Zwei Umzüge und eine wichtige Frage 

 02/11/2020

Im Hause „Katzenklo“ gab es große Veränderungen: Mein Mann hat nach fast drei Jahren in München eine neue Arbeit in Hamburg gefunden und ist vor zwei Wochen wieder nach Hause gezogen. Dafür hat Prinzessin (19) ihr Elternhaus verlassen, um in Lübeck zu studieren. Am vergangenen Wochenende haben wir uns mit ihrer Matratze ein Altbau-Treppenhaus drei Etagen hoch gewunden, haben Leisten durch Lattenrost-Riemen gefriemelt und Regale an Wänden verankert, bis der Akku-Schrauber heiß lief. 

Prinzessin hat an ihrer Uni einige wenige Präsenzveranstaltungen und viele Online-Vorlesungen. Trotzdem war es für sie nicht vorstellbar, von Hamburg aus zu studieren. Und wir finden es auch besser, dass sie in Zeiten des Halb-Lockdown eine Hausgemeinschaft mit Studenten bildet als mit ihren Eltern. 

München, Hamburg, Lübeck - bei uns wird gerade viel gepackt.

Gerade fühle ich mich eher, als würde ich für „Allgaier-Logistics“ arbeiten, denn als Familiencoach und Autorin. Aber so langsam tauche ich wieder aus den Umzugskisten auf und möchte hilfreich sein für euer Familienleben. 

Das Coaching mit Mechelke in Sachen Hausaufgaben geht weiter und die Erkenntnisse daraus werde ich bald für euch zusammen fassen. Vorher möchte ich aber wissen, was euch in diesen Tagen am meisten beschäftigt? Was ist eure aller-wichtigste Frage an mich? 

Vielleicht tut es euch gut, euch hier auszutauschen über Familienleben in Corona-Zeiten. Bitte schreibt mir! Dann kann ich entweder direkt auf eure Fragen eingehen oder entsprechende Beiträge vorbereiten. 

Unter denen, die mindestens drei Sätze zu ihrer wichtigsten Frage dazu schreiben, verlose ich den Adventskalender „Der andere Advent für Kinder“. An jedem Tag vom 28. November bis zum 6. Januar ist eine Seite aufzutrennen und enthält eine Geschichte, eine Bastelidee, Witze oder Quizfragen. So steigt Tag für Tag die Vorfreude auf Weihnachten. Der Kalender ist für Kinder im Grundschulalter gedacht.

Einsendeschluss für eure Kommentare ist Montag, 9. November, um 23:59 Uhr. 

Immer fröhlich schreiben, was ihr gerade von mir braucht,

Eure Uta 

PS: Herzlichen Dank an den Verein "Andere Zeiten", der mir den Kalender für die Verlosung zur Verfügung gestellt hat.

  • Hallo Uta,
    nach der ersten Quarantäne mit 3 Kindern (6, 3, 3 Monate), direkt im Anschluss an die Herbstferien, liegen bei uns allen die Nerven blank. Die Mittlere durfte trotz negativem Test das Grundstück 2 Wochen nicht verlassen, der Große hatte Betretungsverbot für die Schule. Ganz ehrlich: ich finde viele Maßnahmen ok, aber die Vorstellung, dass es die nächsten Monate so für uns weitergeht, ist unerträglich.
    Ich weiß, dass du an den Bestimmungen nichts ändern kannst, musste es aber mal „in die Welt hinaus schreien“ wie sch… ich das finde. Das hilft ja manchmal auch schon^^
    Liebe Grüße, Sandra

  • Hallo Uta,
    Mensch, das sind echte Veränderungen bei euch! Ich weiß noch, wie ich voller Erstaunen in deinem Blog davon las, dass ihr Prinzessin (damals 11 oder so) die volle Eigenverantwortung für den Handygebrauch überlassen habt. Da begannen bei uns die ersten Gehversuche mit elektronischen Medien und ich dachte: Dann kann es ja so schlimm nicht werden. Pustekuchen 😉
    Für uns ändert sich jetzt mit dem Teil-Lockdown nicht viel, da die Schulen ja geöffnet bleiben. Die Hygieneregeln wurden nach den Herbstferien ohnehin verschärft, in unserer Stadt hat inzwischen wegen der hohen Fallzahlen das Gesundheitsamt das Sagen und die zweite von 3 Stufen ausgelöst, so dass nun auch in der Grundschule MNS dringend empfohlen wird und unsere Schule das auch so will, nachdem es dort 3 Fälle gab. Wir sind haarscharf an einer angeordneten Quarantäne vorbeigerutscht, aber sowas von haarscharf. Das würde viel ändern, da dann die gleiche Situation wie im Frühjahr einträte, mit der wir nicht so richtig gut klargekommen sind: Spagat zwischen Homeoffice (angeordnet, ich darf nicht vorort arbeiten, mein Mann möchte nicht) und Homeschooling.
    Die Kinder können jetzt halt nicht mehr zum Training, das können sie 4 Wochen verschmerzen, und leider fällt auch die Geburtstagsfeier zum 80. meiner Schwiegermutter in Hamburg aus. Das ist das einzige, was ich wirklich richtig schade für uns finde. Aber sonst …
    … ich habe Mitgefühl für die Gastronomen und Künstler, von denen es vermutlich viele nicht schaffen werden, sich finanziell über Wasser zu halten. Aber an dieser Stelle Grundsatzdiskussionen über die Verhältnismäßigkeiten der Verordnung zu führen, ist verfehlt.
    Kommt alle gesund durch den November (und Dezember und Januar und Februar, ….)
    Viele Grüße SteffiFee

  • Hallo Uta,
    der Lockdown-Light betrifft uns nicht besonders, ich arbeite weitestgehend im Homeoffice, mein Mann im Einzelbüro. Unsere Söhne gehen weiterhin in die Kita und nur der Große ist von der Schließung seines Schwimmkurses betroffen, leider bereits das zweite Mal in diesem Jahr. Wir sind unsagbar dankbar und bleiben zuversichtlich und unterstützend, so gut es geht.
    Ich habe tatsächlich eine Frage: Ich wüsste gerne, wie aus deiner Sicht mit dem Thema Tod umgegangen werden sollte. In meiner Herkunftsfamilie war das kein Thema, bis es dann hart einschlug, als ich so acht Jahre alt war. Das war für mich als Kind schwer zu verarbeiten und wirkt bis heute nach. Bei meinen Kindern gehe ich offen damit um, sie wissen, dass der Uropa gestorben ist, dass Menschen die alt, krank oder schwach sind sterben können oder Unfälle erleiden können. Wir beziehen das auf den Garten, zeigen ihnen z.B., dass aus Sonnenblumensamen neue Blumen entstehen, wachsen und verwelken bzw. sterben. Wenn wir einen toten Käfer sehen, sind wir interessiert und für Fragen offen. Sie haben ein Buch dazu „Leb wohl, lieber Dachs“, was wir immer mal zur Hand nehmen. In den letzten Tagen fragen sie immer mal was z.B. Krebs ist, warum die Oma eines Freundes daran stirbt. Ich möchte sie nicht überfordern, aber ihnen einen Umgang mit dem Tod vermitteln. Sie sollen wissen, dass es zum Leben dazu gehört. Es soll kein Tabuthema sein, kein Thema, vor dem sie Angst haben sollen. Aber wie vermittelt man das kindgerecht? Hast du Ideen?
    Wir haben diesen Kalender bereits das dritte Jahr und auch die Version für Erwachsene. Ich freue mich schon sehr auf die Zeit und hüpfe diesmal nicht in den Lostopf.
    Herzliche Grüße
    Lisa

    • Zum Thema Tod finde ich dieses Buch (und die ganze Arbeit der Autorin) ziemlich großartig:
      Schroeter-Rupieper: Geht sterben wieder vorbei?
      Mein 5 Jähriger, der gerade anfängt zu begreifen, dass auch sein Leben und das seiner Eltern endlich ist, hat es interessiert mit mir gelesen. Und als es ihm zu traurig wurde, kompetent weggepackt. Und auf die Fragen der Kinder (der Große ist 7) gab es quasi immer die passende Antwort im Buch, da kann man gut aufgreifen, was von den Kindern kommt.
      Viele Grüße!

  • Hallo Uta,
    vielen Dank für dein Angebot, dich mit Fragen zu löchern. Auch ich gucke jeden Tag mit Sorge auf die Zahlen. Beim letzten Lockdown waren meine beiden noch im Kindergarten, aber seit dem Sommer geht die Große zur Schule und weil sogar die Hausaufgaben oft zu Wutausbrüchen führen, möchte ich mir komplettes Homeschooling gar nicht vorstellen. Ich habe aber eine andere Frage an dich und zwar möchte meine Tochter (wird im Dezember 7 Jahre alt) seit drei Jahren ca. immer weniger probieren. Seit einem Jahr ist es so schlimm, dass sie nur noch Nudeln oder Reis mit Ketchup isst oder Haferflakes. Sie möchte noch nicht mal mehr andere Sachen probieren. Vom Obst isst sie nur noch Kiwis und als Gemüse Gurke. Ich mache mir so langsam wirklich Sorgen. Sie ist aber sehr selten krank und sonst auch normal entwickelt. Wie würdest du hier weiter vorgehen? Es entspannt sehen oder die Sachen, die sie mag, reduzieren? Wenn ich was anderes koche, gibt es Tränen und sie isst gar nichts bis zum Frühstück,wo sie wieder Haferflakes darf. Vielen Dank für deine Hilfe.
    Liebe Grüße Janina

  • Hallo, ich freue mich schon auf den Moment, wenn meine Jungs groß sind 🙂 Ich dachte zuerst, es wird sich für uns nichts ändern, Kindergarten und Schulen sind auf. Dann ein Fall im Kindergarten und der Kleinste ist in Quarantäne. Die Großen dürfen in die Schule. Was ist aber, wenn sie das Virus weitertragen – welche Verantwortung habe ich als Mutter gegenüber der Klasse? Sollen sie tun, was erlaubt ist oder was wir als Familie für richtig halten? Was denken die anderen, wenn wir diejenigen sind, die dafür verantwortlich sind, dass die Klasse in Quarantäne muss? Gefährde ich jemand? Zuhause lernen hat schon mal nicht gut geklappt – er braucht die Klasse – das ist doch auch wichtig. Mein Mann ist zu Hause – Freiberufler – ohne jegliche finanzielle Unterstützung. Wie schaffen wir das, nicht durchzudrehen? Ein Schritt nach dem anderen.
    Viele Grüße Verena

    • Hallo Uta! Den Andere-Zeiten-Kalender für Kinder kennen wir noch nicht. Lediglich den für Erwachsene. Daher mache ich hier gerne mit. Ich muss gestehen, dass ich durchaus für mich und für uns als Familie die positiven Seiten der Coronakrise und des Lockdowns sehen kann. Mir ist natürlich klar, dass es wirtschaftlich und medizinisch eine Katastrophe ist. Für mich persönlich betrachtet, fällt aktuell tatsächlich viel Stress durch abgesagte Termine und teils auch Pflichtveranstaltungen weg. Das ist schon ganz angenehm. Ich freue mich tatsächlich über einen ruhigen November.
      Viele Grüße von Anni

  • Liebe Uta, vielen Dank für deinen Aufruf und das in Zeiten der Veränderung, die für dich bestimmt nicht einfach sind. Uns geht es trotz all der Umstände ziemlich gut. Wir müssen keine Existenzängste haben oder Ähnliches. Trotzdem spüre ich bei meinen Kindern (7 und 4 Jahre) eine Unsicherheit. Sie sind oft aufgedreht, schlafen schlecht, sind anhänglich und wankelmütig. Wir versuchen ihnen, einen unter den derzeitigen Umständen so geregelten und sicheren Alltag zu geben wie möglich und doch sind sie verunsichert. Wie schaffe ich es, meinen Kindern die Sicherheit zu geben, die sie brauchen. Wie erkläre ich ihnen eine Situation, die ich kaum selbst verstehe. Ich wünsche allen Familien gute Nerven und Geduld für die kommenden Wochen. Bleibt gesund

  • Hallo Uta! Schön, wieder von dir zu lesen! Ich als Alleinerziehende mit Teilzeitstelle bleibe in Habacht-Stellung und vermute bei jedem Anruf die KiTa…ich hoffe so sehr, dass mein kleiner Sohn so lange es geht in die KiTa gehen kann, so dass ich Privates und Berufsleben einigermaßen auf die Kette bekomme. Ich hätte auch eine Frage an dich: mein Sohn (3,5) benutzt in letzter Zeit verstärkt Schimpfwörter, die er bei seinen Halbbrüdern (9 & 13) hört. Der Ton der Jungs ist leider ziemlich rau und mein Expartner stört sich nicht daran. An der Stellschraube kann ich also leider nur bedingt ansetzen. Wenn mein Kleiner dann in Wut „scheiße Mama“ zu mir sagt, merke ich, wie in mir die Sätze meiner Kindheit/Jugend hochsteigen, also sowas wie „So redest du nicht mit mir“, „das sagt man nicht“ etc. Dass diese Sätze unbrauchbar sind, weiß ich, ich bin unsicher, wie ich am besten reagieren soll oder soll ich gar nicht groß darauf reagieren?!
    Liebe Grüße
    Izzy

  • Hallo, der Lockdown light hat mich doch noch mal „getroffen“, obwohl es doch abzusehen war. Das liegt wohl auch an der dunklen Jahreszeit, die nun vor uns liegt. Aber noch sind die Schulen offen und damit ist ein großer Teil des Alltags noch „normal“.
    Mich beschäftigt gerade etwas anderes, ich bemühe mich wirklich nicht mit meinen Kindern (6 und 9 Jahre alt) zu schimpfen, sondern ruhig aber klar zu sagen, was ich möchte. Es gipfelt dann irgendwann doch darin, dass ich laut werde und dann klappt es. Aber auch erst dann. Als würden sie mein „innerliches Einknicken“ spüren und mich erst dann wirklich hören. Das macht mich traurig, entzieht mir meine Energie und macht ein Klima der Resignation.
    Liebe Grüße!

  • Mein Sohn ist vor zwei Wochen fast vom Auto überfahren worden. Es stand schon, um mir Vorfahrt zu gewähren, aber mein Sohn kam von hinten angeschossen und überquerte mit einem Affenzahn die Fahrbahn ohne zu schauen. Ich habe ihm gesagt, wenn das Auto nicht angehalten hätte, könnte er jetzt tot sein. Eine Woche später hat er (3.Klasse) dann das Buch „Geht sterben vorbei“ angeschaut. Seitdem hat er panische Angst zu sterben. Er ist der Meinung, Sterben ist ins Bett gehen und nicht mehr aufwachen. Ich habe ihm schon erklärt, dass sein Verhalten auf dem Rad nicht ok war und er an Kreuzungen anhalten muss, aber kleine Kinder ansonsten nicht im Schlaf sterben. Auch habe ich ihn daran erinnert, wie das bei meiner Oma war, dass sie nicht eingeschlafen ist ganz plötzlich, sondern schwächer und schwächer wurde. Gibt es hier Tipps? Ich habe das Gefühl, er hat eine Art Trauma. Wie kann man damit umgehen?

  • Hallo liebe Uta,
    der zweite Lock-Down trifft uns nicht ganz so heftig wie der erste. Die Schulen beider Kinder (11 u. 13) sind noch durch keine Fälle betroffen und ich bibbere, dass es so bleibt. Nochmal 24/7 alle zuhause und ich schreie (mein Mann ist seit März nonstop im Homeoffice). Obwohl sie den Online-Unterricht richtig gut gemeistert haben und ich stolz und erstaunt bin, wie selbstständig(er) sie dadurch geworden sind.
    Was sie allerdings echt hart trifft, ist das ausfallende Training im Sportverein und das Nicht-Treffen-dürfen mit allen Freunden (die Mütter der beiden engsten Freunde meines Sohnes sind beide in der Pflege und noch vorsichtiger als vorsichtig – was er allerdings versteht).
    Ich drücke uns allen die Däumchen, dass wir gesund und munter aus der ganzen Sache rauskommen.
    lieben Gruß
    Jutta

  • Liebe Uta,
    erst einmal ein großes Dankeschön für deinen wundervollen Blog.
    Uns würde im Moment ein Beitrag über die Begleitung von Wut sehr freuen. Wie können wir unseren Sohn (8 Jahre) dabei begleiten. Ob die vermehrte Wut durch die ganze Corona Situation ausgelöst wird? wir wissen es nicht. Wie können wir ihm helfen, gut mit dieser starken Wut umzugehen?
    Wir drücken uns allen die Daumen, dass Schulen und Kitas geöffnet bleiben.
    Liebe Grüße

  • Liebe Uta, meine dringlichste Frage ist (immer wieder), wie wir hier bei uns gut und nervenschonend mit den ewigen Streitigkeiten und der Konkurrenz zwischen unseren beiden Jungs (7&9) umgehen können.
    Die sind bei mir Energieräuber Nummer 1.
    Nach fast 14 Tagen Isolation mit Corona aber ohne Garten oder andere Möglichkeit zum Austoben ist die Frage aktueller denn je…
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    Herzliche Grüße und an dieser Stelle auch vielen Dank für dein neues Buch, das ich sehr gerne gelesen haben und das mir viel gegeben hat.

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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