Arsen in Reiswaffeln 

 12/02/2019

Wie ein Wissenschaftsjournalist mich dazu brachte, meine Schul-Snack-Wahl für Prinzessin zu verändern.

Seit Jahren gebe ich Prinzessin (18) alle paar Tage Reiswaffeln mit in die Schule. Die Reiswaffel ist für mich der Inbegriff des unschuldigen, sogar gesunden Lebensmittels. Es gibt sie mit einem halben Überzug aus dunkler oder heller Schokolade oder ganz ohne, es gibt sie in Bio und glutenfrei. Mit Reiswaffeln – so dachte ich – könnte man nichts falsch machen. Sie sind zwar süß, aber nur ein bisschen. Zudem machen sie schön satt, sind ein Leichtgewicht im Schulranzen und ersparen den Gang zum Kiosk neben der Aula. Ich schrieb sogar schon über meinen „Dienst an der Reiswaffel“ in der Schulkantine, wo die nahrhaften Scheiben auch vertrieben werden … oder – zu meiner Zeit – wurden.
Und nun das!
Gestern hörte ich bei Stefanie Luxat (Ohhh-Mhhh-Blog) den Podcast „Endlich Om“, Folge 9 – „Was sollen wir essen für ein langes Leben?“, ein aufschlussreiches Interview mit dem Wissenschaftsjournalisten Bas Kast. Dieser hat in jahrelanger Arbeit so ziemlich alles ausgewertet, was es an wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung gibt. Und was erfahre ich? Reiswaffeln enthalten Arsen. Und zwar nicht zu knapp. Denn Reis ist eine Pflanze, die den krebserregenden Giftstoff aus dem Boden zieht. Wer seine Gartenerde dekontaminieren möchte, sollte über Reis-Terrassen nachdenken.
Kast schreibt, dass Reis zu Unrecht den Ruf eines harmlosen Grundnahrungsmittel genieße. Er würde ihn nur gelegentlich als kleine Beilage zu sich nehmen und dann am liebsten weißen Basmati-Reis, weil dieser in Analysen noch am besten abschneide. Und wenn Reis unbedingt auf den Speiseplan soll, rät er, ihn gründlich zu waschen und dann mit so viel Wasser zu kochen, wie man üblicherweise für Nudeln nimmt. Anschließend das Wasser abschütten und sich freuen, dass das meiste krebserregende Arsen im Abfluss landet. (Bas Kast: Der Ernährungskompass. Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung. München 2018, Seite 180/181)
Hier noch ein Zitat zu Prinzessins Schul-Snack.

Reiswaffeln, Reisflocken und andere Reissnacks sind häufig besonders stark mit Arsen belastet: Bitte nicht essen! Vorsicht auch mit Reisbrei für kleinere Kinder. Für Säuglinge ist zudem Reismilch überhaupt nicht geeignet.

(ebenda, Seite 181; Kasts Quelle ist: Hojsak et al., 2015, Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition, 60, S. 142 – 145)
 

Heute morgen habe ich mir das Buch geholt. Das Mittagessen entstand schon unter dem Eindruck des Vorwortes: gedünstete Kohlrabi mit dem Grün ihrer Blätter und Vollkornbrot. Ich hoffe, das war im Sinne von Bas Kast. Nachher lese ich schnell weiter.

 
Immer fröhlich Reiswaffeln vermeiden,
eure Uta
unbezahlte Werbung wie immer für ein Buch 

  • Hallo Uta,
    Die Folge habe ich mir auch vor einiger Zeit angehört. Das mit dem Arsen im Reis wusste ich zwar schon länger.
    Aber ich fand es super interessant. Vor allem, wie viel Zeit er darauf verwendet hat, alles mögliche zu recherchieren. Richtig klasse!
    Gruß
    Nelli

  • Ja, diese Info taucht immer wieder auf… Seit Jahren. Und trotzdem gelten die Dinger als der Inbegriff des gesunden Lebensmittels ab dem Kleinkindalter.
    Wir sind vor Jahren auf Maiswaffeln umgestiegen. Gibt es bei dm sogar salzfrei, ansonsten mit Salz bei müller, Rossmann und Co.
    Die wecken bei mir immer Kino-Assoziationen (Popocorn) und sind tatsächlich aromatischer als die verpönte Reiswaffel…

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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