Glückliche Familie Nr. 128: Das Kind anerkennen, Folge 1 

 13/03/2013


„In der Familie eine Kultur der Anerkennung schaffen“ – das war in den Elterntrainings, die ich mit einer Kollegin angeboten habe, ein wichtiges Thema. 

Um mit den Eltern darüber ins Gespräch zu kommen, haben wir einen kleinen Test gemacht.

Habt ihr Lust, euch in den folgenden Situationen zu überlegen, wie ihr reagieren würdet? 
In kursiv findet ihr darunter, was Frau Doktor Sommer Uta für richtig hält.


1. Der elfjährige Tom erzählt, dass er in der Mathe-Arbeit eine ‚Zwei‘ hat. 

a) Mutter: „Toll, wie ist die Arbeit denn insgesamt ausgefallen? Luis hat bestimmt wieder eine ‚Eins‘, oder?“

b) Mutter: „Wow, da hast du dich ja deutlich gesteigert. Lass mal sehen.“ Mutter schaut sich das Heft an, stellt Fragen …

c) „Klasse! Zeig Mal!“ Vater blättert in der Arbeit: „Ach, Mensch, eine ‚Zwei‘ ist ja schön, aber das sind ja Leichtsinnsfehler! Hast du dich mal wieder nicht konzentriert!?“


zu a) Ich (Uta) beiße immer in die Tischkante, weil ich zu gerne wüsste, wie Lea, Sophie, John und Alina abgeschnitten habe. Aber wir alle wissen: Nicht vergleichen! Was sollte es über mein Kind aussagen, dass es in Mathe besser oder schlechter ist als andere Kinder. In dem Notenspiegel, den die meisten Lehrer unter die Arbeit schreiben, kann ich ja sehen, wie mein Kind im Klassenvergleich steht. Wenn ich es aber inquisitorisch nach den Noten seiner Mitschüler frage, infiziere ich es mit dem furchtbaren Virus der „Vergleicheritis“. Nicht machen! 

zu b) Hier haben wir eine Vorzeige-Mutter, die in unserem Test die höchste Punktzahl bekommen würde.  Sie vergleicht das Kind nur mit sich selbst („du hast dich gesteigert“), nicht mit anderen, erkennt seine Leistung an und zwar nicht wegwischend pauschal, sondern indem sie sich die Arbeit anguckt und konkret sagt, was sie anerkennt.
Bis zu „Lass mal sehen!“ bin ich meistens wie unsere Frau Mustermann. Aber – ehrlich gesagt – habe ich meistens keine Lust, mir Klassenarbeiten näher anzusehen (bis auf Aufsätze). Und dann möchte ich das meinen Kindern auch nicht vorspielen, nur weil es pädagogisch wertvoll wäre. 
Ich freue mich über gute Noten, achte aber darauf, das Thema „Schule“ zu Hause nicht zu hoch zu hängen. Meistens verkneife ich mir auch zu fragen, ob es diese oder jene Arbeit zurück gab. 

zu c) Bei diesem Vater würde die Elterntrainierin tadelnd eine Augenbraue hochziehen. Eine gute Leistung so madig zu machen. Das ist ein vergiftetes Lob.
Ich habe aber auch schon so reagiert. Vielleicht nicht so gemein formuliert, aber wenn wir gemeinsam für eine Arbeit geübt haben und es passieren so unnötige Fehler, kann ich mir manchmal nicht verkneifen zu sagen, welche Note möglich gewesen wäre, wenn … Grrrrrrrrr.


Ob wir sie loben oder nicht, tangiert unsere Amy zum Glück überhaupt nicht.
2. Die zwölfjährige Elisa ist eine gute Schülerin, ohne dass sie sich anstrengen muss. Wie so oft kommt sie mit einer ‚Eins‘ nach Hause.

a) „Super! So ein Ergebnis, ohne dass du großartig gelernt hast. Du bist einfach genial.“

b) Ich sage gar nichts, weil ich nicht will, dass ihr die guten Noten zu Kopf steigen.

c) Mutter sagt: „Ich bin natürlich nicht überrascht. Ich möchte dir aber mal sagen, dass ich sehr beeindruckt bin, wie du die Schule meisterst.“

zu a) Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt, dass Marmelade Fett enthält, nein, dass es Kinder eher motiviert, wenn man sie für ihre Anstrengung lobt als für ihre Begabung („du bist ja so genial!“). Ich kann es allerdings nicht falsch finden, meine Kinder von Zeit zu Zeit herum zu wirbeln und ihnen zu sagen, dass sie einfach wunderbar sind (Bei Kronprinz, 15, hat es sich allerdings ausgewirbelt. Der ist inzwischen so groß und stark, dass er Mutter herumwirbelt und ihr sagt, wie genial sie ihm auf den Keks gehen kann.)
 Also: Von seinen Kindern und ihren Begabungen begeistert zu sein, kann ich nicht falsch finden, auch wenn schulische Leistungen angeblich steigen, wenn wir die Anstrengung loben.

zu b) Wer beim Elterntraining diese Antwort ankreuzt, darf sich gleich mit dem Gesicht zur Wand in die Ecke stellen. 

zu c) Da haben wir wieder unsere Frau Mustermann. Sie ist ehrlich („bin nicht überrascht“), erkennt ihre Tochter an („wie du die Schule meisterst“) und verwendet sogar eine Ich-Botschaft („Ich bin beeindruckt“, statt „du bist toll“). 

Ich fasse zusammen:

  • Kind nicht mit anderen vergleichen
  • Kind höchstens mit sich selbst vergleichen (hat es sich gesteigert, ja oder nein?)
  • tendenziell stärker die Anstrengung würdigen als die Begabung
  • nicht darauf lauern zu erfahren, ob es diese oder jene Arbeit schon zurück gegeben hat
  • viel mehr als Zensuren interessiert es Kinder, wer in der Pause mit ihnen gespielt hat oder warum der Freund ihnen das Radiergummi geklaut hat, und genau so soll es sein
  • das Thema „Schulnoten“ zu Hause nicht zu hoch hängen
  • sich mit den Kindern freuen, wenn sie ihr Potenzial entfalten können, egal auf welchem Gebiet 

Weil es mir gefällt, die Frau Doktor Sommer in Erziehungsfragen zu geben, ist dies der Anfang einer kleinen Serie (oder ist euch das zu viel Text?).
In den nächsten beiden Folgen wird es um folgende Themen gehen: „Gute Noten mit Geld belohnen?“, „Das Kind, das sich anstrengt und trotzdem schlecht in der Schule ist“ und „Anerkennung für Arbeit im Haushalt“.

Immer schön fröhlich Frau Doktor Sommer lesen

Uta 
  • Jetzt fühle ich mich schlecht. Zu viel Kritik, zu wenig Anerkennung.
    Ich bin sauer wenn Herr Sohn sich seiner Sache zu sicher fühlt (immer) um zu üben und dann prompt mit einer 4 heimkommt, die ihn nicht mal stört. „Heisst doch -ausreichend-, Mama, das ist doch dann gut genug.“ Arghhh.
    Diktat zwei Mal zu Hause ohne Fehler geübt, im Test dann eine 4 mit 10 Rechtschreibfehlern vorher nie falsch geschriebener Wörter. Soll ich loben? Es bleibt mir im Hals stecken. Klar geht es um Konzentration und dass es ihm völlig wurscht ist, macht mich stinksauer.
    Vielleicht sollte ich Dich mal professiononell engagieren…

    Herzlich, Katja

  • Loben nicht, aber vielleicht sagen, dass man weiß, wie viel mehr er drauf hat. Und es dann darauf beruhen lassen. Innerlich froh darüber sein, dass er sich von Schule nicht verrückt machen lässt. Es gibt heute so viele Kinder, die haben Schul-Burn-Out. Dann doch lieber so wie der Raumfee-Zwerg.

    Jungs starten später durch. Das sind Reifungsprozesse. Sich bitte nicht schlecht fühlen, sondern sich auf die Schulter klopfen für all die Geduld, die Mutter schon bewiesen hat. Und dass einem mal der Kragen platzt, können Kinder ganz gut ab.

    Herzliche Grüße

    Uta

  • Frau Doktor Uta,

    das haben Sie sehr schön geschrieben. Es ist nicht zu viel Text – weil dieser interessante Informationen beinhaltet 🙂

    Ich lese Deinen Blog immer sehr gerne und es gibt mir unglaublich viel. Mein Sohn ist zwar „erst“ 4 aber ich kann ja schonmal für die Zukunft lernen.

    Herzliche Grüße
    Mel

  • Oh weh- ich habe mich in Antworten erkannt, von denen ich auch ohne Frau Sommers Kommentar wusste, dass es falsch ist…
    Gräßlich, wenn man immer wieder in so blöde Mechanismen verfällt, obwohl man doch besser weiß.
    Danke aber für diesen „Test“ – den Spiegel vorgehalten zu bekommen rüttelt wach!

  • Bitte noch viel mehr davon! Meine Beiden brauchen zwar noch bis zur Schule aber so manche Pflichtaufgaben gibt es ja auch in der KiTa oder zu Hause 😉

    Herzlichst
    Lilara

  • Zuviel Text kann es gar nicht sein! Ich liebe Deine Kommentare und Texte und bin total gespannt auf die Fortsetzung (auch wenn ich eine miesable Loberin bin). Außerdem bin ich total gespannt auf den Ausgang der Zollgeschichte! Also bitte nicht vergessen zu berichten.
    Liebe Grüße aus Bremen von
    Evelyn

  • Gerne mehr – ich hab hier zwei völlig verschiedene Kinder – die eine mit einer extremen Rechtschreibschwäche, die sich alles hart erarbeiten muss und dann schulisch meist nicht genug Anerkennung bekommt und eine sehr Ehrgeizige, die viel lernt und die sich selber hart unter Druck stellt, dann aber bei Fehlern eher so Sachen zu hören bekommt (von der Schule) *das kannst du aber besser*… schwierig vor allem bei Zeugnissen…

    Die eine hoch gelobt, die andere schwer erkämpft – beide traurig, weil die eine gerne auch mal gelobt werden würde im Zeugniss und die andere traurig, weil sie ihre Schwester leiden sieht, obwohl die ja auch lernt, aber eben gehandicapt ist… *seufz*

    Liebstgruß

  • So, nachdem mein Text weg ist (blöder Akku!)schreibe ich nochmal…
    Danke für den Text Nr. 128! Ich hatte ihn im Dashboard angelesen und schon das Haus nach Spionausrüstung abgesucht.
    Bei uns kommen alle drei Antworten aus Beispiel 1, allerdings in anderer Reihenfolge.
    Zum Beispiel: vorletzte Woche: Diktat: 9 Fehler -> 4
    Ehrlich, ich war entsetzt. Nicht, weil ich es nicht ertragen kann, wenn mein Kind was nicht kann und eine „schlechte“ Note heimbringt, sondern eben weil er es kann! Und jeder einzelne Fehler ein Konzentrationsfehler.
    Vergangene Woche: Diktat: 2 Minifehler!!! Ein Fehler war z.B. das i bei dem Wort „ein“ vergessen.
    Darauf kam dann von mir: „Mensch,ich bin echt stolz, dass du dich so verbessert hast! Super! Aber diese Konentrationsfehler, darüber würde ich mich an deiner Stelle echt ärgern!“ Im gleichen Moment habe ich mich dann über mich geärgert, weil ich mich selber echt ätzend fand. Dann kommt „der Kind“ mit der Aufzählung, wer welche Note hat (ist er schnell mit fertig, da es wenig Kinder sind)und mit der Aussage: „Der XXXX hat natürlich wieder eine 1…“ und ich mit der Antwort: „Ob der XXXX eine 1 hat oder über Wasser geht, dass ist mir total egal – wichtig ist mir, was mit dir ist.“
    Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht, denn zum Thema „Annerkennung der Arbeit im Haushalt“ habe ich „der Kind“ neulich einen Megavortrag gehalten …
    Viele liebe Grüße!

  • Sehr geehrte Frau Doktor Sommer!
    Schon seit einiger Zeit lese ich still mit und ich bin begeistert!
    Von der positiven, lebensbejahenden, und immer wieder auch wissenschaftlich hinterlegten Art und Weise, mit Kindern/ Konflikten und sonstigen Herausforderungen umzugehen!
    Chapeau!!
    Ich bin Mutter von einem (auf dem Papier) erwachsenen Kronprinz und (ich oute mich mal) Lehrerin von Grundschülern. Am liebsten würde ich Ihren Blog gerne als Pflichtlektüre den Eltern verschreiben!!! Darf ich ihn denn empfehlen?? Also ausgewählten, nicht-beratungs-resistenten Eltern??
    Hochachtungs- und bewunderungsvoll,
    Ihre stets fröhliche Nadja aus KA

  • Ich habe bisher nur 2 schulpflichtige Kinder (von 4) und im Moment echt die Nase voll, weil es sich hier zu Hause beinahe um nichts anderes dreht, als die beiden Vieren (Mathe, Englisch) auf dem Zeugnis des Erstgeborenen (Gesamtdurchschnitt 2,7) und den Durchschnitt von glatt 3 auf dem Zeugnis des Zweitgeborenen. Omas, Opas, Vater, Lehrer … alle reden auf die armen Kinder (und auf mich) ein, bieten Geld und sonstige Geschenke, wenn sich auf den Zeugnissen bis zum Ende des Schuljahres drastisch etwas ändert – zum Guten versteht sich! Und ich sitze hier – so gut wie alleinerziehend, da Papa immer auf Achse, und lasse mich phasenweise davon verrückt machen, büffele abwechselnd mit beiden Englisch-Vokabeln, übe Gedichte mit ein, verliere die Geduld bei ständigen Diktatvorbereitungen, während sich ein Kleinkind bockig auf dem Boden wälzt und ein Vorschulkind mit lautem Trommeln durchs Haus rennt, nur um auch mal wieder etwas Aufmerksamkeit zu bekommen … (aber er wird ja auch bald eingeschult – oh Graus!)
    Mein Ältester ist so wie Raumfee es beschrieben hat. Und mein Bauchgefühl sagt mir, dass es OK ist, dass er sich die Dinge nicht zu Herzen nimmt und sich nicht unter Druck setzt/setzen lässt. Der Rest der erwachsenen Sippe sieht es anders, denn natürlich „müssen schlechte Schulleistungen eine ebenso schlechte Konsequenz haben!“ Und ich habe mir vorgenommen beim nächsten Treffen mit Oma und Opa laut durch den Raum zu brüllen, dass es ja wohl nicht sein kann, dass es sich seit der letzten Zeugnisse nur noch um dieses sch … Thema dreht und diese sch … Zahlen auf den Zeugnissen ja wohl kein bisschen über die Kinder selbst aussagen.
    Klar, wenn der Älteste 2x hintereinander eine 6 bekommt, weil er bei 2 sich sehr ähnelnden Texten für eine Diktatvorbereitung beim bloßen ABSCHREIBEN mehr als 10 Fehler macht, werde ich wirklich sauer! Und ich finde, das darf ich auch!
    Also: zu Nr.1: ich vergleiche meine Kinder auch nie mit anderen und zeige meine Freude, wenn es tatsächlich mal eine 2 oder – wie heute – eine 1 gibt. „Lass mal sehen“ sage ich auch nur, wenn mich das Thema selbst interessiert. Bei schlechteren Noten sage ich das schon eher, um zu sehen, wo es hakt.
    Zu Nr. 2: da kann ich mich im Moment nicht so hineinversetzen, aber bis Klasse 4 hat mein Großer das eigentlich – wenn auch nicht immer mit Einsen – alles gut gemeistert und ich habe ihm oft gesagt, wie toll ich das finde. Ich denke Antwort c) könnte zu mir passen.
    Insofern, müsste ich eine Vorzeige-Mami sein. Jedoch machen mir derzeit sämtliche Familienmitglieder dieses Gefühl sehr madig, und ich merke irgendwie, dass das Gelingen der Erziehung an Schulnoten ausgemacht wird. Da sagt doch heute eine Bekannte zu mir: „Endlich habe ich das Gefühl, dass wir alles richtig gemacht haben!“ Ich: „Warum?“ Sie: „Unsere Tochter hat alles Einsen auf dem Zeugnis!“ (dann habe ich wohl alles falsch gemacht?!)
    Liebe Grüße und danke insbesondere für die Antwort unter Raumfees Kommentar!
    Jenny

    • Liebe Jenny,

      herzlichen Dank für diesen Kommentar, der eigentlich ein eigener Post ist. Was Du leistest, ist sagenhaft: mit den Großen für die Schule üben, während die Kleinen um Deine Aufmerksamkeit kämpfen. Diese Geduld, dieses Durchhaltevermögen … hast Du das in der Schule erworben? Und wenn dann die anderen Erwachsenen in der Familie einen in den Rücken fallen und noch mehr Druck machen … puh.

      Ich wünsche Dir viel Kraft, Gelegenheiten zum Auftanken und bin total froh, dass Du Dir bei all dem die Zeit nimmst, mir zu schreiben.

      Herzlichst

      Uta

  • Liebe Uta, ich bin sehr froh, dass ich schon jetzt auf deinen wunderbaren Blog gestoßen bin, geht es doch meistens um Themen mit größeren Kindern (und meine sind ja erst 2 und 4). Da kann ich mich schon ein wenig geistig vorbereiten auf die Schulzeit, auf die ich mich nicht wirklich freue… Wobei ja gerade loben und Anerkennung zeigen schon viel früher los geht.
    Ich nehme immer sehr viel mit hier und freue mich schon sehr auf die Serie!
    Alles Liebe, Katharina

  • Haha… also ich finde deine Post immer so amüsant. Denn auch wenn ich kläglich versagt hätte bei diesem Test, (schrecklich, wenn die eigenen Eltern ihre verpatze Schulkarriere dem Kind aufdrücken wollen) versuche ich trotzdem immer entspannt zu bleiben. Klar, flippe ich manchmal aus, wenn ich einen Tag vorher erfahre, dass am nächsten Tag gleich zwei Arbeiten geschrieben werden und noch gar nicht gelernt wurde…hähähäääää? Aber letztendlich sage ich ihm auch immer wieder (übrigens auch ein Kronprinz von fast 15 Jahren)“Du musst die Klasse wiederholen, nicht ich!“. Wobei das ja nun auch gerade diskutiert wird. Beim Mittleren sieht es ähnlich aus. Spielen ist wichtiger als Schule. Aber naja, irgendwie hat er doch mit 8 Jahren auch recht oder? Ich hoffe auf die Prinzessin. Mädchen sollen ja bekanntlich ehrgeiziger sein. Naja, ein paar Jahre muss ich noch durchhalten…ohm, ich bin eine Blume! ;o)

    Liebe Grüße von Jenny, die die Texte auch überhaupt nicht zu lang findet, sondern sehr amüsant und interessant! Also bitte mehr davon!

  • Zu viel Text!??? Ne, bitte, ich könnte noch viel, viel mehr von dir lesen! Her damit!
    Ich lese das gerne, vor allem, weil wir ja ab Herbst auch ein Schulkind haben.

    Die Ich-Botschaften habe ich glaube ich in der letzten Zeit nicht wirklich oft verwendet.*grübel Ich muss mal eine Ausbrüten gehen!*lach

    Liebe Grüße LOLO

  • Hallo Uta,
    ich finde Ihren Text sehr interessant, obwohl es nicht ganz mein Thema ist, weil die Kinder Gott sei Dank Schulen haben, die den Mensch sehen und die Fähigkeiten und es zwar schade finden, dass das differiert, aber das den Heranwachsenden überlassen ob sie das ändern möchten oder nicht.

    Aber ich hätte einen Vorschlag für ein Thema, falls Ihnen dazu etwas einfällt:
    In der Spätpubertät ist es nicht ungewöhnlich, dass die Jugendlichen ihre Welt sehr kritisch sehen und sich und ihre Meinung für das Nonplusultra. Es ist mir bewusst, dass das wahrscheinlich von der Natur und/oder dem Schöpfer so eingerichtet wurde, damit die Kinder flügge werden und vielleicht neue Impulse für unsere Gesellschaft setzen in dem sie alles hinterfragen und Risiken eingehen ohne nachzudenken was passieren könnte. Aber ich habe ein Kommunikationsproblem mit meinem 16jährigen, weil er zu mir kommt und mir erzählt, was er alles wie sch**** findet und wie er alles machen und regeln würde. Ich bin mir dann unsicher was ich sagen soll. Ich sehe die Welt anders. Und wenn ich mein Weltbild gegen seins stelle kommen wir in einen intellektuellen Disput mit Argument und Gegenargument. Dabei sehe ich meine Rolle als Mutter nicht als Sparingspartner für intellektuelle Diskussionen. Wir kommen da schnell in eine „wer kann besser argumentieren und wer ist der Schlauste von uns zweien“ rein. Das ist also eine Sackgasse.

    Und wenn ich pädagogisch wertvoll sage: „Ich nehme wahr, dass Du Deine Welt/Lehrer/die Politik des DFB kritisch siehst und mit deren Positionen haderst, weil Du Dich eingeschränkt fühlst und Dich das frustriert. Gleichzeitig entspricht das nicht meiner eigenen Wahrnehmung, aber das ist okay, wenn wir die Welt unterschiedlich sehen“. Diese Ansprache empfinde ich als blutleer. Das fehlt die Beziehungsebene. In einer Fortbildung über Kommunikation (in meinem Job) sagte die Fortbilderin, diese ganze „ich-Sätze“ und „wertungsfreie“ Kommunikation funktioniert nur, wenn die Gefühle echt sind. Aber meine Gefühle sind eigentlich: ich rege mich über meinen Sohn auf. Weil motzigen Ausführungen so klingen, als ob er alles was er hat nicht zu schätzen weiß.
    Beispiel: Er darf mit der Klasse in s Theater und anschließend mit Regisseur und Schauspielern sprechen. Er:“Was für ein Mist, blöde Zeitverschwendung“ Ich „Was für eine Chance, da würde ich auch gerne hingehen und im Hinblick aufs Deutsch-Abi super, weil ich da auch ein Theaterstück Pflichtlektüre habt“.Er:“Nein kann ich alles auch so! Und unsere Lehrerin Frau XY muss ich nicht noch länger als in den Deutschstunden sehen und überhaupt“.

    Also da würde mich Deine professionelle Meinung interessieren.

    Lg
    Cordu

    • Liebe Cordu,

      die „pädagogisch wertvolle“ Ansprache empfinde ich auch als blutleer und es hat so was von: „Sieh es ein, ich überblicke die Lage einfach besser als du und ich weiß auch noch besser als du, wie du dich fühlst.“ Das bringt sie völlig auf die Palme, weil es auch noch so verständnisvoll daher kommt.

      Wenn ich meinen Kindern so pädagogisch komme, machen sie sofort dicht.

      Mir hilft am meisten, was Eckhart Tolle in „Eine neue Erde“ (S. 113) dazu sagt: „Das Kind sehnt sich zutiefst danach, dass die Eltern als Menschen da sind, statt eine Rolle zu spielen, mag diese auch noch so gewissenhaft ausgefüllt werden.“

      Wenn Ihnen nach einem intellektuellen Disput ist, diskutieren Sie mit ihm bis zum Umfallen. Das kann Freude machen.

      Wenn Sie ein anderes Mal das Gefühl haben, er will Sie einfach nur provozieren und Sie haben keine Lust auf rechthaberische Diskussionen, steigen Sie nicht darauf ein.

      Wenn Sie seine Haltung undankbar finden, sagen Sie ihm unverblümt, dass Sie schwer genervt sind, wenn jemand alles nur sch*** findet.

      In dem Film „Little Miss Sunshine“ sagt der Onkel zu seinem mit der Schule, dem Leben und allem hadernden Neffen: „Nie leidet man so schön wie in der Highschool-Zeit.“ (sinngemäß)

      Herzliche Grüße

      Uta

    • Liebe Uta,

      ich liebe Eckhart Tolle!

      Heute habe ich mit ihm zu zweit gefrühstückt und ihm einfach zugehört. Ich hatte das Gefühl, er hatte etwas auf dem Herzen. Da erzählte er von seiner Sorge, dass seine Verfehlungen auf der Ski-Studienfahrt letzte Woche Auswirkungen haben könnten. Da ist die kleine Pubertistenseele glücklich eine Mama zu haben, die das Schulgesetz rauf und runter beten kann 😉
      Und er erzählte von dem Klassenkameraden, der sich trotz Helm so schlimm verletzt hat, dass er aus Mund und Nase blutete und ins Krankenhaus kam und nicht mehr sagen konnte, wer er ist und wie seine Schule heißt. Und danach davon, wie er (der Pubertist himself) sich weigerte die rote Talabfahrt zu fahren. Und ohne es explizit zu sagen, wusste ich wie sehr das Eine mit dem Anderen zuammenhing.
      Es tut gut Mensch zu sein statt Rolle.

      Liebe Grüße
      Cordula

  • upps…kennen wir uns näher?? Da hat wohl jemand bei den schulaufgaben in unserem Haus Mäuschen gespielt. Jaja,meist sind die pädagogisch,unsensiblen Antworten die Realität. Als Mama von 3 schulpflichtigen Burschen kenn ich mich da bissel aus. Ich freu mich auf deine nächsten bloggs. Bis dahin…LG Ilka

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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