Zurück von den Indianern 

 10/05/2016

Wie eine Großmutter alles auf den Punkt bringt.

Neulich bekam ich eine Mail von „Oma Renate“. Sie schrieb:
„Wir lieben es Großeltern zu sein, da wir ihn (den Enkelsohn, 16 Monate) nicht so viel erziehen müssen 🙂 wir dürfen einfach füreinander da sein und brauchen nur, unsere eigene Welt hin und wieder zu verteidigen. Da reichen ein paar Regeln.“
„Wow“, musste ich denken, als ich das las. „Diese wenigen Sätze bringen die ganze Philosophie meines Blogs auf den Punkt.“

  • füreinander da sein
  • Erwachsene verteidigen eigene Welt, eigene Bedürfnisse (Kind lernt, dass der andere seine Grenzen hat, es lernt damit umzugehen und lernt auch, dass es selber Bedürfnisse, eigene Welt, Grenzen haben darf)
  • da reichen ein paar Regeln (ja, ein paar Basics für das Miteinander, je weniger, desto besser, aber die möglichst unumstößlich, das gibt allen Halt)
  • wir müssen nicht so viel erziehen („erziehen“ am besten gar nicht, wenn man unter „erziehen“ versteht, einen anderen Menschen nach seinen Vorstellungen formen zu wollen)

Renate schreibt, als wäre die Freude, die sie und ihr Mann im Umgang mit dem Kleinen erleben, ein Großeltern-Privileg. Dabei könnten auch Eltern nach dieser Philosophie leben und eine gute Zeit mit ihren Kindern haben.
Was hindert sie?

  • Zeitmangel
  • ein Denken, das alles in „richtig“ und „falsch“ zerlegt
  • mangelndes Vertrauen in die eigene Führungsstärke kraft Person
  • mangelndes Vertrauen in das Kind und in das Leben
  • eine tief sitzende Vorstellung davon, dass das Kind im Kern irgendwie bockig oder ungehorsam sei und zivilisiert werden müsse

In diesen Tagen an der Elbe.
In diesen Tagen an der Elbe.

Wie herrlich, dass eine Haltung wie „Wir genießen das jetzt mit unserem Enkel!“ alles leichter machen kann. Können wir nicht auch bei unseren Kindern sagen: „Wir genießen das jetzt mit unseren Kindern.“ und alles stehen und liegen lassen und für die ganze Mannschaft die neue Sorte „Quark-Blutorange“ aus der Eisdiele holen?
Renate fürchtet nur, dass die Eltern ihres Enkels mit Oma und Opa schimpfen, „wenn wir mal wieder völlig verdreckt von den Indianern kommen“.
Immer fröhlich bleiben und sich weder als Großeltern noch als Eltern in erzieherische Maßnahmen verbeißen.
Eure Uta

  • …ich habe gerade ein buch gelesen, dass dies auch noch mal zum ausdruck bringt….obwohl eigentlich ein anderes thema wird das wertschätzen, lieben….etc. ganz deutlich….
    das buch heißt: „In den Stürmen des Lebens hältst du mich“
    lg
    annette

  • Ich glaube, ich schrieb es schon mal – ich bin so froh, diesen Blog gefunden zu haben. Und immer, wenn ich gerade mal vergesse, wie schön Rumbummeleien sind oder wenn die man-sollte-und-jetzt-muss-er-aber-Mahner mal zu laut werden, dann lese ich hier ein wenig und bin wieder ganz bei mir. Und wenn mein 5jähriger Elfenjunge mich am Sonntag Morgen in meinem Bett kuschelnd fragt „Mama, bleiben wir mit Papa und Bruder heute einfach nur wieder zu Hause? “ und ob eines simplen JAs strahlt, dann weiß ich, es ist richtig (gut!) so.
    Danke!!!

  • Was für eine schöne Geschichte! (Da möchte man unbedingt ma Oma werden, wenn man das liest…) und ansonsten Danke für diesen Blog, immer wieder spannende Anregungen, Impulse zum Nachdenken, Ausprobieren… Lg Irmi E. aus Wien

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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