Tau-Tanzen und Buch-Verlosung, Folge 7 

 21/03/2020

Es gibt eine Seite an mir, die ihr noch nicht kennt. Ich bin ein Gesundheitsapostel. Morgens Yoga, abends „Goldene Milch“, ein ayurvedischer Entspannungsdrink. Außerdem warmes Zitronenwasser vor dem Meditieren, geschroteter Leinsamen im Müsli, Yoga, Radfahren, Tanzen … ich bin das (Mager-)Fleisch gewordene schlechte Gewissen für jede Freundin. Und für meine Familie ist es nicht immer ein Spaß, mit mir zusammen zu leben. Da will mein Mann Sahne in seinen Kaffee gießen und findet im Kühlschrank nur Hafer-„Plörre“ vor, wie er es nennt. Da will Kronprinz grillen, träumt von diesen mit fettem Speck umwickelten Würsten und ich trage Gemüsespieße und Couscous-Salat auf die Terrasse. Da sucht Prinzessin Doppelkekse im Schrank und stößt auf selbstgemachte Brownies aus Buchweizenmehl und Datteln. 

Die Kinder mussten gelegentlich ausbrechen aus diesem Mama-Mustermann-Leben. Ich werde nie vergessen, wie Prinzessin noch zu Grundschulzeiten ihr gespartes Taschengeld einsteckte, mit einem Freund zusammen zum Kiosk lief und mit einer Plastiktüte nach Hause kehrte, die so voller Süßigkeiten war, dass sie fast geplatzt wäre. Die beiden setzten sich bei Nachbarn aufs Trampolin und gaben sich dem Süßigkeiten-Rausch hin. 

Hier nicht einzuschreiten, enthält übrigens ein wichtiges pädagogisches Prinzip, das Lasst-sie-gelegentlich-über-die-Stränge-schlagen-Prinzip. Wenn ihr ab und zu ein Essen veranstaltet, bei dem Familie Ferkel am Tisch sitzt, sich jeder nach Herzenslust schlecht benimmt, habt ihr es die übrige Zeit leichter, gute Manieren beim Essen durch zu setzen. Und das "Ferkelessen" ist lustig, löst die Spannungen und kann in Corona-Zeiten den Lager-Koller vergessen lassen.

Weitere Beispiele:

  • Problem 'Schimpfwörter' - sich ganz viele Neue ausdenken und einen Tag lang inflationär einsetzen 
  • Problem 'zu viele Computerspiele' - mal ein Wochenende eine Zocker-Party veranstalten, danach lesen sie bereitwillig wieder den Jugendbuchpreis-Gewinner

Prinzessins Hype auf Süßigkeiten hat übrigens einige Zeit später aufgehört. Heute isst sie sogar meine Vollkorn-Brokkoli-Spaghetti mit Knoblauch und Thymian in Olivenöl. Man muss nur zuwarten. 

Heute morgen war ich eigentlich angetreten, um zu schreiben, wie gut es mir tut, das Immunsystem zu stärken und so dem Virus die Stirn zu bieten. Nachdem einige von euch in den Kommentaren von Yoga schrieben, habe ich heute morgen auch die Matte ausgerollt und eifriger geübt als sonst. Wenn man sich machtlos fühlt, entsteht Mutlosigkeit, Lethargie oder sogar Depression. Deshalb ist unser Motto der Stunde: sich nicht von Nachrichten runterziehen lassen, sondern aktiv an der eigenen Verteidigung arbeiten.

Photo by Valeria Ushakova from Pexels

Leserin Anke schrieb mir von ihrem täglichen Tau-Tanzen. Die ganze Familie springt seit einigen Tagen morgens nach dem Aufstehen barfuß im Garten auf dem Rasen herum. Sie gucken, wer es am längsten aushält, rennen dann ins Haus, rubbeln die Füße trocken und ziehen sich warme Socken an. Eine richtige Kneipp-Kur ist das und ein Graus für jedes Virus. 

Wer keinen Garten hat, könnte auch die Arme unter eiskaltes Wasser halten. Das ist nicht ganz das gleiche wie Tau-Tanzen, aber leider kann ich hier kein Stück Rasen verlosen.

Die Gewinnerin des heutigen Tages ist „Busyizzy“. Sobald du mir deine Adresse mailst, macht sich „Heidi“ auf den Weg zu dir. 

Heute verlose ich ein Buch aus der „Ella“-Reihe von Timo Parvela, der in seiner Heimat Finnland als Star unter den Kinderbuchautoren gilt. „‚Das ist so witzig,“ sagte Prinzessin gerade. Weil es im Wohnzimmer zur Verlosung bereit lag, hatte sie ein Weilchen darin gelesen. Ella erlebt eine Klassenreise, die aus Versehen nicht an den Strand führt wie geplant, sondern in den Schnee. In Zeiten von Homeschooling mögen eure Kinder vielleicht im Geiste Klassenreisen unternehmen. Das empfohlene Lesealter ist 8 - 10 Jahre. 

Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, schreibe mir bitte bis morgen, Sonntag, 22.März, um 18 Uhr in einem Kommentar, was ihr in diesen Tagen für die Gesundheit tut, um euch nicht unterkriegen zu lassen. 

Die Corona-Pandemie ist ein Fluch, keine Frage. Sie bringt unsagbares Leid für viele Menschen. Aber manchmal blitzt auch etwas Positives auf. So hat meine Schwester einen Deal mit unseren Eltern (bald 86 und 88) ausgehandelt: wenn die beiden sich ihre Einkäufe bringen lassen und keinen Fuß in einen Supermarkt setzen, rührt meine Schwester nach jahrzehntelangem Rauchen keine Zigarette mehr an. Sechs Tage hat sie schon geschafft. Alle Achtung, Schwesterherz! 

Immer fröhlich bleiben und das Immunsystem bestmöglich aufstellen,

eure Uta 

  • Liebe Uta,
    das ist ja rührend mit Deinen Eltern und Deiner Schwester!?
    Derzeit bin ich nicht so gesund unterwegs, aber ich bin Vegetarierin und meditiere jeden Tag (kurz). Ich hoffe, das reicht…?
    LG

  • Liebe Uta,
    uns fällt jeden Tag was neues ein, wie wir uns fit und gesund halten. Gestern z.B. haben wir Fenster geputzt und haben danach eine lange Fahrradtour gemacht. Außerdem basteln wir Masken oder Schlüsselanhänger aus Fimo. Das ist auch für die Feinmotorik Sport.
    Bitte mach immer weiter so. Ich finde Deinen Blog ganz toll!
    Liebe Grüße, Dagmar

  • Guten Morgen, das Tautanzen werden wir direkt nach machen… Tolle Idee! Wir haben das Sportprogramm fur Kinder der Alba auf Youtube entdeckt und sind begeistert.
    Danke für Deinen tollen Blog. Er ist immer wieder eine Inspiration. Viele Grüße Ivonne

    • Liebe Ivonne, das freut mich!
      Heute morgen wäre Tautanzen sehr knackig kalt gewesen. Bei uns war eine Eisschicht auf dem Wassertrog. Aber morgen sollte ich es auch mal ausprobieren. LG Uta

  • Der Deal Deiner Schwester ist großartig!!!
    Meine Kinder mögen gern die tägliche Sportstunde von Alba Berlin und auch ich nehme mir regelmäßig Zeit für eine kurze Yoga-Runde. Dazu gehen wir jeden Tag zumindest für eine halbe Stunde spazieren und jeden zweiten Vormittag in einem Wald außerhalb der Stadt…
    Hab einen schönen Sonntag!
    Liebe Grüße
    Cornelia

  • Oh das tau Tanzen ist eine tolle Idee! Und danke für den Fimotipp ? ich nerve meine Familie mit selbstgemachte Ingwershot, die jüngste natürlich nicht. Hier ist die größte Prinzessin selbst zur Gesundheitsexpertin geworden und verzichtete auf Zucker und kocht uns gesunde Sachen. Hätte ich mir noch vor einem Jahr nicht vorstellen können .

    • Ja, liebe Tanja, irgendwann zeigen die Vorlieben und das Vorleben von uns Eltern doch Wirkung. Man darf sich dann freuen zu sehen, in welchen Variationen und Weiterentwicklungen es sich zeigt. LG Uta

  • Toller Deal. Wir gehen jeden Tag spazieren, dazu noch Rückenfitness für mich und Wettrennen im Wohngebiet. Die Kleine hat Fahrrad fahren gelernt…wir hatten viel Zeit zum üben. Auch schön! Viele Grüße

  • Ich wollte mal noch ein ganz großes Dankeschön sagen für das Bilderbuch. Meine Kinder waren eine ganze Weile damit beschäftigt und hatten es auch danach immer wieder in der Hand.
    Die Große bemerkte zwar erst ganz entsetzt, dass es englisch ist, aber inzwischen finden sie auch die Texte super. Und sogar der Lieblingsehemann hat es interessiert angeschaut.
    LG von TAC

    • Wie schön! Ich danke dir herzlich für die Rückmeldung! Und an alle anderen: die nächsten Bücher gehen bald auch in die Post. Ich sammle ein wenig. Herzlichst, Uta

  • Liebe Uta,
    für uns wäre das Buch genau das richtige. Mein Sohn macht seine langweiligen Deutscharbeiten nur, wenn ich ihm dabei vorlese. Wir machen auch Yoga und heute waren wir im Labyrinth von unserem Walderlebniszentrum. Da kommen Mamas Nerven ziemlich gut runter und das Durchhalten wird auch geübt. Vielleicht legen wir uns ja noch eins aus Stöcken und Steinen in den Garten. Liebe Grüße, Julia

  • Danke für Deinen Blog, liebe Uta, jetzt und auch sonst immer! Ich mache Yoga jeden Morgen, egal wie kurz. Damit den Tag zu beginnen, hilft für alles, was danach kommt. Wir haben keinen Fernseher, daher habe ich ohnehin einen schmalen „Bilderkonsum“ bei Nachrichten. Ich konzentriere mich auf seriöse Quellen wie z.B. das Robert-Koch-Institut, höre – wie so viele – Herrn Drosten zu im NDR, lese Zeitung. Wir verschicken Postkarten an die Oma und andere (ältere) Verwandte.
    Mit meiner Tochter (10) habe ich eine Jonglier-Challenge. Sie will bis Ostern mit drei Bällen jonglieren lernen, ich einen bestimmten Jongliertrick, den ich immer schon können wollte (aber halt nicht so geübt habe wie nötig ;o). Jetzt halten wir uns gegenseitig bei der Stange!
    Liebe Grüße, Marion

  • Wir gehen viel im Wald spazieren, meiden öffentliche Plätze, kochen bewusst gesund und machen jeden Tag ca. 15-20 Minuten verschiedene Fitnessübungen.

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    Uta


    Ich arbeite als Eltern-Coach, Buchautorin und Journalistin, bin Ehefrau und Mama (ein Sohn, eine Tochter) und kann es nicht lassen, dem Familien-Glück auf die Spur zu kommen. Ich forsche in Büchern, spreche mit Experten und teste alle Erkenntnisse in der Praxis. Nur was mich überzeugt, weil es das Leben mit Kindern wirklich erfüllender macht, schafft es auf diese Seite.

    Deine, Uta

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