Nachfolgewillen beschreibt nach der Schweizer Therapeutin und Buchautorin Rita Messmer den angeborenen Drang kleiner Kinder, ihren Hauptbindungspersonen in ihrem Verhalten zu folgen. 

Amelie schreibt:

Liebe Uta,

ich habe heute eine Frage an dich. Es geht um meine Zwillinge Fritz und Franz, fast 20 Monate alt, keine weiteren Geschwisterkinder.

Seit die Kinder laufen können, haben wir den Nachfolgewillen trainiert in unterschiedlichsten Situationen, das hat immer sehr gut funktioniert.

Wenn die Kinder etwas nicht tun sollten, habe ich es ihnen maximal zweimal gesagt, habe sie dann wortlos weggenommen, hochgenommen, etc., habe sie sich beruhigen lassen und dann war die Sache erstmal erledigt. Oft war es aber genug, sie anzuschauen, kurz den Kopf zu schütteln und sich abzuwenden, sie haben es dann sein lassen.

Noch vor einem Monat hatte ich kooperative und umgängliche Kinder. Aber jetzt! Es ist egal, um was es aktuell geht, sie machen oft nicht mit. Vielleicht ist es eine Phase, aber Trotz gibt es ja laut Rita Messmer nicht, also muss es an mir liegen.

Wir gehen zweimal am Tag spazieren. Wir lassen uns oft treiben, die Kinder suchen den Weg aus, sie wählen meist den Gleichen.

●An der Hand über die Straße gehen – ein Kampf. Die Wahl, welche Hand sie mir geben wollen, gibt es nicht, denn meist belegt ein Kind schon eine meiner Hände.

●Nachfolgen – keine Chance. Aufbruch ankündigen und dann 100 Meter Distanz zwischen Kind und Mutter aktiviert die Kinder nicht zum Mitkommen, denn sie haben ja sich, sie brauchen mich nicht, sie spielen einfach weiter.

●Dass sie nicht auf fremde Grundstücke gehen sollen, war zum Beispiel sonst immer eine klare, funktionierende Regel - anscheinend haben die Kinder jetzt davon noch nie gehört. Wenn Fritz zögert, macht Franz ohne Zaudern den ersten Schritt und sie gehen beide völlig unbeeindruckt weiter.

Wegnehmen, hochnehmen würde gehen, allerdings nicht mit zwei Kindern, denn erstmal muss ich ja beide Kinder „einfangen", da ist dann der Effekt schon längst wieder verpufft, wenn ich beide endlich bei mir habe.

So stelle ich mir Fritz und Franz vor: zu allen Taten bereit. Foto von Cleyder Duque von Pexels

Wenn nur Franz Blödsinn macht, Hochnehmen gerade der richtige Weg wäre, will Fritz auch „getragen" werden. Da das nicht geht, macht Fritz exakt den gleichen Blödsinn, um auch auf den Arm genommen zu werden. Er probiert einfach mal aus, ob die gleichen Regeln auch für ihn gelten und schon habe ich wieder nur zwei Arme, die gerade mit einem Kind „kämpfen".

Wegschauen, wenn sie zum Beispiel auf den Fernsehschrank klettern oder immer wieder Blätter von der Grünpflanze zupfen, kommt nicht in Frage, aber eine Lösung fällt mir dazu mit den beiden gerade nicht ein.

Ich könnte noch einige Beispiele nennen, höre jetzt aber auf, denn es ist im Grunde immer das Gleiche. Ich überlege, ob ich vielleicht das Prinzip einfach nicht verstanden habe....

Ich hoffe, du hast eine Idee.

Viele liebe Grüße

Amelie


Liebe Amelie,
da Rita Messmer die Expertin für den Nachfolgewillen ist, habe ich deine Mail an sie weiter geleitet. Sie war so nett, umgehend zu antworten:

Liebe Uta,
entschuldige, ich musste gerade herzlich lachen, als ich die ganzen Beispiele der Mutter las - einfach herrlich diese Kinder! Ich könnte sie gerade knuddeln, denn sie verhalten sich echt biologisch. Aber ich weiß, der Mutter ist es nicht ums Lachen und auf keinen Fall lache ich sie aus - nur dass sich die Kinder eben gerade wie Kinder verhalten und das bringt mich zum Lachen...
Also von vorne. Wir müssen verstehen, dass Kinder unglaublich schnell lernen und sofort Strategien entwickeln. Zwillinge sind da noch
gewiefter als andere Kinder (ich bin selber Zwilling).

Amelie schreibt: Noch vor einem Monat hatte ich kooperative und umgängliche Kinder. Es ist egal, um was es aktuell geht, sie machen oft nicht mit. Vielleicht ist es eine Phase, aber Trotz gibt es ja laut Rita Messmer nicht, also
muss es an mir liegen.

Es liegt immer an uns! Und zwar: Wenn wir eine Situation mit unseren Kindern nicht gutheißen, müssen wir uns eine Strategie überlegen, um
diese zu ändern. Das heißt, wir müssen uns verändern, wenn wir bei unseren Kindern etwas auslösen/bewirken wollen. Und es ist nicht wahr,
dass es keinen Trotz gibt. Trotz muss nicht notgedrungen sein - es ist kein kosmisches Gesetz. Trotz ist eine Reaktion des Kindes. In deinen Ausführungen der Kleinen würde ich nicht von Trotz sprechen, sondern von Erfahrungen, die die Kinder machen. Sie sind gerade daran, die Welt als einen unheimlich schönen und spannenden Ort zu entdecken und das leben sie jetzt aus. Sie machen Erfahrungen - alle möglichen Erfahrungen! Sie sehen, sie tun etwas, und gleichzeitig finden sie deine Reaktion, Kreativität, deine Stimme, dein Verhalten unglaublich spannend und erfahren, was auf eine kleine Aktion bei ihnen für viele mögliche Lösungen bei dir im Köcher sind. Sie wollen wissen, wie viele Lösungen es gibt. Sie bauen gerade ihr Hirn auf. Die Interaktionen mit dir sind ein spannendes Experimentierfeld und sie lernen unheimlich viel dabei.

Amelie schreibt: An der Hand über die Straße gehen – ein Kampf. Die Wahl, welche Hand sie mir geben wollen, gibt es nicht, denn meist belegt ein Kind schon eine meiner Hände.
Regeln aufstellen: Du hast ja zwei Hände. Also hier keine Wahl geben, sondern eine Regel. Wenn wir über die Strasse gehen, gilt: Hand geben! (Klares Postulati - keine Diskussion) und zwar Fritz geht rechts, Franz links. Beim nächsten Mal umgekehrt. Damit machst du klar, es gibt auch kein Feilschen, wer wo an welcher Hand. (Ich wäre halt auch schon vorsichtig, so kleine Kinder den Weg wählen zu lassen. Ich finde, das solltest du als Mutter entscheiden und nicht den Kindern
überlassen. Sie sollen entscheiden können, welchen Bauklotz sie zum Spielen nehmen, aber nicht welchen Weg man geht. Dies aber nur nebenbei...)

Amelie schreibt: Nachfolgen – keine Chance. Aufbruch ankündigen und dann 100 m Distanz zwischen Kind und Mutter aktiviert die Kinder nicht zum Mitkommen, denn sie haben ja sich, sie brauchen mich nicht, sie spielen
einfach weiter.

Wieso kündigst du den Aufbruch an? Brauchen deine Kinder diese Info? Die Regel ist, du stehst auf und setzt dich in Bewegung. Das ist das unmittelbare Signal, wir gehen jetzt. Mehr brauchen Kinder nicht. Du schaust dich auch nicht um. Je weniger du dir anmerken lässt, dass du daran interessiert bist, dass sie mitgehen, desto eher reagieren sie.
Sobald sie merken, dass du es bist, die will, dass sie mitgehen, desto mehr haben sie Macht über dich und desto mehr werden sie diese ausreizen. Wenn du merkst, dass sie nicht reagieren, desto schneller gehst du weg, desto weniger zeigst du, dass du dich kümmerst... Ich wette, deine Kinder werden sehr schnell nachkommen. Kinder haben ein großes Gespür.
Falls sie auch nicht kommen, wenn du so vorgehst, dann liegt es daran, dass sie da, wo sie sind, sich bereits gut auskennen. Dass sie wissen, wo sie dich finden, wenn sie fertiggespielt haben und dass ihnen in diesem
Moment ihr Spiel mehr bedeutet, als an deiner Seite zu sein, denn sie wis sen ja, wo sie dich, wenn nötig wieder vorfinden. Also das Kind dehnt jetzt seine Unabhängigkeit aus, es exploriert seine Umfeld und das ist ganz natürlich.

Amelie schreibt: Dass sie nicht auf fremde Grundstücke gehen sollen, war zum Beispiel sonst immer eine klare, funktionierende Regel - anscheinend haben die Kinder jetzt davon noch nie gehört. Wenn Fritz zögert, macht Franz sicher
ohne Zaudern den ersten Schritt und sie gehen beide völlig unbeeindruckt einfach weiter.


Wie oben. Sie finden deine Reaktionen sehr spannend und haben gelernt, dass ihr Verhalten bei dir so viel auslöst. Ihr Gehirn gibt ihnen den Auftrag, möglichst viel zu lernen und hier können sie unglaublich viel lernen. Die Biologie wertet nicht in dem Sinne wie wir. Erfahrungen sind immer Erfahrungen und fürs Leben brauchen wir möglichst viele Erfahrungen! Auch hier handelt es sich nicht um Trotz. Das heißt nun nicht, dass du deine Kinder weitermachen lassen sollst - denn du bewertest in gutes und schlechtes Verhalten (soziales Nervensystem). Und jetzt setzt du deine Regel durch. (Auch das ist eine Erfahrung für dein Kind.) Wie du das machst, da gibt es nun diverse Möglichkeiten... z. B. ein klares Nein, das Kind an die Hand nehmen und weitergehen. Wenn du das mit einem Kind machst, wird das andere unmittelbar folgen. Du musst also nicht beide an die Hand nehmen. Du solltest dabei schnell verfahren, ohne Erklärung, aber eine sichere klare Haltung zeigen, dass du das nicht willst. Du nimmst dich auch sofort mit deiner Zuwendung zurück und drückst damit aus, dass du dieses Verhalten missbilligst. Also keine Erklärung, keine Bitte nichts dergleichen, aber ein klares, starkes Körpersignal.

Amelie schreibt: Wenn nur Franz Blödsinn macht, Hochnehmen gerade der richtige Weg wäre, will Fritz auch „getragen" werden. Da das nicht geht, macht Fritz exakt den gleichen Blödsinn, um auch auf den Arm genommen zu werden. Er probiert einfach mal aus, ob die gleichen Regeln auch für ihn gelten und schon habe ich wieder nur zwei Arme, die gerade mit einem Kind „kämpfen".

Wegschauen, wenn sie zum Beispiel auf den Fernsehschrank klettern oder immer wieder Blätter von der Grünpflanze zupfen, kommt nicht in Frage, aber eine Lösung fällt mir dazu mit den beiden gerade nicht ein.

Du siehst, wenn deine Reaktion auf das Verhalten des einen Kindes als ein positives Körpersignal (Hochnehmen) vom Kind bewertet wird, dann
will der andere Zwilling das auch gerade. Das ist logisch. Also muss du dir eine Reaktion ausdenken, die nicht als positiv bewertet wird. Und da ist jetzt deine Kreativität gefragt. Du sagst wegschauen - ich würde bei 20 Monate alten Kinder nicht mehr einfach nur wegschauen, sondern ein klareres Zeichen setzen, z. B. unmittelbar aus dem Raum gehen, Abwenden, eine klare Körpersprache einsetzen. Aber, wenn das nicht geht, weil du Angst hast, den Kindern könnte etwas passieren oder sie könnten großen Schaden anrichten, dann musst du eine Regel einführen wie zum Beispiel, dass - falls du ein Laufgitter hast - der eine Zwilling für eine gewisse Zeit da hinein kommt.
Kinder sind kein Gericht, bei dem man wie nach Rezeptbuch vorgehen kann, um ein Resultat zu bekommen. Kinder lernen fortwährend und somit verändern sie sich laufend. Wichtig ist, dass wir uns als Eltern darauf einstellen können. Dass wir mitgehen können und verstehen, wieso sich jetzt gerade das Kind so anders verhält als vorher, damit wir uns auch als Eltern diesen neuen Herausforderungen stellen. Ich sage immer, das Verhalten von solchen Kindern zeugt von Intelligenz. Nun müssen die Eltern halt noch ein bisschen intelligenter und kreativer sein und mit einem entsprechenden Verhalten zeigen: Ich lenke und leite dich nach meinen Regeln - bis die Regeln wieder verinnerlicht sind, deine Führung von den Kindern akzeptiert wird und dann geht es wieder wie durch Butter. Aber, vergiss nie, sie werden dich immer wieder herausfordern, und ich wünsche dir, dass du ihr Verhalten dann entsprechend interpretieren und lachen kannst, wie ich es musste, als ich deine Zeilen las.

Ganz herzlich,
Rita Messmer

Ganz herzlichen Dank, Amelie, für deine Frage, und Rita für deine schnelle und so ausführliche Antwort! Ich freue mich sehr, dass ich euren Austausch hier veröffentlichen darf.

Was nehme ich daraus mit:

Kurz & knackig

  • Dass die Biologie wertfrei ist und dass Klein-Kinder über Verhaltenssignale lernen, was für sie und ihre Bindungspersonen funktioniert, 
  • Dass sie es nicht als Ablehnung empfinden, wenn wir ihnen signalisieren, welches Verhalten erwünscht ist und welches nicht,
  • Dass Rita Messmer Philosophie kein Schimpfen, Drohen, Erpressen oder mit Gefühlen „quetschen“ („Da bin ich aber traurig …“) enthält,
  • Dass wir reflektierten Eltern (ich als junge Mama eingeschlossen) schnell denken, das Kind könnte es als Liebesentzug verstehen, wenn wir zu etwas ‚Nein‘ sagen und uns kurz abwenden,
  • Dass diese eher psychologisierende Sicht Kinder zu kleinen Erwachsenen macht, ihnen nicht gerecht wird und sie überfordert,
  • Dass, wenn wir mehrere Kinder haben, erst wirklich zu Tage tritt, was für ein respektvolles Miteinander funktioniert und was nicht.

Immer fröhlich nach hilfreichen Verhaltenssignalen suchen,

eure Uta

* Name geändert

  • Liebe Uta,
    die Beiträge von Rita Messmer widerstreben mir immer sehr. Dieser hier nun besonders:
    – „Wieso kündigst du den Aufbruch an? Brauchen deine Kinder diese Info?“ Bei uns läuft es IMMER besser, wenn die Kinder eine Ankündigung und bestenfalls eine Begründung haben – auch in diesem Alter. Ab welchem Alter haben die Kinder denn ein Recht auf diese Info laut Rita?
    – „desto schneller gehst du weg, desto weniger zeigst du, dass du dich kümmerst“ Beliebig weit weg gehen ist ja auch keine Lösung, da ggf auch Straßen, etc da sind. Ich habe einmal 10 min außer Sicht meines Sohnes gewartet, bis er bemerkte, dass ich nicht mehr da bin. Und das erst, als ihn jmd Fremdes ansprach. Dabei ist er – auch vier Jahre später – jemand der in Panik verfällt, wenn er alleine ist. (Einige) Kinder in dem Alter sind so vertieft und gedankenverloren, dass sie es einfach nicht bemerken, wenn die Eltern weiter gehen, für mich umso mehr Grund für Ankündigungen.
    – „ein klares Nein, das Kind an die Hand nehmen und weitergehen“ kreischende, heulende, sich wehrende Kinder weg zerren (darauf läuft es doch hinaus, wenn sie nicht wollen) ist also die Lösung? In dem Fall noch mit zweien? Das hält dann unter Umständen für den Rest des Spaziergangs an?
    – „ein klareres Zeichen setzen, z. B. unmittelbar aus dem Raum gehen“ Das leuchtet mir überhaupt nicht ein. Was ist denn mit all den Zeiten, wo ich einfach den Raum verlassen muss, weil ich eben etwas erledige? Soll das dann auch als Ablehnung des Verhaltens gewertet werden?
    Vielleicht habe ich auch einiges nicht richtig verstanden, aber ich finde die Antwort wenig hilfreich.
    Viele Grüße, Nadine

    • Liebe Nadine, danke für deine Auseinandersetzung mit dem Thema! Ja, das mit dem Ankündigen eines Aufbruchs würde ich auch machen. Ich meine sogar, es selbst bei Rita gelesen zu haben, dass man Bescheid gibt: z.B. in fünf Minuten gehen wir. Allerdings interpretiere ich den Aufbruch der Mama als nicht so negativ, wie ich es bei dir herauslese. Das ist unsere Wertung als Erwachsene. Kommt es bei den Kindern so an?
      Ich habe ein paar Meter Erziehungsratgeber gelesen und Ritas Bücher waren davon die einzigen, die auf diese biologischen Signale setzen. Das finde ich total spannend und wertvoll, weil sie die Kinder in ihrer Entscheidungsfreiheit so ernst nehmen. Das viele Reden, Erklären, Bitten, Betteln, Bestechen, mit Gefühlen erpressen, dem wir Eltern sonst verfallen, halte ich nicht für liebevoller. Eher ihm Gegenteil. Viele Kinder sind total gestresst, weil sie gar nicht mehr wissen, welches Verhalten eigentlich von ihnen erwartet wird.
      Und das heißt ja nicht, dass wir gar nicht mehr reden oder erklären, aber durch die Verhaltenssignale habe wir einfach noch einen Möglichkeit mehr in unserem Repertoire als familiäre Führungskräfte.
      Und wenn es für dich so funktioniert, wie du es machst, wird es für euch der beste Weg sein.
      Herzliche Grüße, Uta

  • Ich finde die Überlegungen von Rita Messmer in der Theorie oft so schön griffig und überzeugend , aber in der Praxis merke ich immer wieder, dass ich dann in Kampf mit meinen Kindern gerate und immer angespannter und vermeintlich klarer , aber auch distanzierter und unversöhnlicher werde. Vielleicht wird da bei mir was getriggert – und ich kann es dann nicht angemessen umsetzen , aber so möchte ich jedenfalls nicht fühlen , dass es irgendwie dann für mich nur noch darum zu gehen scheint , dass ich ja der Boss bin und das den Kindern auch klar ist.

    • Liebe Lotti, entschuldige, dass dein Kommentar jetzt erst erscheint. Er war im Spam-Ordner gelandet.
      Ich finde deine Rückmeldung sehr wertvoll und könnte mir vorstellen, dass es mir vielleicht auch so ginge, wenn meine Kinder noch klein wären.
      Wie kann man es wohl schaffen, dass diese Distanz nicht entsteht?
      Spannende Frage!
      Herzliche Grüße und danke fürs Schreiben! Uta

  • Meine kleine Tochter ist jetzt 7,5 Monate alt und ich habe mir vorgenommen, Ritas Ansatz auszuprobieren. Gestern fing die Kleine beim Breifüttern an, wild zu pusten und damit den Brei überall auf ihr und mir zu verteilen. Heute war ich innerlich darauf eingestellt. Ich habe sie sogleich wie beschrieben einfach auf den Boden gelegt und mich abgewendet. Zweimal musste ich das machen, ein paar Minuten jeweils abwarten bis der Protest weniger wurde. Danach konnte ich Sie problemlos zuende füttern. Erstaunlich! Mal sehen, wie es bei den nächsten Mahlzeiten wird :-)))
    Ich finde die Ideen total interessant und da ich mich in so vielen Dingen sehr sicher als Mutter fühle, probiere ich diese Vorgehensweise einfach aus, auch wenn sie mir neu und nicht direkt intuitiv ist. Intuitiv ist für mich, es hinterher mit ihr nochmal zu besprechen, was da passiert ist, aber eben nicht in dem Augenblick selbst. LG Jitka

    • Liebe Jitka, ich danke dir sehr herzlich für dein Beispiel. Wie hast du reagiert, als es das erste Mal passiert ist? Und magst du nochmal schreiben, wie es bei den nächsten Mahlzeiten gelaufen ist? Herzliche Grüße, Uta

  • Ich war so überrascht beim ersten Prusten und fand es im ersten Moment furchtbar niedlich, deswegen habe ich definitiv positiv verstärkt. Hinterher sahen wir entsprechend aus und ich dachte „oh nee Stopp, das soll auf keinen Fall zur Gewohnheit werden“. Deshalb werde ich jetzt umso konsequenter sein, um die erste Reaktion wieder wett zu machen. Ich berichte gerne weiter 🙂

      • Spannender Prozess hier:
        Am Abend gestern hat die kleine Dame SOFORT gepustet beim ersten Löffel!! Und heftig protestiert beim Ablegen. Dann nochmal eine Wiederholung von dem Ganzen, und ich konnte sie füttern. Sie war allerdings etwas unzufrieden von der ganzen Aktion, aber hat trotzdem essen wollen und danach war sie auch wieder ausgeglichen.
        Heute früh: kein pusten, die ganze Zeit. Dann dachte ich irgendwann, sie wäre satt, habe ihr aber doch noch einmal den Löffel angeboten da hat sie ganz leicht gegen gepustet. Und war im Gegensatz zu sonst gar nicht meckerig beim abwischen (das mag sie eigentlich nicht so richtig gerne). Alles gut soweit. Ob Rita wohl meinen würde, dass ich auf dem richtigen Weg bin?
        LG Jitka

        • Liebe Jitka, es tönt auf jeden Fall gut, wie die Schweizerin sagen würde ?. Danke, dass du uns teilhaben lässt an dem Prozess! LG Uta

  • Letztes Update von mir : es hat wirklich funktioniert!!! Pusten beim Essen ist kein Thema mehr. Ein einziges Mal noch ist es gestern Mittag passiert, aber ich glaube das war eher aus Versehen. Sie hat da auch überhaupt nicht geweint beim ablegen, als wäre ihr völlig klar, warum und dass es gleich wieder weiter geht. Ging es dann auch ohne Probleme. Also ich werde die Methode auf jeden Fall weiter verfolgen :-)))

    • Liebe Jitka, danke für deine Rückmeldungen über mehrere Versuche! Solche Berichte sind mir immer sehr wichtig. Euch ganz schöne Ostern! LG Uta

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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